Dunkle Wolken über Vancouver
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Wenige Stunden vor Beginn der XXI. Olympischen Winterspiele macht den Organisatoren in Vancouver nicht nur das Wetter zu schaffen. 30 Athleten wurde wegen Dopings die Anreise verweigert. Die Fälle seien laut Wada jedoch nicht überraschend.
Kanada fiebert nach siebenjähriger Vorbereitungszeit der Eröffnung der XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver entgegen. Die Wetterkapriolen bereiten den Organisatoren um ihren Chef John Furlong jedoch weiterhin Sorgen. «Aber ich bin zuversichtlich, dass alles glatt laufen wird. Für diesen Tag haben wir so hart gearbeitet. Wir sind bereit. Vancouver ist bereit, die Sportstätten sind bereit», sagte Furlong.
Bob-Pilot André Lange wird vor einem Milliarden-Fernsehpublikum eine ganz besondere Ehre zuteil: Der dreimalige Goldmedaillengewinner darf am Freitag (18 Uhr Ortszeit/Samstag 3.30 MEZ) als Fahnenträger die deutsche Mannschaft anführen. «Das wird ein bewegender Moment für mich. Ich könnte mir vorstellen, dass mir richtig mächtig die Gänsehaut den Rücken runterläuft», sagte der Oberhofer, nachdem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihn auserwählt hatte.
Die Meteorologen sagen für das Spektakel Regenschauer bevor, doch die Sportler, 55.000 Zuschauer und Ehrengäste werden im Trockenen sein: Die Eröffnungsfeier im BC Place Stadium findet erstmals bei Olympia unter geschlossenem Dach statt. Augenzeugen berichteten von einer atemberaubenden Show bei der Generalprobe, waren aber zum Stillschweigen verdonnert worden. Die Eishockey-verrückten Gastgeber spekulieren damit, dass ihr Sportheld Wayne Gretzky die olympische Flamme entzünden wird.
Dopingfälle sind «nicht überraschend»
Kurz vor der Eröffnung rückte das Dauerthema Doping wieder in den Mittelpunkt. Die erschreckend hohe Zahl von mehr als 30 positiven Proben sorgte für Aufruhr. Die für die vorolympischen Doping- Kontrollen verantwortliche Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) habe mitgeteilt, dass man mehr als 30 Athleten daran gehindert habe, «zu den Winterspielen zu kommen». Dies berichtete zunächst IOC-Mediendirektor Mark Adams. Der Wirbel ist nach Angaben der Wada jedoch überzogen. «Die Fälle sind nicht überraschend und meistens bekannt», erklärte Präsident John Fahey.
Dazu zählten auch die Causa der deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und die der elf überführten russischen Ski-Athleten. Weitere Namen oder konkrete Angaben über Athleten, Sportarten oder den Zeitpunkt der Tests nannte die Wada nicht. «Nein, dazu können wir nichts sagen», so Fahey.
Die angekündigten Demonstrationen von Olympia-Gegnern am Tag der Eröffnungszeremonie und am ersten Wettkampftag sieht das Organisationskomitee Vanoc gelassen. «Es ist selten, dass an einem normalen Wochenende in Vancouver nicht protestiert wird, aber der Sicherheitsdienst wird dafür sorgen, dass jeder eine tolle Erfahrung haben wird», versprach Furlong.
Dunkle Wolken ziehen auf
Das Wetter in Whistler hat den Olympia-Organisatoren derweil schon einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Abfahrts-Testlauf für die Super-Kombination am Sonntag wurde für Maria Riesch & Co. nach nur zwei Starterinnen abgebrochen. Nebel und Schneefall sorgten auch heute wieder für eine Verschiebung, ehe zwei Stunden später die Absage erfolgte.
Riesch verabschiedete sich zum Slalom-Training. Die Amerikanerin Stacey Cook verletzte sich bei einem Sturz und wurde per Hubschrauber abtransportiert. Beim Herren-Training war der Österreicher Michael Walchhofer nach der Disqualifikation des Schweizers Didier Cuche der Schnellste.
Schneesturm, Regen, Nebel und trübe Aussichten: Über dem Wettkampf-Programm des Eröffnungswochenendes ziehen immer dunklere Wolken auf. Zwar verwandelte ein überraschend aufgezogener Schneesturm die Freestyle-und Snowboard-Anlage an Vancouvers Hausberg Cypress Mountain in ein weißes Wintersport-Paradies. Doch angekündigter Dauerregen könnte in den kommenden Tagen die weiße Pracht vor den Buckelpisten-Entscheidungen am Samstag und Sonntag wieder dahin schmelzen lassen.
cvd/phs/news.de/dpa
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