«Die Moral ist unsere Trumpfkarte»
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Von news.de-Redakteur Philip Seiler
Artikel vom 22.01.2010
Das letzte Vorrundenspiel gegen Schweden könnte für die deutschen Handballer zum Endspiel werden. Holger Glandorf spricht mit news.de exklusiv über den enttäuschenden EM-Start, deutsche Tugenden und Entspannung zwischen den Spielen.
Herr Glandorf, das Spiel gegen Slowenien war an Dramatik kaum zu überbieten. Wie groß war der Stein, der Ihnen nach dem Unentschieden in letzter Minute vom Herzen gefallen ist?
Glandorf: Der war natürlich sehr groß, weil wir nicht gut gespielt haben. Zum Schluss haben wir aber zugelegt und konnten uns noch einen Punkt erkämpfen.
Gegen Slowenien rannte das Team wie schon gegen Polen von Beginn an einem Rückstand hinterher. Müssen die Zuschauer sich jetzt in jedem Spiel auf eine deutsche Aufholjagd und eine solche Nervenschlacht gefasst machen?
Glandorf: Das haben wir natürlich nicht vor. Wir hoffen, dass wir uns jetzt stabilisieren und dann auch mal ein Spiel klar gewinnen können.
Es gab noch weitere Parallelen zum Spiel gegen Polen: Vor allem die vielen Ballverluste und die teilweise überhasteten Angriffsversuche waren auffällig. Warum machen Sie sich das Leben derzeit selbst so schwer?
Glandorf: Das ist eine gute Frage! (lacht) Wir müssen das natürlich abstellen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir versuchen schon gegen Schweden, alles besser zu machen.
Ihre Mannschaft hat bisher trotzdem nie aufgegeben und bis zum Schluss an ihre Chance geglaubt. Zeichnet diese Moral das neue DHB-Team besonders aus?
Glandorf: Ja, das ist natürlich eine Trumpfkarte, die wir haben. Es ist zwar schwer, wenn man in ein Spiel nie so richtig reinkommt. Aber unsere Moral stimmt. Das können wir in die nächsten Spiele mitnehmen.
Sie waren auch beim WM-Titel 2007 dabei. Was fehlt der Mannschaft im Vergleich zum Team vor drei Jahren?
Glandorf: Die Spieler, die damals dabei waren, hatten viel mehr Erfahrung. Die müssen wir uns erst einmal erarbeiten und aus solchen Turnieren wie der EM lernen. Die Qualität der Spieler ist ja gegeben, aber es gibt eben nur zwei, die über 30 sind. Irgendwann kommt auch der Punkt, an dem wir wieder ganz vorn mitspielen können.
Sie hatten bis kurz vor der EM mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen. Wie geht es Ihnen derzeit gesundheitlich?
Glandorf: Eigentlich ganz gut. Ich fühle mich sehr wohl. Vielleicht hätten mir ein paar Trainingseinheiten und Testspiele mehr gut getan. Jetzt gilt es aber für mich, an die letzten zehn Minuten des Slowenien-Spiels, in denen es auch für mich besser lief, anzuknüpfen, um meine Leistungen zu stabilisieren.
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