Vonn fährt in den Olymp
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US-Speedkönigin Lindsey Vonn hat dem zentnerschweren Gold-Druck stand gehalten - Maria Riesch ihre erste olympische Enttäuschung kassiert. Schwere Stürze überschatteten jedoch die Abfahrt der Damen.
1:44,19 Minuten dauerte für den 25 Jahre alten amerikanischen Alpin-Star die Fahrt in den Abfahrtsolymp und zum ersten Sieg im gehypten Dauerduell der Winterspiele. Bei ihrer eindrucksvollen Vorstellung am Mittwoch in Whistler deklassierte die Doppel-Weltmeisterin die Konkurrenz. Riesch lag 2,07 Sekunden zurück - das reichte nicht fürs Podest.
Hinter Vonn fuhr Teamkollegin Julia Mancuso 56/100 Sekunden zurück auf der äußerst anspruchsvollen Piste «Franz's Run» auf Platz zwei. Bronze ging an die Österreicherin Elisabeth Görgl. Der anspruchsvolle Kurs war für die Fahrerinnen an der Grenze des Vertretbaren - auch eine Ausnahme- Könnerin wie Anja Pärson stürzte schwer.
Vonn schrie ihre Freude im Ziel lauthals hinaus und ließ sich in den Schnee fallen. Die Last, die von der in der Vorbereitung auf «ihr» olympisches Fest von einer Schuhrandprellung gehandicapten Gesamtweltcupsiegerin abfiel, war spürbar. Alle hatten den Sieg von ihr erwartet, gar verlangt - das Strahle-Girl kam dem nach.
Riesch von Pärson-Sturz beeindruckt
Unmittelbar vor Rieschs Start war die Schwedin Anja Pärson nach guter Zwischenzeit von einer Bodenwelle niedergedrückt am Zielsprung gestürzt. Die mehrfache Weltmeisterin humpelte ins Ziel und wurde behandelt. So musste Maria Riesch noch länger auf ihren Start warten - keine gute Voraussetzungen.
In der Führung hatte Vonn die Riesenslalom-Olympiasiegerin von Turin, Mancuso, abgelöst. Vor deren Start hatte US-Teamkollegin Stacey Cook das «Go» nach oben gefunkt: «Der Schnee ist absolut kein Problem, Ihr könnt es runterhauen.» Mancuso war die erste, die Vollgas gab. «Sie war voll von sich überzeugt», sagte Olympiasieger Markus Wasmeier am ARD-Mikro. Noch mehr Vertrauen in die eigene Stärke hatte Vonn.
Pech hatte die Slalom-Weltmeisterin Riesch bei der Auslosung: Mit Startnummer 22 ging sie erst eine Viertelstunde nach Vonn auf die Piste, die als 16. auf bessere Bedingungen hoffen durfte und die Gunst der Stunde auch dank ihres Ausnahmekönnens nutzte. Aus der Leaders-Box winkte sie ihren Fans freudestrahlend. Eine Mütze mit den olympischen Ringen wärmte ihren Kopf - später erwärmte die Goldmedaille ihr Herz.
Schwere Stürze
Nach den Wetterkapriolen der Vortage präsentierte sich Whistler-Creekside am Mittwoch mit Bilderbuchwetter. Und Franz's Run, die Piste, war nicht mehr ganz so ruckelig wie beim einzigen Training. Riesch hatte da noch über eine «Rumpelkiste» gemeckert, Pärson gar von einer «Buckelpiste» gesprochen. Aber leicht ist anders. Zwar präsentierte sich die Piste etwas glatter, doch wurde den Fahrerinnen alles abverlangt. «Eine große Herausforderung für die Mädels: eine unruhige Piste, man braucht Kraft und Mut», urteilte Doppel-Olympiasieger Wasmeier.
Es kam zu einigen Stürzen. Dominique Gysin aus der Schweiz kam im Zielsprung zu Fall, doch nach kurzer Behandlungspause stand sie wieder auf. Daniela Merighetti hob schon vorher auf der Strecke ab, kam aber wohl auch mit dem Schrecken davon. Gerade einmal aus dem Starthaus schaffte es Marion Rolland (Frankreich), bis auch sie im Schnee lag.
hem/news.de/dpa
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