Fussball-Bundesliga Hans Meyer verlässt Mönchengladbach

Die Sprüche der 46. Bundesliga-Saison (Foto)
Hans Meyer hat den Klassenerhalt geschafft, will aber nicht den Neuaufbau stemmen. Bild: dpa

Von Morten Ritter
Mit seinem nicht unerwarteten Rückzug hat Hans Meyer den Weg für einen Neuanfang beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach frei gemacht. Der Verein bestätigte die Meldung noch nicht, Nachfolger sind noch nicht im Gespräch.

«Mit einem fast 67-Jährigen kann man keine Mannschaft aufbauen. Mit meiner Erfahrung konnte ich helfen, die Klasse zu erhalten. Alles andere ist nicht produktiv, nicht für Hans Meyer und nicht für Borussia Mönchengladbach», sagte Meyer der Aachener Zeitung und den Aachener Nachrichten. Er bestätigte damit Medienberichte über einen vorzeitigen Rücktritt. Sein Vertrag lief ursprünglich bis zum 30. Juni 2010.

Der Verein wollte Meyers Schritt zunächst nicht bestätigen. Möglicherweise präsentiert der Klub zeitnah einen Nachfolger.

Damit endet in Mönchengladbach eine Meyer-Ära zum zweiten Mal vorzeitig. Auch sein erstes Engagement bei der Borussia von 1999 bis zum 1. März 2003 hatte der Trainer aus privaten Gründen überraschend vor Ablauf der vereinbarten Frist abgeschlossen.

Diesmal könnte es ein letzter Abschied von der großen Fußballbühne sein. Im Deutschen Sportfernsehen (DSF) hatte der Trainer vor kurzem erklärt, dass er im Fall des Abstiegs als bald 67-Jähriger wohl nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Nach der schon fast nicht mehr für möglich gehaltenen Rettung am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen Borussia Dortmund vermied Meyer ein klares Bekenntnis für sein weiteres Engagement am Niederrhein.

Die Verantwortlichen in Mönchengladbach hatten bis zuletzt gehofft, dass der Coach auch in der kommenden Saison noch das Zepter schwingt. Doch trotz des Klassenverbleibs, auch dank der Investitionen von mehr als fünf Millionen Euro in der Winterpause, wurde Meyers Wirken bei der Borussia nicht unkritisch gesehen. Vor allem seine Außendarstellung und sein ewiger Kampf gegen die Medien, aber auch sein sehr kritischer Umgang mit Jung-Nationalspieler Marko Marin erleichterten die Arbeit nicht. Schon bei seinem ersten Abschied vor sechs Jahren hatte sich Meyer in Mönchengladbach mit Teilen der Presse überworfen.

Nach seinen Engagements bei Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg dürfte die Borussia Meyers letzte Trainerstation gewesen sein. In allen drei Fällen bewahrte die Vereine vor dem Absturz. Der Mönchengladbacher Klub, der zwischen den beiden Amtszeiten Meyers sieben Trainer verschliss, muss damit wieder einen Neuanfang starten.

mas/bjm

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