So., 12.02.12

Fußball-Metropolen für Mann und Frau Rom – Brot und Spiele einmal anders

Von news.de-Redakteur Stefan Bechstein

Artikel vom 27.05.2009

Rom ist die ewige Stadt, ein lebendiger Kulturschatz, aber auch Fußballmetropole und Einkaufsparadies. News.de unternimmt eine Reise durch das Olympiastadion, wirft einen Blick in die Designerboutiquen und zum Zirkus Maximus.

Wer ganz tief einatmet, kann im Römer Olympiastadion noch etwas deutsche Fußballgeschichte riechen. 1980 wurde die deutsche Nationalmannschaft an dieser Stelle Europameister und 1990 schoss Andreas Brehme sein Team per Elfmeter gegen Argentinien zum Weltmeistertitel. Das ist lange her und bei den Heimspielen des AS Rom riecht es nicht mehr nach deutscher Fußballgeschichte, sondern nach Qualm von bengalischem Feuer.

Ein Heimspiel der «Giallorossi», der Gelb-Roten, ist Fankultur in Reinform. Schon lange vor dem Anpfiff singen die Fans die Vereinshymne «Roma, Roma, Roma». Das sorgt für Gänsehaut. Im Olympiastadion ist Platz für 83.000 Zuschauer. Im Gegensatz zu den Stadien der deutschen Fußball-Bundesliga ist das Römer Olympiastadion fast nie ausverkauft. Auch nicht beim Derby gegen den Stadtrivalen Lazio Rom, der seine Heimspiele ebenfalls dort austrägt. Keine Seltenheit in Italien, wo die Stadien im Allgemeinen nicht ausverkauft sind.

Das hat hauptsächlich drei Gründe. Erstens sind die Eintrittspreise für den italienischen Durchschnittsverdiener zu hoch (20 bis 25 Euro) und jeder muss beim Ticketkauf seinen Ausweis zeigen. Zweitens sind die großen Stars längst in den anderen europäischen Ligen verteilt. Und drittens gibt es immer wieder Schlägereien auf den Tribünen.

Nichtsdestotrotz lohnt sich der Besuch im Stadion. Gerade für die weiblichen Besucher, denn – und das ist nun wirklich kein Geheimnis – die Hälfte aller italienischen Fußballprofis hätte auch Model werden können. Und für den Fußball-Liebhaber stehen mit Daniele de Rossi und Francesco Totti immerhin zwei Weltmeister im Aufgebot der Römer. Mit etwas Glück springt sogar ein Sieg heraus und die Roma stimmen Vendittis Lied «Grazie Roma» an.

Genug vom Fußball, jetzt gilt es, möglichst viele italienische Euro auszugeben. Und das funktioniert am besten in den zahlreichen Boutiquen der teuersten und exklusivsten Straße, der Via dei Condotti, die zur Spanischen Treppe hinführt. Dort warten Armani, Burberry, Dior, D&G und Gucci. Ein etwas niedrigeres Preisniveau findet man auf dem Corso Vittorio Emanuele und der Via del Corso. Weitere Anlaufstellen sind die Via Appia Nuova, die Via Tuscolana und die Via Marconi. Noch nicht genug? Kein Problem! Etwas außerhalb bietet Rom für alle Freunde von großen Einkaufscentern im amerikanischen Stil das Centro Commerciale Cinecittà.

Soviel Shopping macht hungrig und daher ist der Parco Vittorio Emanuel zu empfehlen, ein Lebensmittelmarkt, auf dem es frisches Obst und Gemüse zu kaufen gibt. Da er gut und günstig ist, kaufen dort auch die Einheimischen ein, was immer ein gutes Zeichen ist. Empfehlenswert ist dann noch ein Abstecher auf den Markt nahe der Basilica San Giovanni in Laterno. Dort gibt es Kleider und Accessoires und mit ein wenig Glück findet sich auch ein Markenschnäppchen.

Das Nachtleben in Rom bietet vielfältige Möglichkeiten. Da gibt es beispielsweise die Piazza Navona mit einer Menge Kneipen und Bars. Allerdings sind die Getränke dort nicht gerade günstig. Das sieht im Viertel Trastevere wieder anders aus. Für die Unterhaltung sorgen zudem Straßenmusiker und Jongleure. Eher ruhig geht es im Zirkus Maximus zu. Auf der Rasenfläche, wo einst spannende Wagenrennen stattfanden, lässt sich heute vor der beeindruckenden Kulisse des Palatins der Tag wunderbar ausklingen lassen. Am besten eine Picknick-Decke mitnehmen und eine Flasche Rotwein aus der Region Castelli Romani. Den hat angeblich schon der Dichter Horaz genossen. Cincin!

hem
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