Heidfeld zum Testfahrer degradiert
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Die Hoffnung auf ein Stamm-Cockpit hat sich zerschlagen, aber Nick Heidfeld bleibt der Formel 1 dennoch erhalten. «Quick Nick» vervollständigt das deutsche Team von Mercedes GP und wird Testfahrer für Michael Schumacher und Nico Rosberg.
Mercedes Grand Prix hat am Vormittag erwartungsgemäß die Verpflichtung von Nick Heidfeld als Reservist für Rekord-Champion Michael Schumacher und Nico Rosberg für die Formel-1-Saison 2010 bekanntgegeben. «Natürlich wäre mir ein Platz als aktiver Fahrer lieber gewesen, aber ich bin stolz, zum Silberpfeil-Team zu gehören», sagte Heidfeld. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einer weiteren Verstärkung des Teams: «Wir kennen einander seit vielen Jahren und ab 1997 wurde Nick von uns als Fahrer unseres Junior-Teams unterstützt.»
Nach dem Rückzug von BMW hatte Heidfeld vergeblich auf einen festen Sitz beim Nachfolgeteam Sauber, Renault und einigen anderen Rennställen spekuliert. Auch der Traum, bei Mercedes Grand Prix als zweiter Fahrer neben dem schon lange feststehenden Rosberg geholt zu werden, hatte sich nicht erfüllt. Der Stuttgarter Konzern krönte das Comeback der Silberpfeile mit dem Coup, PS-Pensionär Schumacher nach drei Jahren Pause zu reaktivieren. So blieb der Abstieg zum Ersatz- und Testpiloten für den 32 Jahre alten Mönchengladbacher die einzige Alternative.
Das Ende einer glanzlosen Karriere
Heidfeld gewann in zehn Jahren Formel 1 keinen einzigen Grand Prix. In insgesamt 167 Rennen für die Teams Prost (2000), Sauber (2001 - 2003), Jordan (2004), Williams (2005) und BMW Sauber (2006 - 2009) stand er nur zwölfmal auf dem Podium. Als WM-Fünfter erreichte «Quick Nick» 2007 sein bestes Gesamtresultat. Angesichts der stark limitierten Testtage werden sich Heidfeld wohl kaum Gelegenheiten für viel Fahrpraxis bieten, zumal Schumacher wegen seiner langen Pause jeden Kilometer nutzen will und auch für Rosberg nach dem Umstieg von Williams bei den Schwaben alles neu ist.
«Ich habe erlebt, wie engagiert jeder im Team ist und mir geht es genauso. Ich werde Michael und Nico nach Kräften unterstützen», kündigte der zweifache Familienvater seine volle Unterstützung für das Stamm-Duo an. Sollte einer der beiden ausfallen, wäre er der Nachrücker.
Der Druchbruch blieb ihm verwehrt
Teamchef Ross Brawn bezeichnete es als eine große Freude, «einen Fahrer vom Kaliber und mit der Erfahrung von Nick Heidfeld als Ersatz- und Testfahrer für 2010 im Team zu haben». Er sei sich sicher, dass dieser einen Beitrag zur Entwicklung des Boliden mit den Namen MGP W01 leisten werde. Haug führte es auch auf die Umstände zurück, dass der ehemalige Mercedes-Junior in der Formel 1 nicht «den absoluten Durchbruch» geschafft habe: «Aber Nick kann was, das wird er bei uns einbringen und beweisen.»
Heidfeld durfte nach dem Titelgewinn in der deutschen Formel-3-Meisterschaft 1997 erstmals einen McLaren Mercedes testen. Für das britisch-deutsche Team war er 1998 und 1999 Testfahrer. In beiden Jahren bewies er sein Talent in der höchsten Nachwuchsklasse Formel 3000, der heutigen GP2: Nach der Vizemeisterschaft holte er 1999 den Titel und löste damit das Ticket für die Formel 1.
mas/oro/news.de/dpa
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