«Es war Zeit für einen Neuaufbau»
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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Artikel vom 18.01.2010
Was ist drin für die Auswahl von Heiner Brand bei der Europameisterschaft in Österreich? Der Handball-Bundestrainer spricht mit news.de exklusiv über Cleverness, die Verjüngung seines Teams und mögliche Ausraster.
Herr Brand, Sie gehen in Österreich im Vergleich zur WM 2007 mit einer jungen und runderneuerten Mannschaft an den Start. Was zeichnet die neue Generation aus?
Brand: Eine sehr hohe Begeisterungsfähigkeit und hohe Lernbereitschaft. Die Mannschaft ist auf dem Weg nach oben und hat sich im vergangenen Jahr in jeder Phase und in jedem Spiel ein Stück weiterentwickelt.
Gibt es Unterschiede zu anderen Spielergenerationen, die Sie seit Ihrem Amtsantritt 1997 betreut haben? Oder trägt das Team bereits Ihre Handschrift?
Brand: Sportlich ist das eine kontinuierliche Geschichte. Aber man hat es dabei natürlich immer mit unterschiedlichen Typen zu tun, unterschiedlichen Zusammensetzungen, unterschiedlicher Mannschaftsstruktur. Der Charakter einer Mannschaft hängt ganz stark von den einzelnen Typen ab, auch vom Alter der Spieler, und, und, und. Eine Mannschaft ist nie mit der anderen vergleichbar.
Sie haben in der Vergangenheit oft bemängelt, dass es in der Bundesliga zu wenig junge deutsche Spieler gibt, die international konkurrenzfähig sind. Sind Sie zufrieden mit den Spielern, die Sie jetzt zur Verfügung haben?
Brand: Mit den Jungs bin ich zufrieden. Aber das hat nichts mit dem Thema zu tun, das Sie ansprechen. Das werde ich vor, während und nach der Europameisterschaft nicht ansprechen, sondern erst Mitte des Jahres wieder aufs Tapet bringen. (schmunzelt)
Glauben Sie, mit der aktuellen Mannschaft das Grundgerüst für die kommenden Jahre beisammen zu haben?
Brand: Ich gehe davon aus, dass das Grundgerüst steht, wobei man immer offen sein muss für Veränderungen. Natürlich kann ich jetzt noch nicht sagen: Das sind die zwölf, die bei Olympia 2012 in London dabei sein werden. Da muss man Entwicklungen abwarten. Fakt ist, dass alle Nationalspieler 2012 vom Alter her zur Verfügung stehen.
Sie waren selbst 1978 als Spieler Weltmeister, kennen also das Gefühl, das sich danach in einer Mannschaft breitmacht. War es einfach notwendig, einen Großteil der Weltmeister auszutauschen?
Brand: Na ja, wir haben ja noch versucht, mit der Weltmeistermannschaft von 2007 bei den Olympischen Spielen 2008 erfolgreich zu sein. Da haben wir sicherlich im Vorfeld sehr viel Pech gehabt durch Verletzungen oder den Wegfall von Markus Baur, sodass wir letztlich keine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start bringen konnten. Aber sicherlich spielten da auch andere Dinge eine Rolle. Es war Zeit für einen Neuaufbau, auch im Hinblick auf die kommenden Jahre.
Ärgern Sie sich, dass Sie diesen Schnitt nicht direkt nach dem Weltmeistertitel gemacht haben?
Brand: Nach dem WM-Gewinn musste man einfach noch einmal mit dieser Mannschaft versuchen, 2008 zurückzukommen. Wenn wir komplett gewesen wären, wenn wir mit Pascal Hens, mit Lars Kaufmann, mit Markus Baur hätten spielen können, dann wäre bei Olympia sicher auch mehr herausgekommen als Platz neun.
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