So., 19.05.13

Skispringen Schmitt muss zum Sondertraining

Martin Schmitt Skispringen (Foto)
Martin Schmitt landete bei der Virschanzentournee nur auf Platz 21. Bild: dpa

Nach der Vierschanzentournee geht es für die deutschen Skispringer unterschiedlich weiter. Während Senkrechtstarter Pascal Bodmer mit breiter Brust zum Skiflug-Weltcup an den Kulm reist, nimmt Martin Schmitt eine Auszeit vom Weltcup.

Nach seinem erfrischenden Tournee-Auftritt und einem starken siebten Platz reiste Pascal Bomer zum Skiflug-Weltcup an den Kulm weiter. «Tiefflieger» Martin Schmitt verabschiedete sich dagegen völlig verunsichert zum Sondertraining. Der ins Mittelmaß abgetauchte Vize-Weltmeister Martin Schmitt nimmt nach seinem unbefriedigenden Abschneiden bei der Vierschanzentournee eine Auszeit vom Weltcup, um bis zu den Olympischen Winterspielen doch noch die Kurve zu kriegen.

«Ich muss sehen, dass ich so schnell wie möglich aus meinem Formtief herauskomme. Die Trainingsphase ist wichtig, um wieder ein Gefühl zu bekommen für meinen Sprung und meine Technik. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Plan», sagte Schmitt.

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Zur Basisarbeit auf die kleine Schanze

«Martin hat tapfer gekämpft, aber bei ihm ist nicht viel passiert. Wenn du mit dieser Form am Kulm bist, ist eine technische Entwicklung noch weniger möglich als in Bischofshofen. Da ist es nicht zu erwarten, dass er einen Schritt nach vorn macht», begründete Bundestrainer Werner Schuster die Entscheidung. Zwar funktioniert Schmitts Flugsystem, doch von der Absprungdynamik her ist er deutlich schwächer als im Vorjahr. «Er kommt sehr flach den Hang herunter. Da müssen wir Basisarbeit machen, wahrscheinlich auf einer kleinen Schanze», erklärte Schuster.

Wann Schmitt in den Weltcup zurückkehrt, ist völlig offen. «Es ist noch nicht absehbar, wie lange ich brauche. Da muss man das Training abwarten. Ich muss erst mal Stabilität in meinen Sprung bekommen, dann sehen wir weiter», meinte der 31-Jährige. Der Wettbewerb in Sapporo (Japan) Mitte Januar stand ohnehin nicht auf seinem Reiseplan, «es kann aber schon sein, dass wir ihn auch eine Woche später in Zakopane noch rauslassen», sagte Schuster.

Schmitt bleibt optimistisch

Obwohl der Vorjahres-Vierte Schmitt bei der Tournee mit Platz 21 der große Verlierer im DSV-Team war, hat er seinen Optimismus nicht verloren. «Es war sicher nicht geplant, dass ich hier nicht in Form gewesen bin. Es nützt aber nichts, dem jetzt hinterherzutrauern. Ich bin zuversichtlich, dass ich das hinbekomme und traue mir zu, wieder weiter zu springen. Das Potenzial dazu habe ich auf jeden Fall. Die zehn Meter, die im Moment fehlen, werde ich wiederfinden», sagte der Mannschafts-Olympiasieger von 2002.

Das wird auch dringend nötig sein, sollen die Medaillenträume in Vancouver in Erfüllung gehen. «Martin brauchen wir unbedingt bei Olympia», meinte Schuster. Die Chancen auf Edelmetall sieht der Bundestrainer «definitiv intakt. Aber wir sollten uns nicht darauf versteifen, sondern zusehen, dass alle individuell stärker werden», mahnte er volle Konzentration in der Vorbereitung an.

Bodmer hat keine Angst vor großen Namen

Als Fixpunkt für die Routiniers dient dabei Bodmer, der mit Rang sieben im Gesamtklassement eine drohende Pleite verhinderte. «Das war definitiv nicht zu erwarten. Er hat sich nie beirren lassen. Man kann ihm nur zu dieser tollen Leistung gratulieren», lobte Schuster den 19 Jahre alten Saison-Aufsteiger. Der zeigte auf allen vier Stationen Biss und will sich nun in der Weltspitze behaupten. Angst vor großen Namen kennt Bodmer nicht. «Irgendwann will ich auch die Österreicher schlagen. Diesen Winter wird es vielleicht noch nicht hinhauen, da fehlt noch die eine oder andere Sache. Aber ich will mal ganz oben stehen, und das nicht nur einmal, sondern konstant», kündigte der Blondschopf an.

Schuster wird die Kampfansage mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen, denn Siegertypen sind rar gesät im deutschen Team. Immerhin wiesen Michael Uhrmann und Michael Neumayer zum Tournee-Abschluss ansteigende Form nach, so dass der Coach zufrieden konstatieren konnte: «Für die Moral war es ganz wichtig, die Sache ordentlich zu beenden. Es war ein deutliches Lebenszeichen.»

hem/phs/news.de/dpa

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