Magath will noch keine Glückwünsche
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Alle gratulieren dem VfL Wolfsburg vorzeitig zur Meisterschaft, doch die Fußballgeschichte lehrt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten und viele haben sich schon zu früh gefreut. Magath will noch keine Glückwünsche.
«Wir werden auf diesen Sirenengesang nicht hereinfallen und tun, was wir die vergangenen zwei Jahre immer getan haben - seriös arbeiten», versprach VfL-Coach Felix Magath im Interview mit dem Hamburger Abendblatt volle Konzentration bis zum Abpfiff der Partie gegen Werder Bremen. Karl-Heinz Rummenigge, dessen FC Bayern München zum Verfolger-Duell den VfB Stuttgart empfängt, erwartet jedenfalls keine Schützenhilfe. «Für Bremen ist das Uefa-Cup-Endspiel wichtiger. Ich glaube nicht, dass die da ganz taufrisch auflaufen werden», sagte der FCB-Vorstandschef.
Zwar gehen die Wölfe (66) als klare Titelfavoriten mit zwei Punkten Vorsprung vor München und Stuttgart (je 64) in das Saison-Finale, doch bereits sechsmal in der Ligageschichte wurden die Spitzenreiter noch von den Verfolgern auf der Zielgerade abgefangen.
Bayern München gegen Werder Bremen 1985/86
Michael Kutzop vom Titelrivalen Bremen verschoss am vorletzten Spieltag in letzter Minute gegen die Münchner den wohl berühmtesten Elfmeter der Ligageschichte. «Dieses Scheiß-Geräusch werde ich nie vergessen», sagte Kutzop nach seinem Pfostenschuss damals. Es blieb beim 0:0, die Folgen waren verheerend. Statt mit vier lagen die Hanseaten weiter nur mit zwei Punkten vor den Bayern, verloren das letzte Spiel in Stuttgart mit 1:2 und wurden vom punktgleichen Rivalen nach dessen 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach noch überflügelt. Bayerns Tordifferenz war um neun Treffer besser. «Die Bremer hätten es auch packen können», stellte Bayern-Idol Franz Beckenbauer damals großzügig fest.
Bayern München gegen Bayer Leverkusen 1999/2000
Dies traf 14 Jahre später auch für Bayer Leverkusen zu, doch am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 verspielte die Daum-Elf durch eine 0:2-Pleite beim Dorfclub SpVgg. Unterhaching ihren Drei-Punkte-Vorsprung. Dagegen bezwangen Ottmar Hitzfelds Münchner Werder Bremen mit 3:1 und hatten diesmal im Vergleich mit dem schon wie ein Meister gefeierten Werksclub ein um sieben Treffer besser gefülltes Torkonto.
Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München 1970/71
Einmal zogen die Münchner beim Spielzeit-Halali aber auch den Kürzeren. 1970/71 lagen sie nach 33 Runden ein Tor vor der punktgleichen Borussia aus Mönchengladbach. Dann aber verlor die Isar-Elf beim damaligen Angstgegner MSV Duisburg 0:2, die Gladbacher hingegen triumphierten 4:1 bei Eintracht Frankfurt und durften die Meisterschale empfangen.
Borussia Dortmund gegen Werder Bremen 1994/95
1994/95 wurden die Bayern dann zum Meistermacher für Borussia Dortmund. Die Westfalen lagen am Ende einen Punkt vor Werder Bremen, der seinen Vorsprung durch ein 1:3 in München einbüßte, weil ihn der BVB durch ein 2:0 über den Hamburger SV überholte und den ersten Liga-Titel für Coach Hitzfeld feierte. «Das ist der schönste Tag in meinem Leben», sagte der damalige Clubchef Gerd Niebaum mit einer dicken Zigarre im Mundwinkel.
VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt 1991/92
Drei Jahre zuvor war sein BVB bei der bisher wohl spannendsten Titelentscheidung nur kurzzeitig gefühlter Champion. Denn die als Erste in die letzte Runde gegangene Eintracht aus Frankfurt verlor bei Hansa Rostock 1:2, der BVB gewann 1:0 beim MSV Duisburg und hatte damit den Sprung von Platz drei auf eins geschafft. Doch ein Tor von Guido Buchwald vier Minuten vor Schluss zum 2:1 bei Bayer Leverkusen ließ den VfB Stuttgart und dessen Trainer Daum jubeln. Am Ende gab ein Plus von elf Treffern den Ausschlag zugunsten des VfB.
Bayern München gegen Schalke 04 2000/01
Unvergessen und noch dramatischer verlief das Finale 2000/2001. Wieder mal waren die Bayern beteiligt: In der 90. Minute gerieten sie beim HSV 0:1 in Rückstand. In Gelsenkirchen hatte der FC Schalke 04 sein Heimspiel 5:3 gegen Unterhaching gewonnen. Während Spieler und Fans der Königsblauen schon feierten, lief in Hamburg die 4. Minute der Nachspielzeit. Als Patrik Andersson einen umstrittenen Freistoß zum 1:1 in die Maschen setzte, war Schluss und Bayern zum dritten Mal in Serie Meister. Hitzfeld und Kapitän Stefan Effenberg fielen sich um den Hals, Keeper Oliver Kahn riss die Eckfahne aus der Verankerung und auf Schalke flossen beim «Meister der Herzen» und seinem Anhang die Tränen. Kaiser Franz Beckenbauer brachte es auf den Punkt: «Das war ein Fußball-Wunder. Schön für uns, aber bitter für die Schalker.»
hem
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