Gefährlicher Sport Spiel mit dem Tod

Senna (Foto)
Ein Ölgemälde von Ayrton Senna. Sein Tod beim Formel1-1-Rennen in Italien 1994 erschütterte Millionen Menschen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Motorradpilot Shoya Tomizawa wird nach schwerem Sturz im WM-Lauf von Misano von zwei Kollegen überrollt. Sein Tod an diesem Wochenende zeigt wieder einmal das hohe Risiko, das Spitzensportler eingehen. Schon viele bezahlten mit ihrem Leben.

Bei Sportarten wie Ski Alpin, Motorsport oder Boxen riskiert der Athlet potenziell sein Leben. Abfahrer, die auf vereister Piste mit 140 Stundenkilometern zu Tal schießen oder Formel-1-Piloten, die mit Tempo 300 über den Asphalt jagen und deren Kopf in den engen Chassis nahezu ungeschützt frei ist, müssen sich über die Gefahr im Klaren sein.

Allein in der Formel 1 starben 30 Fahrer durch Unfälle in Rennen oder im Training. Von den Anfangsjahren bis in die 1970er Jahre hinein fuhr der Tod sprichwörtlich mit. Fahrer wie Jochen Rindt lebten in der ständigen Angst, im Cockpit zu verbrennen. Ayrton Senna war 1994 der bislang letzte, der in der Formel 1 starb. Die Motorradpiloten leben da weitaus gefährlicher. Shoya Tomizawa war der 46. Fahrer, der seit 1949 bei Motorrad-WM-Läufen sein Leben lassen musste.

Tragische Todesfälle
Abstürze, Herzinfarkte und Abflüge
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Unfälle führen das Risiko, das manchen Sportarten anhaftet, am grauenvollsten vor Augen. Doch es gibt andere, weitaus häufigere Todesursachen: Mord, wie im Falle des kolumbianischen Fußball-Nationalspielers Andrés Escobar, der aufgrund eines Eigentores nach der Weltmeisterschaft 1994 in Medellin erschossen wurde, ist es aber nur in Ausnahmefällen. Dennoch sind Hochleistungssportler Risikogruppen, gefährdet durch schwache Immunsysteme und Drogenmissbrauch (Doping).

Herztod steht an erster Stelle

Die starke Beanspruchung beim Leistungsport löst Streßregulationen im Körper aus, die das Immunsystem schwächen. Sportler, die besonders intensiv trainieren oder Wettkämpfe in dichter Folge absolvieren müssen, sind damit anfälliger gegen Viren und Bakterien. Wird der Infekt dann nicht entdeckt oder nicht richtig auskuriert, wird es schon so gefährlich.

Plötzlichen Herztod ist die Nummer eins der Todesursachen. Heute wird Topathleten zum Glück oft schnelle Hilfe zuteil, wie im Fall von Ümit Özat. Der Kapitän des 1. FC Köln brach 2008 ohne Fremdeinwirkung auf dem Rasen zusammen. Sanitäter leiteten noch am Spielfeld Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Im Krankenhaus wurde später eine MyokarditisHerzmuskelentzündung festgestellt. Özat musste seine Karriere beenden.

Nicht gerettet werden konnte dagegen der Kameruner Fußballnationalspieler Marc-Vivien Foé, der beim Konföderationen-Pokal 2003 aufgrund eines Herzversagens kollabiert war. Die Herzerkrankung ist oft schwer feststellbar, wie bei Axel Jüptner vom FC Carl Zeiss Jena, der 1998 im Training zusammengebrochen war. Der Mannschaftsarzt hatte ihn als spieltauglich eingestuft.

Doping und Langzeitfolgen

Ähnlich heimtückisch ist AneurysmaEine Aussackung einer Arterie, die nicht über die normale Muskelschicht der Arterienwand verfügt. Sie stellt somit einen Schwachpunkt an dieser Arterie dar. , wenngleich es selten bei Sportlern vorkommt. Betroffene merken kaum etwas von der Erweiterung eines Blutgefäßes im Gehirn – bis das Gefäß platzt. Im März 2009 brach der 20 Jahre alte Handball-Nationalspieler Sebastian Faißt während eines Turniers mit einer plötzlichen Hirnblutung zusammen und starb.

Drogeneinwirkungen, respektive Doping, ist eine weiterer Todesursache vieler Spitzensportler. Das bekannteste Opfer ist wohl der britische Radsportler Tom Simpson, der mit Alkohol und Amphetaminen vollgepumpt bei der Tour de France 1967 am Mount Ventoux kollabierte. Auch Marco Pantani wurde ein Opfer von Drogen. Und auch in der westdeutschen Leichtathletik gab es Todesfälle durch Doping.

Siebenkämpferin Birgit Dressel starb 1987 an mehrfachem Organversagen. Die Ermittlungen ergaben, dass sie in den letzten 16 Monaten etwa 400 Spritzen erhalten hatte – vor allem Anabolika. Ihr Körper hatte letztlich kapituliert. Viele Fälle wie der Tod von US-amerikanischen Topsprinterin Florence Griffith-Joyner können nicht eindeutig geklärtt werden. Sie starb aber wahrscheinlich an den Langzeitfolgen von Doping.

 

kru/news.de

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