Olympia-Superstars Northug einsam in der Loipe

Petter Northug  (Foto)
Petter Northug macht sich bereit. Bild: ap

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Wer wird der Superstar der Olympischen Spiele von Vancouver - Lindsey Vonn, Ole Einar Björndalen, Magdalena Neuner? News.de hat sich die heißesten Kandidaten angeschaut. Heute: Langlauf-Star Petter Northug.

«Wir werden nicht auf die Sprintdistanzen setzen», sagt der deutsche Bundestrainer Jochen Behle auf Nachfrage von news.de. Der Langlaufcoach weiß, dass das reine Kraftverschwendung wäre. Zum einen gehört Glück dazu, zum anderen ist Northug auf diesen kurzen Distanzen keines seiner Asse gewachsen. Wenn sich der Norweger mit seinem unnachahmlichen Doppelstockschub dem Ziel entgegen katapultiert, geben auch die anderen Konkurrenten meist einsichtig auf.

Mit 24 Jahren ist der sechsfache Juniorenweltmeister bereits vierfacher Weltmeister bei den Männern. Kein geringer als der größte Langläufer aller Zeiten, Björn Dählie, betreut ihn und bereitete ihn auf seine ersten Olympischen Spiele vor. Northug kann jedes Rennen gewinnen, auch die langen Distanzen - wie er bei der nordischen Ski-WM im vergangenen Jahr bewies. Er siegte sowohl in der Verfolgung über 30 Kilometer wie beim 50 Kilometer Massenstart.

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Die Dominanz in der Loipe geht bei Northug allerdings mit Arroganz einher. Manchmal wartet er regelrecht auf Konkurrenten, um sie dann im Zielsprint zu deklassieren. Der Norweger fiel in der Vergangenheit auch häufig durch eine große Klappe auf. «Ob ich unschlagbar bin? Ich muss auf jeden Fall einen schlechten Tag haben, wenn jemand mich schlagen möchte!», posaunte er beispielsweise bei der Junioren-WM 2004.

Daran hat sich im Männerbereich nichts geändert:. «Wäre ich als erster auf die Zielgerade gekommen, hätte ich Zorzi im Sprint ohne Stöcke schlagen können», stichelte er nach dem Teamsprint bei der Nordischen Ski-WM 2007 und bei anderer Gelegenheit: «Auf der Zielgerade lief ich Zickzack, um den verrückten Polen (Krezelok, Anmerk. der Red.) hinter mir zu halten. Dann habe ich versucht Fredriksson zu überholen, aber der ist ja halbfett, den kann man kaum überholen.»

Mit dieser Art stand Northug in der Vergangenheit erfolgreich, aber einsam in der Loipe. Solche Äußerungen kosteten ihn sogar Sympathien in seiner Heimat - und sie waren ein Grund, warum der als Läufer der Zukunft gepriesene nicht mit zu den Olympischen Spielen 2006 nach Turin fahren durfte. Man hatte Angst um das Mannschaftsgefüge. Diesmal ist Norwegen der Erfolg wichtiger.

mas/reu/news.de

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