Fia-Präsident Jean Todt Schumacher in Todts Windschatten?

Michael Schumacher gratuliert Jean Todt zum Wahlsieg. (Foto)
Wie Papa und Sohn: Michael Schumacher gratuliert seinem Ziehvater Jean Todt zum Wahlsieg. Bild: dpa

«Ich werde jetzt ein ruhiges Wochenende verbringen. Und am Montag die Tür des Büros aufschließen», sagte der neue Fia-Chef Jean Todt. Zurück blieb vor allem die Frage, ob sein Ziehsohn Michael Schumacher eine bedeutende Rolle in der Fia spielen wird.

Und wenn ja, welche Position könnte er einnehmen? Britische Medien spekulierten, dass der Formel-1-Rekordweltmeister möglicherweise Todts Beauftragter für die Königsklasse werden könnte. Der ehemalige Ferrari-Teamchef hatte nach seiner Wahl angekündigt, dass die Formel 1 für ihn als Fia-Chef nicht das alleinige hauptsächliche Aufgabengebiet sein werde.

Er wolle Beauftragte für alle unter dem Fia-Dach organisierten Weltmeisterschaften benennen. «Ich möchte nicht die Probleme unterschätzen, aber der Erfolg in meiner Karriere ist immer der gewesen, die richtigen Leute in meinem Team zu haben», sagte Todt.

Nach seinem Aufstieg zum weltweit obersten Automobil-Funktionär gönnte sich Jean Todt erst einmal Erholung. Der Wahlkampf gegen seinen Konkurrenten Ari Vatanen und der deutliche Sieg waren auch an dem neuen Präsidenten des Automobil-Weltverbandes nicht spurlos vorüber gegangen.

Dass die Beziehung zwischen ihm und Schumacher außergewöhnlich eng ist, ist bekannt. Schumacher hatte seinem Freund, mit dem er bei Ferrari fünf seiner insgesamt sieben WM-Titel gewann, im Vorfeld des Votums von Paris als Wahlhelfer gedient. «Er ist wie ein Sohn für mich. Es gab immer einen Platz an meiner Seite und es wird ihn immer geben», sagte Todt.

Der einstige Rallye-Copilot hat aber nicht nur die Formel 1 als Problemzone, für die er fähige Vertraute braucht. Die Fia will sich schließlich nicht nur um den Sport kümmern, sondern auch um Fragen des Straßenverkehrs, der Sicherheit oder der Umwelt.

Doch zunächst muss Todt erst einmal die Fia wieder einigen. Zwar fiel die Zustimmung mit 135 zu 49 Stimmen deutlicher als erwartet für ihn als Favoriten aus. Große Automobilverbände wie der ADAC hatten sich allerdings gegen ihn gestellt. Die Fürsprache seines umstrittenen Vorgängers Max Mosley war für ihn dabei nicht hilfreich. «Der Tag der Wahl ist vorbei. Jeder muss nun dieselben Ziele teilen, auch die, die mich nicht unterstützt haben. Ich schließe niemandem die Tür zu», appellierte Todt an Freund und Feind.

Das Autoland Deutschland hat durch die Wahl Todts zunächst an Einfluss in der Fia verloren. Einziger Vertreter in einem wichtigen Gremium ist Rudolf Graf von Schulenburg als Mitglied des beratenden Senats. Dagegen war für den ADAC-Sportpräsidenten und bisherigen Fia-Vizepräsidenten für Sport, Hermann Tomczyk, sowie ADAC-Chef Peter Meyer die Niederlage von Vatanen auch eine eigene Niederlage. Sie sollten Vizepräsidenten im Falle eines Sieges des ehemaligen Rallye-Weltmeisters aus Finnland werden.

heh/kat/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige