Fußball-Bundesliga Bochum siegt mit neuem Trainer

Der Trainerwechsel beim VfL Bochum zeigt Wirkung. Drei Tage nach dem Pokal-Aus gegen Schalke 04 gelang dem Revierclub mit Interimscoach Frank Heinemann ein Sieg gegen den 1. FC Nürnberg - und damit auch der erste Auswärtserfolg.

Bochum siegt beim «Club» (Foto)
Die Nürnberger Dominic Maroh (r.) und Javier Pinola attackieren Bochums Joël Epalle. Bild: dpa

Der VfL Bochum schlug den 1. FC Nürnberg im Freitagsspiel der Bundesliga mit 1:0 (1:0). Das «goldene Tor» für den VfL erzielte im ersten Punktspiel nach dem Rauswurf von Marcel Koller Torjäger Diego Klimowicz bereits in der siebten Minute. Mit sieben Punkten zogen die Bochumer in der Tabelle an dem im Angriff armseligen «Club» (5) vorbei, der im vierten Heimspiel bereits die dritte Niederlage kassierte. «Wir haben gleich am Anfang ein blödes Gegentor gefressen haben. Danach haben wir kein Mittel gefunden. Es ist logisch, dass die Zuschauer unzufrieden sind», meinte Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer. «Wir sind jetzt gefordert als Mannschaft, als Verein.»

«Wenn man so ein wichtiges Spiel zu Hause verliert, sollte man nicht erst anfangen, etwas Positives zu finden», meinte Nürnbergs Trainer Michael Oenning, bei dem zwei Tage vor seinem 44. Geburtstag sämtliche Vorfreude verfolgen war. «Wir haben zum ersten Mal Nerven gezeigt. Zu keiner Phase haben wir das Spiel in den Griff bekommen.» Sein Freund und Kollege Heinemann war mehr erleichtert als euphorisiert nach dem ersten VfL-Sieg nach drei Niederlagen. «Das war ein Anfang, der sehr, sehr wichtig war. Wir waren sehr unter Druck. Wir wussten, dass wir hier auf keinen Fall verlieren durften», sagte der bisherige Assistenzcoach, der sich nun Hoffnungen machen darf, eine Dauerlösung zu werden. «Ich habe kein Problem damit, Interimstrainer zu sein. Der Sieg war wichtig für den VfL.»

Gäste-Trainer Heinemann hatte sein Team gegenüber dem Pokal-Aus auf zwei Positionen verändert, Regionalliga-Schlussmann Andreas Luthe aber im Tor belassen und ihm so das Bundesliga-Debüt ermöglicht. Schon nach sieben Minuten hatten die Bochumer vor 35 376 Zuschauern Grund zum Jubeln. Nach einer scharfen Hereingabe von Ex- Nationalspieler Paul Freier flog der Ball an Freund und Feind vorbei zu Klimowicz, der am zweiten Posten stand und ohne Mühe den Ball zu seinem zweiten Saisontor einschob.

Franken enttäuschen auf ganzer Linie

Nach dem Schock bemühten sich die Nürnberger, die Gäste unter Druck zu setzen. Doch die offensiv aufgestellten Franken enttäuschten auf ganzer Linie. Sie spielten oft zu umständlich und zu unpräzise. Ihre Standards waren erschreckend ungefährlich. Nur Eric Maxim Choupo-Moting prüfte vor der Pause VfL-Schlussmann Luthe mit einem Schuss (36.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nürnberger bereits den zweiten Schreck verdauen müssen: Kapitän und Abwehrchef Andreas Wolf, der schon mit Adduktorenproblemen in die Partie gegangen war, musste von Dominic Maroh ersetzt (26.) werden.

Die Bochumer standen kompakt und lauerten auf Konter. Sie wirkten nach der Entlassung von Cheftrainer Koller befreit und agierten wesentlich zielstrebiger als der FCN. Was fehlte, war die letzte Konsequenz vor dem Tor. So verpasste es Freier (31.) aus kurzer Entfernung zu schießen, passte stattdessen nach innen und ließ die Chance zum 2:0 ungenutzt.

Ellenbogencheck bleibt ungeahndet

Glück hatten die Nürnberger, als ein Ellbogencheck von Javier Pinola (34.) im Zweikampf gegen Freier ungeahndet blieb. «Das war ganz klar eine Tätlichkeit», sagte VfL-Manager Thomas Ernst in der Pause. Zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff ließ Schiedsrichter Marco Fritz (Krob) in einer ähnlichen Aktion von Pinola gegen Joel Epallé erneut Gnade walten und den Argentinier auf dem Platz.

Nach dem Wechsel setzten die Gastgeber ihr armseliges Angriffsspiel fort - keine Flügelspiel, kein Ideengeber, keine Gefahr. Mit zunehmender Spielzeit wurden die FCN-Fans immer ungehaltener und riefen «Wir wollen euch kämpfen sehen.»

Doch das taten die Bochumer. Sie hatten keine Mühe, Spiel und Gegner zu kontrollieren, und beschränkte sich darauf, das Ergebnis zu verwalten. Trotzdem hatten die Gäste die beste Torchance: Nach einer schlechten Faustabwehr von Nürnbergs Keeper Schäfer lenkte Pinola einen Schuss von Epallé an den Pfosten. Kurz zuvor hatte Schäfer einen von Harvard Nordtveit abgefälschten Ball gerade noch zur Ecke fausten können. In Schlussphase versuchten es die Nürnberger mit Verzweiflungsschüssen, doch unterstrich dies nur die Ideenlosigkeit des «Clubs».

tno/news.de/dpa

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