Die Angst vor dem Mittelmaß
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Werder Bremen hat nach der erfolgreichen Hinrunde seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen und droht ins Mittelfeld abzurutschen. Einen Tag nach dem 111. Geburtstag ist ausgerechnet Liga-Schlusslicht Hertha BSC zu Gast.
Klub-Geburtstag im Zeichen der Krise: Bei Werder Bremen grassiert vor dem Duell gegen den Tabellenletzten Hertha BSC am Freitag die Angst vor der sportlichen Bedeutungslosigkeit. Ausgerechnet zum 111-jährigen Bestehen steckt der Fußball-Bundesligist in einer schweren Krise. Nach fünf Niederlagen in Serie und insgesamt sieben Punktspielen ohne Erfolg ist Werder gegen die scheinbar abgeschlagene Hertha zum Siegen verdammt. Wie in der vergangenen Saison droht den Hanseaten ein frühzeitiger Absturz in das Liga-Mittelmaß.
Und wie im Vorjahr stellt sich der Klubchef frühzeitig hinter Coach Thomas Schaaf. «Bei uns steht der Trainer überhaupt nicht zur Diskussion», sagte Allofs unmissverständlich. Erst Mitte Dezember 2009 hatte der DFB-Pokalsieger den Vertrag mit dem dienstältesten Bundesliga-Coach vorzeitig bis 2012 verlängert. Vorausgegangen war eine Serie von 23 Pflichtspielen ohne Niederlage. «Jetzt soll alles anders sein. Das machen wir nicht mit», versicherte Allofs. Der Negativtrend erfüllt ihn jedoch mit Sorge: «Wir müssen grundlegend anders spielen, wir können nicht derart offensiv denken und uns dann so die Tore einfangen.»
Die Verunsicherung in der Mannschaft ist spürbar. Der fünfte Rang, der für die Qualifikation zur Europa League berechtigt, ist in weite Ferne gerückt. «Keiner belächelt die Situation und geht sie locker an», bekannte auch Schaaf. Mit neuem Personal und möglicherweise einer Systemänderung soll gegen Hertha die Wende zum Guten gelingen. Für die zuletzte indisponierten Tim Borowski und Winter-Neuzugang Aymen Abdennour rücken wohl Peter Niemeyer und Petri Pasanen ins Team. Zudem denkt Schaaf über ein kompakteres System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern nach, um in der Jubiläumswoche die Trendwende mit einem Sieg einzuleiten.
Schicksalsschlag für Klaus Allofs
Neben der sportlichen Krise drückt ein Schicksalschlag im Hause Allofs auf das Werder-Gemüt. Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin hat der Klubchef in dieser Woche alle offiziellen Termine abgesagt. Allofs wird weder bei den Feiern noch beim Spiel am Freitag anwesend sein. Dennoch soll der Klub-Geburtstag gebührend begangen werden. Spätestens zum traditionellen Ball «Grüne-Weiße Nacht» am Samstag soll wieder Feierlaune herrschen. Schon am Freitag ist zum Spiel gegen die Hertha ein festlicher Rahmen bereitet.
Die Fans haben eine spezielle Choreographie vorbereitet, Vertreter von 111 Fanklubs stehen beim Einlaufen Spalier und die Spieler laufen in Jubiläumstrikots auf.
Die Hertha will den Bremern das Jubiläum allerdings gründlich verderben und endlich den Anschluss im Kampf um den Klassenverbleib schaffen. «Viel wird nicht mehr von ihnen erwartet, umso befreiter können sie aufspielen», warnte Schaaf vor dem Schlusslicht, das sich nach der Winterpause deutlich kompakter präsentiert. Als einzige Bundesliga-Mannschaft ist die Hertha in der Rückrunde noch ohne Gegentor. Gäste-Coach Friedhelm Funkel wird voraussichtlich wieder auf den zuletzt angeschlagenen Fabian Lustenberger zurückgreifen können. Dann muss für ihn wohl Patrick Ebert weichen.
kru/oro/news.de/dpa
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