Tschüss Schwerkraft!
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Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Artikel vom 02.02.2010
Die Könige der Freestyle-Cross-Szene gaben sich in Leipzig die Ehre. Bei den «Kings of Extreme» haben sie vor ausverkauftem Haus gezeigt, dass zum Fliegen keine Flügel notwendig sind. News.de widmet sich den Verrückten des Motocross.
Motorräder können fliegen – und wie. Seit die «Kings of Extreme» in der Leipziger Messehalle eins gewütet haben, müssen die Gesetze der Schwerkraft neu überdacht werden. In den Kategorien Freestyle Motocross (FMX), BMX und Mountainbike wurde gesprungen und getrickst - beinahe bis über die Grenzen des Machbaren hinaus.
Im Mittelpunkt der Show: Die FMX-Biker. Einige Größen der Szene gaben eine beeindruckende Visitenkarte Ihres Könnens ab. Prominente Fahrer wie FMX-Legende Sebastian «Busty» Wolter, Remi Bizouard (Weltmeister 2008), Brice Izzo (Weltrandlisten-Dritter 2009 und Fabian Bauersachs (Weltranglisten-Vierter 2009) traten zum Start an.
Stars der FMX-Szene
Angefeuert durch krachende Gitarrenriffs von AC/DC und den Red Hot Chili Peppers jagten die Jungs ihre Maschinen die circa vier Meter hohe Rampe herauf. Besonders beeindruckend waren dabei Parallelstunts, die so knapp nebeneinander gesprungen wurden, dass sich beinahe die Räder der Fahrer berühren konnten. In bis zu acht Metern Höhe schraubten sich die Verrückten des Motocross. Dabei gilt es vor allem, schnell wieder das Lenkrad in die Hände zu bekommen, um eine sichere Landung hinzulegen, denn viel Platz bleibt nicht. Unmittelbar nach der Landung muss gekonnt gebremst werden, andernfalls kommt es zur Kollision mit der Zuschauerbande.
Atemlose Spannung herrschte beim Sprung des Tages. Der Franzose Remi Bizouard zauberte einen spektakulären Tsunami-BackflipRückwärtsrolle mit dem Motorrad, die der Fahrer einen Handstand auf dem Lenker krönt. in die Luft und brachte das Publikum zum Tosen. Da es sich bei den «Kings of Extreme» um eine Show-Veranstaltung handelt und nicht um einen Wettkampf, hatten die Profis viel Spaß bei der Sache und produzierten einen gelungenen Trick nach dem anderen. Kai Haase, der den High-Air-ContestHochsprungwettbewerb mit dem Motorrad: Die Fahrer müssen eine auf der Rampe aufgebaute Hochsprunglatte überqueren. für sich entscheiden konnte, zeigte sich vollends begeistert: «Gerade weil es eine reine Show-Veranstaltung ist, sind alle gut drauf und viel lockerer als sonst. Besonders der Train am Ende der Show, als ein FMXer nach dem anderen im Sekundentakt gesprungen ist, hat mich begeistert.»
Es bleibt gefährlich
Doch hinter der Maske eines amüsanten Biergelages mit deftiger Rock'n'Roll-Musik versteckt sich ein ernsthafter Sport. Wie ernsthaft und gefährlich das Freestyle-Motocross ist, zeigt der tragische Unfall des US-amerikanischen FMX-Stars Jeremy Lusk, der sich im Februar 2009 nach einer mißglückten Landung tödliche Verletzungen zuzog. Trotz dieses Schocks werden in der FMX-Szene die Grenzen immer weiter ausgelotet.
Inzwischen betätigen sich auch Quad- und Schneemobil-Fahrer in der Freestyle-Szene. Der Norweger Stian Pedersen schaffte in Leipzig mit seinem Schneemobil tatsächlich einen BackflipRolle rückwärts samt sauberer Landung. Der Totalschaden des Gefährts ist nur eine kleine Randerscheinung. Für «Busty» Wolter war der Schneemobil-Sprung jedenfalls der absolute Höhepunkt der Veranstaltung: «Ein Backflip mit einem FMX-Bike ist schon schwer, aber mit einem Schneemobil – unglaublich.»
In Leipzig verbrachten die Sanitäter trotz der Extremherausforderung einen ruhigen Abend – alle 44 Fahrer blieben unverletzt. Die tollkühnen Fahrer sind eben tatsächlich die Könige der Lüfte.
kru/news.de
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