FC Bayern München Klinsmann am Abgrund - Meisterschale fast futsch?

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Jürgen Klinsmann (l.) und Franck Ribery beim Auslaufen. Bild: ap

Aufgebrachte Fans, sprachlose Bosse, gefrusteter Top-Star - und ein Trainer am Abgrund: Alleingelassen vom schweigenden Vorstand klammerte sich Jürgen Klinsmann nach der letzten fast geplatzten Titeloption an sein wankendes Projekt FC Bayern.

«Ich glaube nicht, dass ich mir Sorgen um meine Position machen muss», behauptete der 44-Jährige. «Ich bin ein Kämpfer und mache das Ding weiter. Die Chemie stimmt intern.» Am Tag nach der Niederlage leitete Klinsmann scheinbar ganz normal das Training. Beim Auslaufen der Stars trabte er vor einigen hundert Zuschauern engagiert vorneweg.

Eine trügerische Ruhe auf dem Vereinsgelände, denn nach dem Champions-League-Aus und dem DFB-Pokal-K.o. stehen die Bayern nun auch in der Fußball-Bundesliga vor einem Scherbenhaufen. Zwar blieb durch die 0:2-Niederlage von Tabellenführer Wolfsburg in Cottbus der Rückstand auf die Spitze weiter bei drei Punkten und damit eine Mini-Chance auf den Titel, aber nach Sturz auf Platz drei ist selbst die Champions-League-Qualifikation als Minimal-Ertrag einer Bayern-Saison akut gefährdet.

«Das, was als Ziel bleibt, ist der zweite Platz», urteilte Franz Beckenbauer als Premiere-Experte und bewertete schon einmal einen möglichen vorzeitigen Schlussstrich unter die Ära Klinsmann: «Es wäre jammerschade, wenn es nicht funktioniert. Der FC Bayern hat so viel investiert, Klinsmann hat so viel investiert.» Und teuer wäre eine Trennung für den Verein zudem.

«Man kann noch so viel Ruhe ausstrahlen. Es fehlen einfach die Ergebnisse», stellte Beckenbauer fest. Der Handlungsdruck ist fünf Spieltage vor Saisonende groß - aber wird die Reißleine gezogen? Beckenbauer würde dem extrem fleißigen Klinsmann eine letzte Galgenfrist gewähren: «Das Heimspiel gegen Gladbach muss gewonnen werden. Sonst wird es für Jürgen eng, das weiß er auch.»

Geht's noch enger? Beckenbauer sieht neben dem Trainer auch die Profis gefragt, die großen Defizite im Spiel blieben aber auch dem Vereinspräsidenten nicht verborgen. «Fußball hat auch ein bisschen was mit Hirn zu tun», grollte der Weltmeister-Trainer von 1990. Trotz 21:8 Torschüssen, 15:5 Ecken und 25:9 Flanken: ein Spielsystem mit einem Kombinationsfluss von Spielern, die Klinsmann jeden Tag besser machen wollte, war gegen Schalke nicht zu erkennen.

«Im Moment brauchen wir nicht über die Meisterschaft zu reden», meinte Nationalspieler Philipp Lahm fast resignierend. Einspruch, konterten Klinsmann («wir lassen nicht locker») und der Kapitän: «Es sind noch 15 Punkte zu vergeben, man darf nie aufgeben», mahnte Mark van Bommel. Die Jagd auf Tabellenführer VfL Wolfsburg geht aber gegen Mönchengladbach ohne Franck Ribéry weiter, der nach einem Frustfoul gegen Jefferson Farfan die Gelb-Rote Karte sah (76.).

hem

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