Silbermedaille Angerers «perfektes Rennen»

Nach einer taktischen Meisterleistung ist Tobias Angerer zu Silber gest├╝rmt und hat den deutschen Langl├Ąufern die erste Medaille bei den olympischen Wettbewerben in Whistler beschert.

Tobias Angerer jubelt. Er hat die erste Medaille f├╝r die deutschen Langl├Ąufer in Vancouver geholt. Bild: dpa

Vier Jahre nach dem Gewinn von Bronze ├╝ber 15 Kilometer in Turin wurde der 32 Jahre alte Vachendorfer Zweiter in der Doppelverfolgung ├╝ber 30 Kilometer und gewann mit Silber sein viertes olympisches Edelmetall. «Ich bin ├╝bergl├╝cklich. Es war ein perfektes Rennen. Beim Skaten ging es von Runde zu Runde schneller. Aber ich war mir so sicher, dass ich diese Medaille gewinnen», sagte Angerer, der ├╝ber 15 Kilometer den siebten Platz belegt hatte.

Gold holte nach einem furiosen Schlussspurt der Schwede Marcus Hellner. Bronze ging an dessen Landsmann Johan Olsson, der das Feld mit seinem Ausrei├čversuch bis einen Kilometer vor dem Ziel angef├╝hrt hatte. Bei fr├╝hlingshaften Temperaturen war es auch Angerers Verdienst, dass die Verfolgergruppe den schon enteilten Olsson noch abfangen konnte. «Am Anfang war es etwas schnell. Da stand ich kurz vor einem Sonnenstich», gestand Angerer, den Bundestrainer in h├Âchsten T├Ânen lobte: «Das hat er sich ├╝ber alle Ma├čen verdient. Er hat das sehr clever gemacht. Es ist alles so super. Und auch Fips hat eine grandiose Leistung geboten.»

FOTOS: Olympia Die Spiele in Bildern

«Fips» Jens Filbrich aus Frankenhain beendete das Rennen bei seinem ersten Auftritt in Whistler an sechster Stelle. Mit dieser Platzierung war er mehr als zufrieden. «Form, Material und Strecke passen. Jetzt will ich auch noch eine Medaille.» Rene Sommerfeldt aus Oberwiesenthal wurde 21. mit 2:00,5 Minuten R├╝ckstand auf den Sieger. Der als Ersatz f├╝r den erk├Ąlteten Axel Teichmann aufgebotene Tom Reichelt aus Oberwiesenthal belegte mit einem R├╝ckstand von 6:01,8 Minuten den 35. Rang.

Sich in der Spitzengruppe zeigen und bei Ausrei├čversuchen mitgehen lautete die taktische Vorgabe f├╝r die bei der ersten Olympia- Entscheidung ├╝ber 15 Kilometer abgeh├Ąngten deutschen Langl├Ąufer. Bei seinem ersten Einsatz in Whistler erf├╝llte vor allem Filbrich diese Forderung des Trainers. Der 30-J├Ąhrige aus Frankenhain hielt auf der Klassik-Strecke engen Kontakt zu den F├╝hrenden, und auch Angerer und Sommerfeldt blieben in Lauerstellung. Vorne machte Lukas Bauer vom ersten Meter an m├Ąchtig Druck. Durch das hohe Tempo des Tschechen wurde das Feld fr├╝hzeitig auseinandergerissen und auch Reichelt verlor schon bald den Anschluss.

VIDEO: Anschauen und mitmachen!
Video: news.de

Zum Skiwechsel kamen Filbrich als Vierter und Angerer als Neunter. Mit einer Energieleistung holte Sommerfeldt auf der wenig geliebten Klassikstrecke einen R├╝ckstand von 13 Sekunden auf und startete ebenfalls noch als Mitglied der Spitzengruppe in den Freistilteil. Zur Halbzeit versch├Ąrfte der Schwede Olsson pl├Âtzlich das Tempo und zog an der Spitze davon, w├Ąhrend seine Landsleute Hellner und Anders Soedergren versuchten, das Feld zu «bremsen». Die Teamorder der Skandinavier schien aufzugehen, denn der 29 Jahre alte Olsson baute seinen Vorsprung auf bis auf 25 Sekunden aus, w├Ąhrend sich im Feld die Favoriten belauerten. Doch Olssons mutige Flucht wurde am Ende nicht mit Gold belohnt, auch weil Angerer aufs Tempo dr├╝ckte.

oro/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig