Ohne Kapitän nach Russland?
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Nur zehn Tage vor dem Qualifikations-Showdown in Moskau verhindern anhaltende Wadenprobleme einen Einsatz von Michael Ballack in der Champions League für den FC Chelsea. Gegen die Russen soll er die Nationalelf eigentlich zur WM führen.
Bundestrainer Joachim Löw sieht aber derzeit keinen Anlass zur Sorge um seinen Kapitän für die wegweisende Russland-Reise. Es seien noch «keine Warnzeichen eingegangen», hieß es aus der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes. Vor der Nominierung seines Kaders für den Qualifikations-Endspurt zur WM 2010 in Südafrika mit den Partien in Russland am 10. Oktober und gegen Finnland am 14. Oktober in Hamburg will Löw mit seinem Führungsspieler allerdings nochmals telefonieren, um die Fitnessfrage zu klären.
Eine Glückwunsch-Mail zum Geburtstag des «Capitanos» am 26. September war bis dahin der letzte Kontakt zwischen Bundestrainer und Ballack. Auf seinem Geburtstagsfest war der Mittelfeldstar noch nicht von einer längeren Auszeit ausgegangen, hieß es aus dem Umfeld des Profis. Im Chelsea-Flieger nach Zypern blieb sein Platz leer. Auf eineinhalb Homepage-Zeilen verkündete der englische Pokalsieger den erneuten Ausfall des Mittelfeldstars für die Partie in Nikosia.
Bei der 1:3-Niederlage in der Liga gegen Wigan Athletic hatte der Verein das Fehlen Ballacks an dessen 33. Geburtstag als «Schonung wegen Wadenproblemen» bezeichnet. Nun ist auf der Klub-Seite von einer «Verletzung» die Rede. Ballacks Wadenzwicken hat schon Tradition. Die Unterschenkel sind die Schwachstelle des 95-fachen Nationalspielers.
Vor dem WM-Eröffnungsspiel 2006 gegen Costa Rica beschäftigte eine Blessur das ganze Land - der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann verzichtete schließlich trotz Widerspruchs des Spielers auf einen Einsatz des nicht zu 100 Prozent fitten Kapitäns. Am Vorabend des EM-Endspiels 2008 schreckte wieder ein medizinisches Ballack-Bulletin auf. Der England-Legionär konnte schließlich spielen, das 0:1 gegen Spanien in Wien aber nicht verhindern.
Ein angeschlagener Ballack - oder gar ein Totalausfall des torgefährlichen Führungsspielers - auf dem Moskauer Kunstrasenplatz wäre für Löw das schlimmste anzunehmende Personalproblem. «Michael Ballack ist mit seiner Erfahrung als Kapitän in der Hierarchie der Mannschaft weiter ganz oben, klar», hatte Löw über ihn gesagt. Man habe «relativ wenig Nationalspieler mit seiner Erfahrung».
heh/mac/news.de/dpa
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