Bundesliga am Freitag Bayern siegt auf die harte Tour

Der FC Bayern München ringt die TSG 1899 Hoffenheim mit 2:0 nieder. Arjen Robben trumpft und strumpft dabei besonders auf. Die Rangnick-Elf hielt lange dagegen, war aber zu harmlos.

Ivica Olic (Foto)
Das tut weh. Ivica Olic lernte die Stollen von Andreas Beck kennen. Bild: ap

Die Hoffenheimer waren auch auswärts beim Rekordmeister im mutigen 4-3-3 angetreten, den Bayern fehlte der notorisch verletzte Franck Ribéry. Arjen Robben hingegen hatte eine Unterbrechung seiner vielen Verletzungspausen erwischt und fungierte mitsamt seinen grauen Strumpfhosen als Blickfang und Flügelschreck in Personalunion.

Die Qualität von vor gut einem Jahr, als sich die beiden Teams das wohl exzellenteste Bundesliga-Duell der letzten Jahre geliefert hatten, wurde indes nie erreicht. Das Spiel in der ersten Halbzeit war ein stetes Versprechen. In der 35. Minute war es dann auch ein Innenverteidiger, der zumindest das Versprechen auf Tore einlöste. Eine Schweinsteiger-Flanke köpfelte Josip Simunic ungelenk vor die Füße von Martin Demichelis, der die Kugel im Fallen aus kurzer Distanz an Ex-Nationalhüter Timo Hildebrand vorbeidrückte.

Bayern gegen Hoffenheim: Viel Kampf im Kühlschrank

Schon früh war Hoffenheims Mittelstürmer Vedad Ibisevic klassisch von Marc van Bommel angebommelt (5.) worden, woraufhin zum ersten Mal im mit 69.000 Zuschaueren ausverkauften Kühlschrank Allianz-Arena die gefühlten Temperaturen stiegen. Auf der Gegenseite sorgte Andreas Beck für erhöhten Voltaren-Bedarf bei Ivica Olic, als er Ball und Knöchel erwischte. Das waren nur die ersten von vielen kleinen Nickeligkeiten, die von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer stets gut im Blick gehalten wurden.

Hoffenheim zu harmlos

Hoffenheim bleib in der ersten Hälfte auffällig glücklos, wenn es Richtung Bayern-Tor ging. Nur Ibisevic versuchte es in der 28. Minute erfolgversprechend mit dem rechten Huf gegen eine seltsam passive Bayern-Abwehr. Keeper Hans-Jörg Butt bekam seine Arme irgendwie hinter diesen Hochgeschwindigkeitsversuch aus gut 20 Metern.

Pferdelunge Olic hatte derweil auf der anderen Seite einen unglücklichen Tag erwischt, es sah oft so aus, als wollte er seinen vielen Flutlichtschatten davon laufen. Sein Langstreckenlauf endete in der 63. Minute, er wurde von Miroslav Klose ersetzt.. Wiewohl die Bayern insgesamt sehr präsent wirkten, eine Spielidee ließen sie allerdings die meiste Zeit vermissen. Meist über rechts kommend, legten sie auffällig viele Hoffnungen in ihren niederländischen Weltklasseflügelflitzer in grauen Unterhosen, der aber seinerseits durch viele Tritte aus dem flinken Tritt gebracht wurde.

Die nicht immer unumstrittene Robbenjagd wäre fast Hoffenheims 19-jähriges Mittelfeldtalent Boris Vukcevic zum Verhängnis geworden. Bereits kurz vor dem Pausenpfiff stand er vor Gelb-Rot und wurde folgerichtig von Ralf Rangnick zur Halbzeit durch den gleichaltrigen Andreas Ludwig ersetzt.

Robben-Show in der zweiten Hälfte

Der zweite Durchgang war dann von etwas müden Hoffenheimer Beinen und dem bestbehosten Spieler auf dem Platz geprägt. Über Arjen Robben lief weiter viel, eigentlich alles, was Gefahr versprach. Einen schnellen Konter über Robben verstolperte Gomez (56.). Nur wenige Sekunden später chippte Robben von rechts den Ball an den langen Pfosten, wo Gomez aus vier Metern keinen Druck hinter den Ball bekam und Hildebrand reaktionsschnell nach der Kugel greifen konnte.

Bayern-Hüter Butt musste in der 72. Minute seine Reflexe herausholen, als Demba Ba eine Freistoßflanke von Sejad Salihovic um Stollenbreite nicht mehr erreichte, der Ball aber tückisch auf die lange Ecke zusteuerte. Butt riss in den letzten drei Millisekunden die Fäuste nach oben und bugsierte den Ball noch am Pfosten vorbei. 

Das Anrennen der Bayern wurde dann vom ehemaligen Torgaranten Miroslav Klose belohnt, der in der 86. Minute seinem Sturmpartner Gomez eine scharfe van-Bommel-Hereingabe quasi vom Schlappen weg- und ins Netz grätschte. Kloses erstes Bundesligator in dieser Saison und vermeintlich hörbar plumpste ein großer Stein vom Herzen des Nationalstürmers auf den saftigen grünen Rasen. Gomez wollte das nicht auf sich sitzen lassen, er scheiterte aber in der Nachspielzeit am Pfosten. So oder so können sich die Bayern nun zumindest 19 Stunden lang Tabellenführer nennen.

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