Tour de Ski Letzter Härtetest vor Olympia

173 Athleten, 35.000 Kilogramm Gepäck, eine Tonne Skiwachs und 3850 Paar Ski: Die vierte Auflage der Tour de Ski durch Deutschland, Tschechien und Italien verspricht zu einem echten Gradmesser für die Olympischen Spiele in Vancouver zu werden.

Tour de Ski 2010 (Foto)
Für die Teilnehmer der Tour de Ski 2010 ist die Veranstaltung in Deutschland, Tschechien und Italien vor allem ein Härtetest im Hinblick auf Olympia. Bild: dpa

Acht Etappen erwarten die Starter, happig wird vor allem die zweite Hälfte. «Die diesjährige Tour entscheidet sich definitiv erst in Italien», sagt Bundestrainer Jochen Behle. Seine Schützlinge zählen diesmal nicht zu den Favoriten. «Fakt ist: Olympia hat absoluten Vorrang. Insofern hoffe ich, dass alle gesund und in Form die Tour überstehen», erklärt Behle und gibt damit zu verstehen, dass nicht um jeden Preis vordere Platzierungen angestrebt werden. «Wenn jemand kränkelt, ist er definitiv draußen. Ich will keinerlei Risiko eingehen», betont der Bundestrainer.

Die Männer müssen 104,9 Kilometer in zehn Tagen zurücklegen. Und Behle schielt trotz allem auch auf Podestplätze. «Wenn es möglich ist, wollen wir schon unsere Tradition fortsetzen, bei den Männern am Ende der Tour einen auf dem Siegertreppchen zu haben», sagt der Coach. Kandidaten dafür sind am ehesten Axel Teichmann und René Sommerfeldt. Beide sollen nach Möglichkeit ebenso wie Jens Filbrich und Tom Reichelt durchlaufen. Bei Premieren-Tour-Sieger Tobias Angerer entscheidet sich das Programm nach der Form und den Platzierungen.

Als Top-Favorit auf den Toursieg gilt der Norweger Petter Northug. «Mal sehen, ob er das so durchziehen kann. Bislang scheint er unschlagbar», sagt Behle. Er hat aber auch die Russen um Alexander Legkow sowie Lukas Bauer aus Tschechien und den Vorjahressieger Dario Cologna aus der Schweiz im Blick und ist sicher: «Es wird spannend, da sich auf der Etappe von Cortina nach Toblach durch den Handicap-Start alles noch mal zusammenschieben sollte und es auf die Entscheidung am Berg hinausläuft», erklärt der Bundestrainer.

Minimalziel Olympia-Norm

Ohne Erwartungen ist das deutsche Team bei den Frauen. «Hier geht es wirklich nur um gute Platzierungen und die Erfüllung der Olympia- Norm», sagt Behle. Am ehesten traut er Steffi Böhler noch einen Platz unter den besten Zehn im Gesamtklassement zu. «Unsere vier arrivierten Läuferinnen, Böhler, Claudia Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle und Katrin Zeller sollen durchlaufen. Biathletin Miriam Gössner wird nur den Prolog in Oberhof laufen und dort einen Leistungsnachweis ihrer Stärke abliefern», meint Behle.

Da die Norwegerin Marit Björgen sowie die Schwedinnen Charlotte Kalla und Anna Haag nicht starten, ist Justyna Kowalczyk aus Polen erste Kandidatin auf den Toursieg - weniger die zweimalige Gewinnerin Virpi Kuitunen aus Finnland. Insgesamt müssen die Frauen 64,7 Kilometer zurücklegen.

Alles freut sich aufs Geld

Nach drei Etappen in Oberhof und einem Sprint in Prag wird die Tour traditionell in Italien entschieden. Neu im Programm ist Toblach mit zwei Zielankünften, wobei es am 6. Januar mit dem Abschnitt Cortina d'Ampezzo nach Toblach erstmals eine Ort-zu-Ort-Etappe in der Tour-Geschichte geben wird. Den Abschluss bildet Val di Fiemme mit zwei Etappen. Höhepunkt ist wieder der gefürchtete Anstieg zum Alpe Cermis.

Danach steht auch die Verteilung der insgesamt 708.222 Euro Preisgelder fest, die der Ski-Weltverband FIS bei dieser Veranstaltung ausschüttet - so viel wie noch nie. Die Frauen werden dabei etwas bevorzugt. Für sie liegen pro Kilometer 4825 Euro bereit, die Männer müssen mit 2981 Euro pro Kilometer zufrieden sein. Die beiden Gesamtsieger bekommen rund 100.000 Euro und 400 Weltcup-Punkte. Die Zweiten dürfen sich über 67.130 Euro freuen, für die Dritten gibt es noch 33.565 Euro. Bis zum zehnten Platz werden Preisgelder verteilt. Zudem erhalten die Gesamtsieger einen extra für die Tour geschaffenen Kristall-Pokal.

Die Sieger der extra geführten Sprintwertung erhalten etwa 6713 Euro. Auch die einzelnen Tagessieger und -platzierten gehen nicht leer aus: 3356 Euro für den Ersten und 2014 beziehungsweise 1343 Euro für die Nachfolgenden sind von der FIS ausgeschrieben. Der Träger des Roten Trikots des Tour-Spitzenreiters erhält zusätzlich pro Etappe 1678 Euro. Und schließlich wird auch die beste Mannschaft am letzten Tour-Tag prämiert. Dafür liegen 6713 Euro neben einem Pokal bereit.

mas/san/news.de/dpa

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