Tino Edelmann «Edel» gibt den Takt vor

Tino Edelmann hat Rhythmus im Blut: In seiner Freizeit ist der Zella-Mehliser Frontmann einer Indie-Punk-Band, bei Olympia soll er f√ľr die Nordischen Kombinierer eine Medaille gewinnen.

Tino Edelmann (Foto)
Daumen hoch: Im Training war Tino Edelmann Drittbester beim Springen. Bild: dpa

Tino Edelmann wei√ü, wo die Musik spielt. Auf der B√ľhne f√ľhrt der Nordische Kombinierer eine Indie-Punk-Band an, im Wintersport kennt man ihn seit der vergangenen Saison. Platz zwei bei den Weltmeisterschaften in Liberec machte den Zella-Mehliser bekannt. Nun geh√∂rt Edelmann zu den Favoriten f√ľr den olympischen Einzelwettbewerb im Whistler Olympic Park.

Doch der Olympia-Neuling d√§mpft die Erwartungen. «Ich bin dabei, das ist ein Erfolg. Klar will ich soweit vorn wie m√∂glich sein, aber ich lasse mich von au√üen nicht unter Druck setzen. Ich habe selbst einen hohen Anspruch, den will ich erf√ľllen», sagt der 24-J√§hrige, der wie die anderen deutschen Starter - Bj√∂rn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Johannes Rydzek (Oberstdorf) - im Training noch Probleme mit der kleinen Schanze im Olympic Park hatte. «Wir waren ein paar Zehntel in der Anlaufgeschwindigkeit hinter den anderen. Aber die finden wir bis zum Wettkampf noch. Ich pers√∂nlich habe aber auch noch zwei kleine technische Fehler, an denen ich arbeite», bemerkte Edelmann.

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Spektakulärer Sturz bei der Generalprobe

Dass er seinen olympischen Traum nun verwirklichen kann, das hing am seidenen Faden. Beim letzten Weltcup vor den Spielen im √∂sterreichischen Seefeld war er im Probedurchgang spektakul√§r gest√ľrzt. Eine schwere Knieverletzung schien nicht ausgeschlossen. «Ich war an diesem Tag bei sieben √Ąrzten. Zum Gl√ľck bin ich bei der Bundeswehr und damit gut versicherte», sagte Edelmann grinsend.

Gl√ľcklicherweise wurde nur eine B√§nderdehnung diagnostiziert. Drei Tage nach dem Sturz stand er wieder auf der Schanze und absolvierte in Oberstdorf mit den anderen Vancouver-Fahrern Trainingsspr√ľnge. «Es ist alles wieder okay. Es war wichtig, gleich wieder zu springen, um den Sturz aus dem Kopf zu bekommen», sagte er.

Bei den olympischen Entscheidungen spielt das Missgeschick keine Rolle mehr. Da muss sich Edelmann der sehr starken Konkurrenz stellen, allen voran Weltcup-Spitzenreiter Jason Lamy Chappuis. Der Franzose springt in diesem Winter konstant Spitzenweiten - auch in Whistler. Aber auch die Finnen um R√ľckkehrer Hannu Manninen, die √Ėsterreicher mit dem zweimaligen Olympiasieger Felix Gottwald oder die Amerikaner mit dem Doppel-Weltmeister von Liberec Todd Lodwick an der Spitze melden massiv Anspr√ľche auf das Edelmetall an. Und so denkt Bundestrainer Hermann Weinbuch in erster Linie daran, wenigstens einen seiner drei Spitzenleute vorn dabei zu haben. Ob der Edelmann, Kircheisen oder Frenzel hei√üt, ist dabei zweitrangig.

kru/news.de/dpa

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