«In Bremen gibt es keine Trainerdiskussion»
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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Artikel vom 04.02.2010
Der frühere Nationalstürmer ist einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte von Werder Bremen. Zum 111. Geburtstag des Vereins sucht Marco Bode bei news.de Gründe für die derzeitige Krise und blickt auf die vergangenen Jahre zurück.
Herr Bode, heute wird Werder Bremen 111 Jahre alt. Feiern Sie oder trauern Sie wegen der aktuellen misslichen Lage?
Bode: Grundsätzlich sollte man heute oder an diesem Wochenende die kurzfristigen Probleme ein Stück ausblenden und sich daran erfreuen, dass ein so traditioneller Verein dieses Jubiläum mit so vielen Erfolgen in den vergangenen Jahrzehnten feiern kann. Da hat man schon das Recht, mal ein paar Tage nicht auf die Tabelle zu schauen.
Dennoch: Woran liegt es, dass die beeindruckende Erfolgsserie der Hinrunde jetzt in die andere Richtung geht?
Bode: Ich denke, die Spieler wissen selbst nicht so genau, warum man jetzt in dieses Loch gefallen ist. In der Hinrunde hat die Mannschaft - insbesondere was das Defensiv-Verhalten angeht - einen so stabilen Eindruck gemacht wie seit Jahren nicht mehr. Irgendwie sind die Spieler durch die zwei Niederlagen vor der Winterpause aus dem Tritt gekommen und dann schlecht in die Rückrunde gestartet. Sie schaffen es in der Defensive im Moment nicht, die Angriffe der Gegner zu unterbrechen - da meine ich nicht einzelne Spieler, sondern die ganze Mannschaft. Man hat es ja im letzten Spiel gesehen: Werder schießt auswärts drei Tore und verliert trotzdem das Spiel.
Liegen die Gründe vielleicht schon in der Vorsaison, als sich Bremen plötzlich im Mittelmaß wiederfand?
Bode: Naja, grundsätzlich muss man da auch den großen Blick auf Werder werfen. Da wurde mit den finanziellen Möglichkeiten, die man in Bremen nun einmal hat, außergewöhnlich viel erreicht. Es ist ganz normal, dass das Pendel nach fünf Champions-League-Teilnahmen in Folge und dem Double 2004 auch mal ein wenig in die andere Richtung ausschlägt. Das war schon eine ungewöhnlich erfolgreiche Zeit. Im vergangenen Jahr war die Situation eine andere als heute. Damals hatte man eine Mannschaft, in der Diego im Mittelpunkt stand. Und das hat nicht mehr so gut funktioniert wie zuvor.
Wie beobachten Sie die aktuelle Entwicklung der jungen Offensivspieler wie Marko Marin oder Mesut Özil?
Bode: Da muss man unterscheiden. Ich bin sehr positiv überrascht, was Marko Marin angeht. Da waren wir uns ja alle auch nicht hundertprozentig sicher, dass er in seiner ersten Saison bei einem Bundesliga-Spitzenklub so konstant spielen wird. Selbst in den letzten Spielen, als es nicht so lief, war er noch einer, der für positive Zeichen gesorgt hat.
Und Özil?
Bode: Özil steckt in einem kleinen Tief. Aber das ist normal. Er hat einen unglaublich erfolgreichen Weg gehabt, aber er ist rein physisch noch nicht so stabil - aufgrund seines Alters kann er das vielleicht auch noch nicht sein. Man sollte also nicht zu enttäuscht sein, man merkt ihm den Kräfteverschleiß schon an.
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