Fußball-Nationalmannschaft Kampf um den Platz im Tor ist eröffnet

Vier heiße Kandidaten gibt es, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 das deutsche Tor hüten könnten. Dass drei von ihnen nicht am internationalen Ligabetrieb teilnehmen, spiele keine Rolle, sagt Trainer Joachim Löw. Doch der Konkurrenzkampf ist groß.

Fernduell um die Macht im Tor (Foto)
Im Fernduell um die Nummer 1: Robert Enke (links), René Adler (Mitte) und Tim Wiese. Bild: dpa

Im Fernen Osten will Robert Enke seine derzeitige Position als Favorit verteidigen, dazu drängt Debütant Manuel Neuer ins Rampenlicht - doch das wohl wichtigere Duell im Vierkampf um die deutsche Nummer 1 steigt am Samstag in Berlin.

Im DFB-Pokalfinale können der Leverkusener René Adler oder der Bremer Tim Wiese ihre Ausgangsposition im offenen Rennen verbessern, denn der Sieger von Berlin darf sich in der kommenden Saison als einziger Kandidat auf das WM-Tor 2010 auch auf Vereinsebene in der neuen Europa League präsentieren. «Selbstverständlich wären internationale Spiele - am besten in der Champions League - für die Entwicklung sehr wichtig», übermittelte Joachim Löw aus China Richtung Heimat.

Der Bundestrainer will aus der Ausgangsposition vor der WM-Saison aber kein Problem machen. Dass drei der vier Kandidaten für die Nummer 1 mit ihren Clubs in der kommenden Spielzeit nicht international dabei sind, «gilt es für uns, so zu akzeptieren. Das können wir nicht ändern», sagte Löw. «Unsere Torhüter haben bewiesen, dass sie in der Nationalmannschaft internationales Niveau haben.»

Ob er sich den einen oder anderen Wechsel seiner Torhüter zu einem Spitzenclub heimlich gewünscht hatte, ließ der DFB-Chefcoach offen. «Nach dem jetzigen Stand wird es keine Veränderungen geben», verriet Löw. Wiese bleibe auf jeden Fall in Bremen, Adler in Leverkusen, Enke in Hannover - «und bei Neuer gab es von Schalke eine klare Absage für einen Wechsel nach München».

Löw, der am Freitag gegen China Enke trotz dessen genähter Kopfwunde 90 Minuten ins Tor stellen will und Neuer für das zweite Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate zumindest einen Teileinsatz versprochen hat, bleibt auch ein Jahr vor dem großen Ziel WM in Südafrika bei seiner Torwart-Strategie. «Wir haben ein sehr gutes Potenzial und absoluten Konkurrenzkampf. Da ist noch keine Entscheidung gefallen», unterstrich er.

Dieser Konkurrenzkampf stachelt alle vier Kandidaten an. Für Enke war eine Absage der Asien-Reise trotz der Verletzung kein Thema. Das habe nichts damit zu tun, «dass die anderen beiden nicht dabei sind», versicherte der 31 Jahre alte Hannoveraner zwar. Aber natürlich bringt ihm jedes Länderspiel in Löws Rangliste auch einen Pluspunkt. «Den Urlaub hänge ich dran, kein Problem. Ich werde noch genug Zeit bekommen, abzuschalten und die Akkus aufzuladen», bemerkte Enke.

Zusätzlich motiviert ist jetzt auch Nachwuchs-Mann Neuer, der nach dem Asien-Trip mit dem U21-Team noch die Junioren-Europameisterschaft in Schweden angehen wird. «Die Nationalmannschaft ist schon eine große Nummer, viel professioneller, viel mehr Leute drumherum», hat der Schalker schon nach wenigen Tagen im Kreis der großen Stars erkannt.

Das Kapitel A-Nationalteam soll nun beginnen, das Thema FC Bayern ist für Neuer dagegen beendet: «Ich habe bei Schalke einen Vertrag bis 2012 und hatte nie vor, das zu ändern», sagte der 23-jährige Torhüter in Shanghai. Der deutsche Rekordmeister hatte Interesse an Neuer bekundet, Schalke erteilte dem FC Bayern jedoch eine deutliche Absage.

Alle Beteiligten aber wissen: Im Fußball-Geschäft sind gerade in der Transferperiode auch überraschende Wendungen möglich. So blieb sogar Enke noch ein wenig vorsichtig auf die Frage, ob er definitiv in Hannover bleibe. «Zu 100 Prozent kann ich das nicht versprechen. Ich kann nur das sagen, was ich zuletzt immer gesagt habe: Im Moment hat es nicht den Anschein, dass sich etwas ändert.»

mac/mas

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig