Ohne Chance beim US-Sieg Kombinierer vom Winde verweht

Kircheisen (Foto)
Ein unzufriedener Björn Kircheisen. Nach dem Sprungwettbewerb lag er auf Rang zwölf, am Ende wurde er 20. Bild: dpa

Ein fragwürdiger Sprungwettkampf hat Deutschlands Nordische Kombinierer im olympischen Einzel-Wettkampf um die Medaillenchance gebracht. Als Bester des DSV-Quartetts belegte Björn Kircheisen den 20. Platz.

«Er hat nichts drauf gehabt heute. Das war kein fairer Wettkampf heute», sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, dessen Kombinierer bei Olympia erstmals seit 1998 ohne Einzelmedaille blieben. Hinter Demong, der das erste nordische Ski-Gold bei Olympia für die USA holte, wurde dessen Landsmann Johnny Spillane Zweiter nach einem Sprung von der Großschanze und dem anschließenden 10-Kilometer-Langlauf. Platz drei sicherte sich Bernhard Gruber aus Österreich.

«Es ging beschissen heute. Ich tue mich schwer im Laufen, es ging nicht so flüssig. Ich kann es auch nicht erklären», ärgerte sich Kircheisen, der als Zwölfter nach dem Springen in der Loipe noch einmal acht Plätze verlor. Auch Georg Hettich, Tino Edelmann und Eric Frenzel hatten keine Chance mehr, nach vorne zu kommen. Hettich wurde als zweitbester DSV-Kombinierer 24., Edelmann kam auf Rang 29, Frenzel belegte sogar nur den 40. Rang.

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«Das hatte nichts mit Olympia zu tun»

«Man hätte nicht springen dürfen! Das war ein unfairer Wettbewerb, der nichts mit Olympia zu tun hatte», schimpfte Weinbuch nach dem Springen, das bei drehenden Winden und Schneeregen zunächst abgebrochen und dann mehrmals unterbrochen werden musste. Die Jury wählte einen Windkorridor, der alles erlaubte, um den ersten Teil des Wettkampfs durchzuziehen. Nach 31 von 46 Springern war zunächst der erste Anlauf abgebrochen und dann komplett neu gestartet worden.

Selbst FIS-Renndirektor Ulrich Wehling, in den 80er Jahren dreimal Kombinations-Olympiasieger, räumte ein, dass auf der Schanze nicht alles regulär abgelaufen war: «Dieses Springen war für uns kein Ruhmesblatt, aber die Situation war auch nicht so, dass man nicht hätte springen können. Wir waren in dieser Saison von der neuen Windregel verwöhnt. Dass die hier nicht angewandt werden konnte, traf uns mit voller Härte.»

Kircheisen kann Tempo nicht mithalten

Kircheisens Rückstand von 1:13 Minuten war in der Loipe nicht wettzumachen, zumal zwei Tage nach dem Team-Wettbewerb auch die Kraft fehlte. «Wir haben es nicht geschafft, uns zu regenerieren. Der Björn hat heute keinen guten Tag erwischt», erklärte Weinbuch. Der Johanngeorgenstädter kämpfte sich zunächst Platz um Platz nach vorne, während an der Spitze das US-Duo mit Spillane und Demong mächtig Druck machte. Schon nach 4,5 Kilometern hatten beide den nach dem Springen führenden Gruber überholt. Dann konnte Kircheisen das Tempo seiner Gruppe nicht mehr mithalten und fiel aussichtslos zurück.

«Das sind alles keine fairen Bedingungen. Bei Olympia sollte es fair zugehen», hatte er schon nach dem ersten Teil des Wettkampfes trotz seines passablen 123,5-Meter-Sprungs geschimpft. «Wenn man es realistisch sieht, ist der Zug abgefahren», meinte er - und sollte Recht behalten. Turin-Olympiasieger Hettich kam bei seinem Debüt in Whistler auf 121,5 Meter. «Mehr war nicht drin», sagte der Schwarzwälder, der nach dem Springen schon 1:23 Minuten hinter dem Führenden lag. Noch weiter zurück waren Edelmann als 35. und Frenzel als 41.

phs/ivb/news.de/dpa

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