Lange Pause nach OP War's das Tommy?

Haas (Foto)
Tommy Haas wurde bereits dreimal an der Schulter operiert. Bild: dpa

Ausgerechnet Tommy Haas. Ausgerechnet der bestplatzierte deutsche Tennisspieler muss nach einer Hüft-OP lange pausieren - und damit um seine Karriere bangen. Auch das Davis-Cup-Team zeigt sich von der Nachricht schockiert.

Die schlimme Nachricht von der Verletzung von Thomas Haas platzte mitten in die Vorbereitung des deutschen Davis-Cup-Teams auf das Erstrundenspiel in Frankreich. Haas, der den Trip nach Toulon und die erhoffte Rückkehr in die Tennis-Mannschaft abgesagt hatte, droht nach einer Hüftoperation das Karriere-Aus. «Das ist eine Hiobsbotschaft», sagte Kapitän Patrik Kühnen.

Sein von Absagen geplagtes Team um Philipp Kohlschreiber kämpft um eine neuerliche Viertelfinal-Chance gegen Cup-Verteidiger Spanien - und gegen den erstmaligen Gang in die Abstiegsrunde seit 2006. Damals hatte es ebenfalls gegen Frankreich eine Erstrundenpleite gegeben, der letzte Sieg im Davis Cup ist schon 72 Jahre her. Im vorigen Mai war ohne Haas, aber mit Kohlschreiber jedoch ein 3:0-Erfolg beim World Team Cup gelungen.

Kühnen wusste zwar von den körperlichen Problemen von Haas, der schon bei den Australian Open Ende Januar über Probleme geklagt hatte. «Dass er operiert werden musste, war auch für mich überraschend», gestand der Teamchef trotz intensiver Kontakte in den vergangenen Wochen, als Kühnen den 31-Jährigen bewegen wollte, erstmals seit dem verlorenen Halbfinale in Russland 2007 noch einmal für das DTB-Team aktiv zu werden. Doch die Schmerzen waren zu groß.

Fünf Monate Pause

Die lange und auch ohne den ersehnten Grand-Slam-Titel erfolgreiche Karriere forderte bereits mit drei Schulteroperationen großen Tribut. Ob Haas nach dem neuerlichen Eingriff Ende vergangener Woche noch einmal zurückkommen kann, scheint angesichts der mindestens fünfmonatigen Pause äußerst fraglich. «Das ist ein herber Rückschlag - gerade er, der schon so gebeutelt war», meinte Kühnen.

Er glaubt aber an den Kampfeswillen des einstigen Weltranglisten-Zweiten. 2009 trumpfte der auf Rang 18 noch immer bestplatzierte Deutsche in der Weltrangliste noch einmal groß auf. Bei den French Open hätte er Roger Federer im Achtelfinale fast den späteren ersten Triumph in Paris vermasselt. Das Rasen-Turnier in Halle gewann Haas und stieß danach sogar erstmals ins Wimbledon-Halbfinale vor.

«Das war so etwas wie die zweite Karriere, die er angefangen hat», sagte Kühnen. «Nun muss man alles abwarten. Maßgeblich ist, dass Tommy gesund wird.» Zumindest sein privates Glück hat der Wahl-Amerikaner gefunden. Der US-Einbürgerung Ende Januar wird in einigen Monaten die Heirat mit seiner langjährigen Freundin Sara Foster folgen.

Kalte Schultern für Kühnen

Die deutsche Ü-30-Garde mit den Olympia-Zweiten Haas, Rainer Schüttler und dem zuletzt erneut angeschlagenen Nicolas Kiefer nähert sich dem Ruhestand. Doch viele Nachrücker stellen ihre Karriere momentan über den Davis Cup. Philipp Petzschner, Michael Berrer und Florian Mayer ist die eigene Turnierplanung wichtiger, Mischa Zverev fühlt sich nicht in Bestform. Selten bekam Kühnen, der stets mit heißem Herzen dabei ist, so viele kalte Schultern gezeigt.

Umso mehr ist ein weiterer Glanzauftritt von Kohlschreiber nötig. «Ich habe für Deutschland eigentlich immer gut gespielt und bin auch diesmal sehr zuversichtlich», sagte der Bayer selbstbewusst. Rückkehrer Benjamin Becker, Doppel-Spezialist Christopher Kas und Debütant Simon Greul komplettieren das deutsche Quartett. «Dass bei anderen angefragt wurde, spielt für mich keine Rolle. Ich freue mich, dass ich dabei bin», sagte Greul.

Frankreich bietet die Top-15-Spieler Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils auf, dazu mit Michael Llodra einen einstigen Australian-Open-Sieger im Doppel, der wie Julien Benneteau auch im Einzel stark ist. «Die Franzosen spielen in Best-Aufstellung, wir sind sicher Außenseiter», meinte der deutsche Verbandschef Georg von Waldenfels. Die Nein-Sager erinnerte er daran, dass Fernsehpräsenz in Deutschland mehr wert sein kann als das folgende große Turnier in Indian Wells: «Den nationalen Markt zu vernachlässigen, zahlt sich nie aus.»

phs/cvd/ivb/news.de/dpa

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