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Brands junge Truppe (Bild 1/ 17)
Johannes Bitter (Foto)
Foto: dpa
18.01.2010

Zu einer Medaille wie hier bei der WM 2007 wird es bei der Europameisterschaft in Österreich für Torhüter Johannes Bitter wohl nicht reichen. Der HSV-Keeper ist in einem auf vielen Positionen erneuerten Team einer der Führungsspieler und die deutsche Nummer eins im Tor. Vorausgesetzt, sein frisch operierter Ellenbogen spielt mit.

Handball-EM

Das Wunder bleibt aus

Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt haben die deutschen Handballer bei der EM die Minimalchance auf das Halbfinale verspielt. Trotz furioser Aufholjagd unterlag der WM-Fünfte am Sonntagabend in Innsbruck dem Olympiasieger und Weltmeister Frankreich mit 22:24 (10:12).

Lester Maul (Was ist das?)

Tja, es heißt deshalb auch «Europameisterschaft» und nicht «Wünsch dir was!»

Einen Tag nach dem Tod des ehemaligen Teamkollegen Oleg Velyky spielte der EM-Vierte wieder einmal mit Leidenschaft und Herzblut, aber erfolglos. Bester deutscher Werfer war Torsten Jansen (5/2). Das zweiten Hauptrundenspiel bestreitet die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) gegen Spanien.

«Gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner wie Frankreich haben wir nie aufgegeben und sind fast noch rangekommen. Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, es fehlt eben noch die internationale Erfahrung», sagte Bundestrainer Heiner Brand unmittelbar nach dem Handball-Krimi. «Wenn man zu viele Fehler macht, ist es schwer zu gewinnen. Vier schnelle Gegentore direkt nach der Halbzeit - das war der Knackpunkt», resümierte Brand, der zu seinem Perspektiv-Team volles Vertrauen hat: «Mit zwei Siegen könnten wir noch sehr gut in der Tabelle aussehen.»

Mit einer Schweigeminute vor Spielbeginn hatten die Teams und die 8200 Zuschauer in der ausverkauften Olympiahalle des am Vortag verstorbenen Oleg Velyky gedacht. Die deutschen Spieler hatten zudem wie angekündigt am linken Arm einen Trauerflor angelegt, um so an ihren ehemaligen Mitspieler zu erinnern. Der gebürtige Ukrainer, der in der Bundesliga zuletzt für den HSV Hamburg gespielt hatte, war am Samstag in Kiew im Alter von nur 32 Jahren an Krebs gestorben. «Er war unser Freund. Wir werden versuchen, den Kopf frei zu bekommen und auch für ihn zu spielen», hatte Kapitän Michael Kraus versprochen.

Die kurze Trauerzeit schien die deutsche Mannschaft noch enger zusammengeschweißt zu haben. Mit großem Engagement und Einsatz stürzte sich der WM-Fünfte in das 67. Duell mit dem Olympiasieger und Weltmeister. Vor allem in der Defensive bot die DHB-Auswahl eine Glanzleistung. So eroberte sie Bälle und wandelte unter anderem durch zwei Kontertore einen 2:4-Rückstand (10.) in eine 6:4-Führung (14.) um.

Fortan entwickelte sich eine packende Partie zweier gleichwertiger Teams. Frankreich eroberte mit 7:6 (18.) die Führung wieder zurück, die deutsche Mannschaft glich beim 9:9 (24.) wieder aus. Dann aber häuften sich schon wie so oft in diesem Turnier die Fehler im Angriffsspiel des EM-Vierten, der sich dadurch um den Lohn seiner intensiven Abwehrarbeit brachte. Bis zur Pause geriet die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand dadurch mit 10:12 ins Hintertreffen.

Nach Wiederanpfiff geriet die DHB-Auswahl völlig von der Rolle. Ohne Ideen und Durchschlagskraft gingen im Angriff reihenweise Bälle verloren. Fünf torlose Minuten nutzten die Franzosen gnadenlos aus und zogen mit fünf Treffern hintereinander auf 17:10 (35.) davon. Danach brachte Brand den erst am Vortag nachnominierten Martin Strobel, der mehr System und Ordnung in die Offensive bringen sollte.

Der 23-jährige Lemgoer, für den dessen Klub-Kollege Carsten Lichtlein als dritter Torhüter die EM verließ, mühte sich redlich, aber erfolglos. Denn weiterhin trafen er und seine Teamkollegen das von Welthandballer Thierry Omeyer (THW Kiel) gehütete Tor der Franzosen trotz klarer Chancen nicht. Nach dem 15:22 (49.) setzte die deutsche Mannschaft einmal mehr zu einer ihrer mitreißenden Aufholjagden an. Mit der in den Spielen zuvor gezeigten Leidenschaft kam sie Tor um Tor bis auf 20:22 (54.) heran. Doch zu einem Wunder reichte es nicht mehr.

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hem/oro/news.de/dpa
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