Weihnachten an der Tabellenspitze
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Zwar versinkt der Fußball im Wettskandal - gespielt wird trotzdem. Für die Bundesligaklubs, die bislang nicht von den Vorwürfen betroffen sind, geht es drei Wochen vor der Weihnachtspause in den Endspurt.
Im Schatten des Wettskandals beginnt in der Fußball-Bundesliga der Endspurt um die oft wegweisende Herbstmeisterschaft. Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen (27 Punkte), Werder Bremen (26) und der FC Schalke 04 (25) liegen nach 13 Spieltagen am aussichtsreichsten im Rennen.
Allerdings wittert auch Rekordmeister Bayern München nach dem Champions-League-Sieg gegen Haifa trotz sechs Punkten Rückstand auf Platz eins Morgenluft. «Das Restprogramm ist machbar. Es schaut gar nicht mal so schlecht aus», sagte der scheidende Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. Allerdings ist dazu ein Sieg bei Hannover 96 Pflicht. «Wenn wir am Wochenende bei Hannover 96 verlieren, dann geht der ganze Mist wieder von vorn los», weiß der «Kaiser». Angewiesen sei die Mannschaft allerdings auf die Rückkehr der sehnlich vermissten Stars Franck Ribéry und Arjen Robben. «Dann spielt die Mannschaft ganz anders, dann werden wir auch deutscher Meister», prophezeite Beckenbauer. Der aktuelle Titelträger VfL Wolfsburg könnte da sogar das Vorbild sein: Zur Halbzeit der Saison 2008/09 waren die Niedersachsen nur Neunter - und holten am Ende den Titel.
Hungrige Leverkusener, selbstbewusste Bremer
Beim ungeschlagenen Tabellenführer aus Leverkusen übt man sich vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart weiterhin in Bescheidenheit. «Die Spieler haben Hunger auf Erfolg», sagte Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes. Die kriselnden Schwaben hoffen, dass nach dem 2:0 bei den Glasgow Rangers auch in der Bundesliga (16. Platz) der Negativtrend beendet werden kann. Die Partie gegen die Werkself sei eine «noch größere Herausforderung», in die sein Team als «krasser Außenseiter» gehe, sagte VfB-Manager Horst Heldt.
Vor dem Nordderby gegen den VfL Wolfsburg strotzt Werder Bremen vor Selbstbewusstsein. Sportdirektor Klaus Allofs ging nach 20 Spielen ohne Niederlage in die Offensive: «Es wäre schön, nach dem 34. Spieltag auf dem ersten Platz zu stehen.» Werder-Coach Thomas Schaaf hält dagegen nicht viel von Träumereien. «Alle haben den Wunsch hier in Bremen», sagte er. «Es bleibt die Frage, ob alle Wünsche auch erfüllt werden können.»
Beim Tabellendritten Schalke 04 gibt sich Kollege Felix Magath eher erstaunt, dass die Knappen unter seiner Regie so gut dastehen. «Es ist für uns eine gute Situation, dass wir so unerwartet stark gespielt haben und uns nun auf einem Platz befinden, den wir vorher so nicht erwarteten», sagte er vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach. «In Gladbach sind wir nicht in der Favoritenrolle, aber wir werden unsere Chancen bekommen, keine Frage.»
Dortmund vs. Hoffenheim: Zwist zwischen Traditionsklub und Emporkömmling
Für Unmut und Unverständnis sorgten vor dem Duell zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund Äußerungen von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zur Verteilung der Fernsehgelder. Dabei attackierte er auch Hoffenheim. Zugleich hatte Watzke die eigenen Fans aufgefordert, beim Gastspiel auf Beleidigungen des Gegners und seines Mäzens Dietmar Hopp, der in der Vorsaison auf einem Plakat eines BVB-Fans verunglimpft worden war, zu verzichten. «Diesen Aufruf hätte er sich schenken können, wenn er auf seine populistischen Sprüche verzichtet hätte», giftete 1899-Manager Jan Schindelmeiser.
Ausgerechnet beim stärksten Heimteam der Liga will der in Personalnot geratene Hamburger SV nach fünf sieglosen Spielen den freien Fall stoppen. «Kämpfen» lautet die Devise von HSV-Trainer Bruno Labbadia vor der Partie beim FSV Mainz 05, «erst danach kommt das Spielerische».
Einige Brisanz birgt das Gastspiel von Eintracht Frankfurt beim Tabellenletzten Hertha BSC. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub ist Herthas Trainer Friedhelm Funkel zum Siegen verdammt, um die reelle Chance auf den Klassenverbleib zu erhalten. «Ich sage das nicht oft, aber dieses Spiel müssen wir unbedingt gewinnen», so Funkel. Für die Berliner, die bisher nur fünf Zähler holten, ist es auch ein Spiel gegen die Statistik: Noch nie konnte eine Mannschaft die Klasse halten, wenn sie nach 13 Spielen weniger als sechs Punkte hatte.
oro/kru/dpa/news.de
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