So., 12.02.12
Olympische Winterspiele

Viktoria Rebensburg «Ich habe Gold gewonnen!»

Artikel vom 25.02.2010

Ihr Sieg ist eine Sensation: Viktoria Rebensburg ist Überraschungs-Olympiasiegerin im Riesenslalom. Als zweitjüngste deutsche Alpin-Dame holte die 20-Jährige Gold. Ein Ergebnis, mit dem sie selbst nicht gerechnet hätte.

Deutschland hat mit zwei Goldmedaillen die meisten bei den Alpin-Damen. Haben Sie die Medaillenzählerei verfolgt?

Rebensburg: Ich hatte da einen Blick drauf. Aber dass es so kommt, habe ich nicht erwartet. Ich habe eine Medaille erhofft, aber nicht Gold. Aber es ist passiert. Es ist cool. Es ist fantastisch.

Haben Sie die großen Skirennfahrerinnen der 90er Jahre, wie Katja Seizinger, inspiriert?

Rebensburg: Ja. Das war so. Seizinger war mein Idol. Sie hatte so viele Erfolge und Goldmedaillen. Ich habe immer zu ihr aufgeschaut.

Was ist die Goldmedaille im Vergleich zu ihren Titeln bei Junioren-Weltmeisterschaften wert?

Rebensburg: Das kann man gar nicht vergleichen. Ich habe eine Goldmedaille bei Olympia gewonnen. Das habe ich nie erwartet. Das ist das Höchste, was man erreichen kann.

Und das, obwohl Sie im Weltcup kein Rennen gewinnen konnten...

Rebensburg: Stimmt. Ich habe zwar noch kein Rennen gewonnen, aber ich habe schon vorher gewusst, dass ich es kann. In Cortina war ich das erste Mal auf dem Podium, obwohl ich ein paar Fehler gemacht habe. Es muss an so einem Tag wirklich alles zusammen passen. Dass es genau bei Olympischen Spielen passiert ist, ist natürlich Wahnsinn.

Wie haben Sie die Verschiebung des zweiten Durchgangs von Mittwoch auf Donnerstag erlebt.

Rebensburg: Es war hart zu warten. Der Druck war höher. Ich habe gesagt, bleib cool und ruhig, fahr einfach den zweiten Lauf. Ich habe einfach versucht, gut Ski zu fahren. Es war hart, aber im Endeffekt denke ich, dass es gut für mich war, denn ich habe gewonnen.

Wie sind Sie mit dem Risiko des Angriffs umgegangen. Vollgas?

Rebensburg: Natürlich, sonst gewinnt man nichts. Ich habe schon ein paar Situationen gehabt, in denen es brenzlig war. Es war auf alle Fälle nicht leicht zu fahren. Am Ende war ich in der Lage zu beschleunigen.

Und wie war es, als Sie als Führende im Ziel standen und noch fünf Fahrerinnen oben standen?

Rebensburg: Schrecklich.

Ist es hilfreich, eine Frontfrau wie Maria Riesch im Team zu haben?

Rebensburg: Sie ist die Nummer eins in unserem Team. Das ist gut für uns. Ich bin ein bisschen jünger als sie, sie hat viel erreicht. Der Druck für uns ist dadurch nicht so hoch. Sie hat vor ein paar Tagen Gold gewonnen und jetzt habe ich dasselbe gemacht. Verrückt.

Warum waren bei Olympia bislang so viele junge Skirennfahrerinnen gut?

Rebensburg: Ich denke, wir fahren gut Ski. Wir können mit den Älteren mithalten, vor allem in den technischen Disziplinen. Im Speedbereich ist es härter, an der Spitze zu sein. Wir versuchen, uns alle zu verbessern und vielleicht denken wir weniger nach.

 

Viktoria Rebensburg (20) debütierte 2006 im Weltcup. Ihre bislang beste Platzierung erzielte sie am 24. Januar 2010 in Cortina d'Ampezzo, als die ausgebildete Zollwachtmeisterin aus dem bayrischen Kreuth auf den zweiten Platz im Riesenslalom fuhr.

kru/ivb/news.de/dpa
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