Anni Friesinger-Postma «Ich dachte, alles ist aus»

Trotz Bauchlandung: Gold für Eisschnellläuferinnen (Foto)
Sie kann es selbst nicht fassen: Anni Friesinger stürzt und holt trotzdem Gold. Bild: dpa

Noch nie war bislang eine Eisschnellläuferin in einem olympischen Rennen bäuchlings über die Ziellinie gerutscht und hat trotzdem gewonnen: Anni Friesinger-Postma strauchelte im Halbfinales des Teamlaufes und sorgte für ein Novum. Im Endlauf gewann das Team mit drei Hundertstel Vorsprung Gold.

Frau Friesinger, bäuchlings durchs Ziel, was ging in Ihnen da vor?

Anni Friesinger-Postma: Die Krux ging ja schon mit dem Strauchler 300 Meter vor dem Ziel los. Da habe ich den Anschluss an die Mädels verloren, habe gebrüllt. Doch in dem Lärm haben sie mich nicht gehört. So habe ich versucht, so recht und schlecht allein durchzukommen. Wie dann der Sturz passierte, weiß ich nicht mehr. Ich dachte nur: Alles ist aus. Jetzt habe ich den Mädels alles kaputt gemacht.

Was dachten sie dann beim Blick auf die Anzeigetafel?

Friesinger-Postma: Erst wollte ich gar nicht hinschauen. Aber dann habe ich die 1 aufleuchten sehen und dachte nur: Gott sei Dank.

Auf der Zielgeraden haben sie den Schlittschuh ruckartig nach vorn geworfen, warum?

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Friesinger-Postma: Im Schlittschuh ist der Transponder, der die Zeitnahme auslöst. So haben wir ein paar wichtige Hundertstel gut gemacht. Da hatten wir natürlich das Glück auf unserer Seite. Aber ich kämpfe immer bis zum Letzten, auch wenn es aussichtslos scheint.

Von der Hallensprecherin wurden Sie schon gefragt, ob sie die neue Sportart «Swimming on Ice» kreiert hätten. Fanden Sie das spaßig?

Friesinger-Postma: Jetzt kann ich darüber lachen. Aber in dem Moment, als ich da auf dem Eis lang krabbelte, war mir nicht danach zumute.

Im Finale mussten sie den drei Team-Gefährtinnen zuschauen. Was dachten Sie während des Rennens, als die drei so klar zurücklagen?

Friesinger-Postma: Es war schrecklich, das Finale von außen mitanzusehen. Ich wäre auch mit Silber schon sehr glücklich gewesen. Aber so war es natürlich viel schöner. Die Steffi (Stephanie Beckert, Anm. d. Red.) ist unsere Lokomotive. Wahnsinn wie sie das Rennen am Ende aus dem Feuer gerissen hat.

Wie fällt nun Ihre Gesamt-Bilanz von Vancouver aus?

Friesinger-Postma: Das war eine Karussellfahrt: Auf und Ab. Mit den Ergebnissen auf den Einzelstrecken konnte ich nicht zufrieden sein. Aber mit diesen Verletzungsproblemen im Vorfeld durfte ich vielleicht auch nicht zu viel erwarten. Der Teamerfolg entschädigt für vieles.

kru/news.de/dpa

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