Maradona triumphiert
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Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Artikel vom 03.03.2010
Die neue deutsche Nummer eins René Adler patzt folgenschwer: Argentinien gewinnt das Prestigeduell gegen Deutschland durch ein Tor von Gonzalo Hinguain (45.) vor 65.000 Zuschauern in der Münchner Allianz-Arena mit 1:0.
Normalerweise ist Argentinien absolute Weltspitze und jeder würde zustimmen, gegen diesen Gegner darf man verlieren. Doch unter Trainer Diego Maradona schwankten die «Gauchos» um Weltfußballer Lionel Messi zuletzt zwischen Genie und Wahnsinn. Mit Müh und Not qualifizierten sich die Südamerikaner für die WM. Gehören sie überhaupt zu den Turnierfavoriten?
Man kann von Maradona als Trainer halten, was man will, schlecht aufgestellt waren seine Profis in München nicht. Eher im Gegenteil: Vor allem das Pressing, das sie spielten, war erstklassig. Schon am deutschen Strafraum attackierten die Argentinier oft mit zwei, drei Mann und störten den Spielaufbau im Ansatz und hielten das auch die gesamte Dauer durch. «Es war ein guter Test gegen eine gute argentinische Elf», bemerkte Bastian Schweinsteiger und Löw meinte: «Es ist uns nicht gelungen, Druck aufzubauen.»
Aus dem Spiel heraus kam vor der Pause nur Außenverteidiger Philipp Lahm zu einer halben Chance. Der Münchner, der in der Nationalmannschaft auf der linken statt wie im Verein auf der rechten Seite spielt, zog in der 22. Minute nach innen, schoss aber auch weit vorbei. Ansonsten kamen die Deutschen nur über Standardsituationen vor das Tor. «Wir haben zu wenig nach vorne riskiert», stellte der Kapitän Michael Ballack fest.
Der Bundesadler fliegt vorbei
Die Argentinier erkämpfen sich gegen Ende der ersten Halbzeit mehr und mehr Spielanteile. Der Führungstreffer in der Nachspielzeit war logische Folge: Gonzalo Hinguain profitierte von einem Fehler von René Adler. Die frisch gekürte Nummer eins im Tor war ungestüm aus seinem Kasten gestürmt, obwohl mit Per Mertesacker noch ein Abwehrspieler zur Stelle war. Hinguain legte den Ball an beiden vorbei ins leere Tor.
«Ich war den berühmten Schritt zu spät», übte Adler Selbstkritik, «aber ich war überzeugt, dass ich den Ball kriege.» Schon zuvor hatte Angel di Maria die Möglichkeit zur Führung gehabt. Der Passgeber zum 1:0 hatte Serdar Tasci aussteigen lassen, dann aber aus 15 Metern nur die Latte getroffen. Adler war an dem Ball noch mit den Fingerspitzen dran.
Von Deutschland kam auch danach wenig. Miroslav Klose, einzige Spitze vor einem kreativen Mittelfeld mit Bastian Schweinsteiger auf seiner neuen Position neben Michael Ballack, hing meistens in der Luft. Auch Mario Gomez, der ihn nach der Pause beerbte, konnte kaum mehr Akzente setzen.
Ballack wird verheizt
«Ich traue mich alles», hatte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Match gesagt. Tatsächlich war es mutig, fünf kreative Spieler in zwei Reihen im Mittelfeld einzusetzen. Impulse brachte das jedoch nicht. Michael Ballack musste den defensivsten Part des Quintetts spielen. Löw muss sich die Frage stellen, ob der einst torgefährlichste Mittelfeldspieler Europas so nicht ein wenig verheizt ist.
Das Offensivspiel lenken kann Ballack von da hinten schwer. Dabei wäre es nötig gewesen. Spielmacher Mesut Özil ging bis zu seiner Auswechslung in der 67. Minute völlig unter. Für Debütant Thomas Müller war der Gegner noch eine Nummer zu groß und Lukas Podolski konnte diesmal seine Krise in der Nationalelf anders als im Spiel gegen die Elfenbeinküste nicht wegballern. So fiel die gesamt Offensivreihe mehr oder weniger aus.
Mit der Einwechslung von Toni Kroos kam noch einmal neuer Schwung. Allerdings beorderte Löw den Debütanten auf die Außenbahn und nicht auf die Özil-Position. Hier hätte der Jungstar vielleicht mehr bewegen können. Doch auch so produzierte er in der 77. Minute die beste Chance für Deutschland. Nach seiner Vorarbeit zwang Cacau mit einem 25-Meter-Schuss Torwart Sergio Romero zu seiner besten weil fast einzigen Parade.
/ivb/news.de
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