«Es gibt nur einen Robert Enke!»
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Von news.de-Mitarbeiter Oliver Roscher, Hannover
Artikel vom 11.11.2009
Nur 24 Stunden nach dem erschütternden Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke gedenken Zehntausende in Hannover mit einer bewegenden Zeremonie ihres verlorenen Helden. News.de war vor Ort dabei.
«You'll never walk alone» - immer wieder fällt an diesem denkwürdigen Abend dieser Satz. Auch die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann zitiert ihn in ihrer Ansprache. Sonst tausendfach von den Fankurven intoniert, erhält er in den kalten Gemäuern der Marktkirche eine Emotionalität, die die Menschen tief berührt.
Die Besucher des Gottesdienstes kämpfen immer wieder mit den Tränen. Angehörige, Fans und auch die Verantwortlichen von Hannover 96 und des DFB teilen diese Emotionen. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw und Co-Trainer Hans-Dieter Flick, Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und Mannschaftskapitän Michael Ballack erweisen dem verstorbenen Nationaltorwart die letzte Ehre. Gerade der Mannschaftskapitän ist sehr bewegt. Das Länderspiel am Samstag gegen Chile ist abgesagt – die Nationalspieler können und wollen nicht einfach weiter machen.
Vielen Fans von Hannover 96 geht es ebenso. Kerstin und Holger sind Dauerkartenbesitzer und treue Fans von Hannover 96. Kerstin war sich vor seinem Tod sicher: «Robert Enke spielt bei der WM.» Holger kann es immer noch nicht glauben: «Eine Legende ist gestorben.» Bevor sie sich mit dem Trauerzug Richtung Stadion in Bewegung setzen, machen sie auf ein Detail aufmerksam, das rückblickend wie eine düstere Prophezeiung erscheint. Üblicherweise wählt Robert Enke nach gewonnener Platzwahl immer die Seite mit der Fankurve im Rücken. Bei seinem letzen Heimspiel am 8. November gegen den Hamburger SV hat er auch die Platzwahl gewonnen. Doch dieses mal entscheidet er sich anders – Hannover spielt in der ersten Hälfte auf die Fankurve zu. Vielleicht ein unwichtiges Detail, vielleicht aber auch der vorweggenommene Abschied von seinen Fans, die er in seiner letzten Halbzeit im Rücken wissen wollte.
Vom Opernplatz setzt sich die riesige Menschenmenge in Bewegung. 35.000 sollen es sein, vielleicht auch mehr. Kaum vorstellbar, wie leise so viele Menschen sein können. Andächtig, nur leise murmelnd, gehen sie Richtung Stadion, der Heimat ihres Helden. Auch Andy hat sich mit seinem Sohn Joel auf den Weg gemacht. Der Vater erzählt von der mitfühlenden Seite Robert Enkes. Er sei «ein super Mensch gewesen. Immer hilfsbereit». Nach einem schweren Unfall seines Sohnes bat er Robert Enke mal auf privatem Weg um einen signierten Ball. Der Torwart habe diesen Wunsch gerne erfüllt, erzählt er.
Das Stadion ist zur Pilgerstätte geworden. Ein Lichtermeer an Kerzen und unzählige Abschiedsgrüße bezeugen die Liebe der Fans zu ihrem Idol. Gerade als sich die Kundgebung aufzulösen scheint, beginnen die Menschen zu klatschen. Erst vereinzelt, dann mehr und mehr. Schließlich brandet echter Applaus auf - die ersten Gesänge werden angestimmt: «Es gibt nur einen Robert Enke, es gibt nur einen Robert Enke!». So ist es, und so bleibt es. Die Gesänge ebben ab, sie waren kurz und intensiv.
Die Fans senden ihren letzten Gruß an Robert Enke: «You'll never walk alone.»- nicht nur an diesem nasskalten Abend in Hannover.
mat/news.de
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Eine schöne Trauerfeier war's....doch wo ist die Trauer und die Liveübertragung,wenn wiedermal einer unserer Soldaten im Zinksarg nach Hause kommt? Wer ist für seine Familie da ?
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