Fußball Reizfigur und blonder Engel

Bernd und Gaby Schuster (Foto)
So musst du spielen, Bernd: der «blonde Engel» mit seiner damaligen Beraterin und Ehefrau Gaby Schuster. Bild: dpa

Ein paar graue Haare hat er schon - doch Bernd Schuster ist auch mit 50 noch der «blonde Engel». Der frühere Weltklassespieler, der sich zum Toptrainer entwickelte, wird heute 50 Jahre alt.

Der Legende nach sollen selbst Verbrecher vor Bernd Schuster zurückgeschreckt sein. 1981 spielte der 21-malige deutsche Fußball-Nationalspieler für den FC Barcelona und sein Ruf als Querulant eilte dem «blonden Engel» voraus. Aus diesem Grund soll nicht er, sondern sein Teamkollege Enrique «Quini» Castro das Opfer einer Entführung bei den Katalanen geworden sein. «Den hält doch keiner aus», sollen die Verbrecher gedacht und sich rasch gegen den Europameister von 1980 als potenzielles Opfer ausgesprochen haben.

Sein damaliger Mitspieler Uli Stielike hat den jungen Schuster jedoch anders in Erinnerung. «Er war zurückhaltend, fast schüchtern», beschrieb Stielike ein erstes Treffen. Doch Schuster entwickelte sich schnell zum enfant terrible des deutschen Fußballs. Mit der Lebenserfahrung eines halben Jahrhunderts kam auch bei Bernd Schuster die Einsicht. «Konfrontation war meistens verkehrt. Wichtig war, dass man mich in die Verantwortung nahm. Dass ich auch mal gelobt, dann aber wieder gezügelt wurde», sagt er dem Spiegel.

Reizfigur: Bei einer WM war Schuster nie

Der Augsburger gehört zu den wenigen ehemaligen Stars, die nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen haben. Dafür spielte der Mann mit dem wehenden Haar für die feinsten Adressen im spanischen Klub-Fußball: FC Barcelona sowie Real und Atletico Madrid. Drei Meistertitel und sechs Pokalsiege gelangen dem Spielmacher während seiner 13 Profijahre auf der iberischen Halbinsel.

Schuster zählte sich als Spieler zu den Typen, die ob ihrer genialen Momente «zwischen Himmel und Hölle» lebten. Eine Lehrzeit beim SV Hammerschmiede Augsburg, FC Augsburg und zwei Jahre beim 1. FC Köln in der Bundesliga genügten, um seinen Ruf als Reizfigur zu festigen. Kurz vor der EM 1984 trat Schuster nach einem Streit mit dem damaligen Coach Jupp Derwall aus der Nationalelf zurück. «Ich hatte nur Probleme mit Trainern, die keine Persönlichkeit hatten», erinnert er sich.

Schusters Frau Gaby forderte für die WM-Teilnahme 1986 eine Million

Was beim Spieler Schuster so mühelos wirkte, musste er sich als Coach hart erarbeiten. Über zweitklassige Stationen wie Fortuna Köln oder Deportivo Xerez diente er sich 2007 zu Real Madrid hoch und kam zu Meisterehren. «Wenn du als Trainer selbst der Star sein und die Musik machen willst, geht es in die Hose», meinte er. Nach 519 Tagen, zwei Titeln und Streit mit der Klubführung wurde er bei den Königlichen entlassen. Zuletzt stand Schuster, der aktuell als TV-Experte arbeitet, in Konkurrenz mit einem argentinischen Unternehmen um die Übernahme von Deportivo Xerez.

Dass Schuster bis heute zwiespältig wahrgenommen wird, hängt auch mit seiner früheren Frau Gaby zusammen, die für ihr knallhartes Verhandlungsgeschick in der Männerdomäne bekannt war. «Sie hatte das richtige Händchen», merkte er an. In den achtziger Jahren waren hingegen Spieler, die sich von selbstbewussten Frauen als Manager vertreten ließen, eine unliebsame Skurrilität. Eine Million Mark soll Gaby, von der Schuster seit mehreren Jahren getrennt lebt, für die Teilnahme ihres damaligen Mannes bei der WM 1986 verlangt haben - der Deutsche Fußball-Bund (DFB) musste bei diesem Betrag abwinken.

kru/reu/news.de/dpa

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