Grün-Weiße Geschichte
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Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Artikel vom 04.02.2010
Werder Bremen feiert sein 111-jähriges Bestehen. Zum Geburtstag beschenkt sich der Klub mit einer ausgemachten Krise. Trotzdem hat der Verein genügend Gründe zum Feiern. Die Geschichte von Werder beginnt mit ein paar Jungs und einem beim Tauziehen gewonnenen Ball.
Als Spielort wird der an der Weser gelegene Stadtwerder gewählt, ein Landstück, das vom Fluss aufgeschwemmt wurde. Daher auch der Vereinsname Werder Bremen. Zunächst als FV Werder Bremen gegründet, seit 1920 zum Sportverein Werder von 1899 umbenannt, heißt der Verein seit 1946 SV Werder Bremen. 1933 wurde an dieser Stelle das Weserstadion errichtet - bis heute Heimstätte der Grün-Weißen.
Erste Titel
Erste Erfolge stellen sich Anfang der 1960er Jahre ein. 1961 gewinnt Werder den DFB-Pokal. Zwei Jahre später gehört der Verein nach dem Hamburger SV und Eintracht Braunschweig zum Gründungszirkel der Bundesliga. Nur zwei Jahre später wird an der Weser die deutsche Meisterschaft bejubelt. Dem Verein gelingt es aber nicht, sich langfristig in der Bundesligaspitze zu etablieren - im Gegenteil. Mehr und mehr entwickeln sich die Grün-Weißen zur «Grauen Maus» der Liga bis schließlich 1980 der Gang in die Zweitklassigkeit angetreten werden muss.
Der 2. April 1981 markiert den Wendepunkt in der Werder-Historie. Trainer Kuno Klötzer gibt sein Amt auf - Nachfolger wird Otto Rehhagel. Ihm gelingt der sofortige Wiederaufstieg - die Ära von «König» Otto beginnt.
Unter Rehhagel gelingen Werder zwei Meisterschaften (1988, 1993) und zwei Pokalsiege (1991,1994). Höhepunkt der Regentschaft ist der Europapokalsieg im Pokalsiegerwettbewerb von 1992. Durch Tore von Klaus Allofs und Wynton Rufer wird in Lissabon der AS Monaco besiegt. Es ist die bislang einzige Europapokal-Trophäe in der Werder-Vitrine.
Otto geht nach München
Bis 1995 erfreuen sich die Bremer an der «Ottokratie». Dann zieht es Rehhagel in die bayerische Landeshauptstadt zum Rivalen FC Bayern. Vier Jahre lang bemühen sich zahlreiche Trainer, das Erbe von «König» Otto anzutreten. Ohne Erfolg - bis im Mai 1999 der Ex-Werder-Profi Thomas Schaaf das Amt von Felix Magath übernimmt. Als erste Amtshandlung führt er die Mannschaft zum DFB-Pokalsieg 1999. Fünf Jahre später bejubeln die Werder-Fans das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. 2009 gewinnen die Bremer den DFB-Pokal zum sechsten Mal und erreichen das Uefa-Cup-Finale gegen die Ukrainer von Schachtjor Donezk - sie verlieren 1:2.
Pünktlich zum 111-jährigen Bestehen erlaubt sich Werder Bremen eine ausgemachte Krise. Nach fünf Niederlagen in Folge ist der angestrebte Europapokalplatz in weite Ferne gerückt. Außerhalb Bremens rücken Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs erstmalig in den Mittelpunkt der Kritik. In der Hansestadt selbst gehen die Fans der Grün-Weißen noch gelassen mit der Situation um. Am Weserstrand war es schließlich noch nie so stürmisch wie am Rhein oder an der Elbe.
kru/phs/news.de
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