Bundesliga am Freitag Leidenschaft und Kampfgeist

Ungeschlagener Spitzenreiter trifft auf abgeschlagenes Schlusslicht. Vom Blick auf die Tabelle her weist nichts darauf hin, dass Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen auch nur die geringste Chance hätte. Kommt ausgerechnet jetzt die Trendwende?

Resignieren hilft nicht (Foto)
Resignieren gilt nicht. Gerade gegen den Spitzenreiter aus Leverkusen wollen Artur Wichniarek und Co. die Hertha aus der Krise schießen. Bild: ddp

«Im Fußball ist alles möglich. Die Tabelle hat überhaupt keinen Einfluss auf das Spiel», sagt Bayer-Coach Jupp Heynckes vor der Partie am Abend (20.30 Uhr/Sky). Als warnendes Beispiel führte er den jüngsten Champions-League-Auftritt der in der Liga so schwachen Stuttgarter gegen Unirea Urziceni an. «Sie haben gezeigt, was machbar ist - drei Tore in elf Minuten», betonte Heynckes.

Sein Berliner Kollege, Friedhelm Funkel, versuchte am Tag seines 56. Geburtstages, das Duell Tabellen-18. gegen den Spitzenreiter als lösbare Aufgabe darzustellen. «Wir haben auch gegen die Leverkusener eine Chance. Sie brauchen Raum für ihr Spiel, den wollen wir ihnen nehmen», erklärte der Hertha-Chefcoach am Donnerstag. Der höchstwahrscheinliche Ausfall von Kapitän Arne Friedrich (Leistenverletzung), der am Spieltag noch einen Härtetest absolvieren wird, soll durch den Brasilianer Kaká kompensiert werden.

Mit 14 Bundesligaspielen nacheinander ohne Sieg, nur zwei Remis in dieser Zeit und überhaupt erst fünf Punkten sieht die Zukunft für Hertha allerdings fast hoffnungslos aus. Die löchrigste Verteidigung (32 Gegentore) trifft auf das Abwehr-Bollwerk der Liga. Weniger Treffer als Bayer (9) kassierte kein anderes Team.

Die bisher erzielten neun Berliner Saisontore überbietet allein schon Leverkusens Topstürmer Stefan Kießling (12). Den Hertha-Bossen bleiben nur Hoffnungs-Bekundungen: «Diese Situation kann auch eine Chance sein», bemerkte Manager Michael Preetz und forderte von den gebeutelten Hertha-Profis «Leidenschaft, Hingabe und Kampfgeist».

Mit dem jüngsten 0:0 habe Hannover 96 schon vorgemacht, wie Leverkusen beizukommen sei, meinte Funkel, dessen bisherige Erfolge als Retter nach dem Rauswurf von Lucien Favre mit zwei Pünktchen in acht Ligaspielen auch mehr als bescheiden ausfallen. Unbeeindruckt vom «großen Respekt» gegenüber Bayer reden Funkel und Preetz das eigene Team stark. «In den vergangenen Spielen hat man gesehen, dass die Überraschung möglich ist. Und das ist das, was wir wollen», betonte der Manager, der erst in der Winterpause mit Neueinkäufen auch die eigenen Fehler bei der Team-Zusammenstellung korrigieren kann.

Bei Leverkusen muss Innenverteidiger Manuel Friedrich passen. Der 30-Jährige konnte wegen eines Blutergusses in der Wade die ganze Woche nicht trainieren. Für ihn könnte Stefan Reinartz, der bisher im defensiven Mittelfeld spielte, erstmals in die Viererkette rücken. Linksverteidiger Gonzalo Castro wäre neben Arturo Vidal ein Kandidat für die Sechser-Position. Michal Kadlec könnte nach auskurierter Verletzung wieder auf seinen linken Verteidigerposten zurückkehren.

 

Voraussichtliche Aufstellung:

Hertha BSC: Drobny - Piszczek, Kaka, von Bergen, Pejcinovic - Lustenberger, Cicero - Ebert, Kacar, Raffael - Ramos

Bayer 04 Leverkusen: Adler - Schwaab, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Castro - Barnetta, Kroos - Kießling, Derdiyok

 

Verfolgen Sie die Partie live im news.de-Liveticker.

mas/car/reu/news.de/dpa

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