Bundesliga am Samstag Oje FCB! HSV mau!

Favoritensterben in der Fußball-Bundesliga am 29. Spieltag: Sowohl ein blutleerer FC Bayern (0:1 gegen Schalke) als auch ein hilfloser Hamburger SV (0:2 in Dortmund) sind nach ihren jeweiligen Niederlagen aus dem Titelrennen - wenn Wolfsburg am Sonntag gewinnt.

Rückschläge für FC Bayern und HSV im Titelkampf (Foto)
Körpersprache: Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann (l.) und Manager Uli Hoeneß. Bild: dpa

War das die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft? Wenn Tabellenführer VfL Wolfsburg am Sonntag beim Tabellenvorletzten Energie Cottbus gewinnt, thront der VW-Klub mit sechs Punkten Abstand vor Bayern und Hamburg an der Spitze. Die Hertha, die am Freitag bereits mit 1:0 in Hoffenheim gewann, bleibt somit erster Verfolger der Magath-Mannen (die aktuelle Tabelle sehen Sie hier).

Unter neuerlichen «Klinsmann raus»-Rufen hat der FC Bayern München einen schmerzhaften Rückschlag beim Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft erlitten. Beim 0:1 (0:1) gegen Schalke unter dem umjubelten Coach Mike Büskens agierte der Titelverteidiger erneut konzeptlos. Vor 69.000 Zuschauern gab es mehr Gebolze statt Geistesblitze, Fehlpässe statt Fußball-Feinkost - ein System war im taktisch einfältigen Spiel des Rekordmeisters gegen gut gestaffelte Gelsenkirchener nicht erkennbar.

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Mit seinem Tor des Tages beförderte Halil Altintop (21. Minute) nicht nur Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann endgültig auf den Schleudersitz, sondern lässt den Rekordmeister auch akut um die Qualifikation für die Champions League bangen. Nach der Gelb-Roten Karte für Jermaine Jones (70. Minute) sorgte Franck Ribéry mit einem Frustfoul für den unrühmlichen Schlusspunkt und sah ebenfalls Gelb-Rot (76.).

Die Stürmer der Bayern, Luca Toni und Lukas Podolski (ab 46. Minute), waren völlig wirkungslos. Auch in der ruppigen Schlussphase, in der zuerst Jones und dann Ribéry nach Gelb-Roten Karten gehen mussten, war der groß angekündigte Kampf des FC Bayern nicht zu erkennen. In der Nachspielzeit entschärfte der gute Neuer noch einen Gewaltschuss von Altintop.

Somit riefen die Bayern-Fans nicht nur «Klinsmann raus», sondern immer mehr auch nach dem «besten Mann»: Ottmar Hitzfeld. Klinsmann sprach nach dem Spiel von einer «bitteren Niederlage», die «natürlich sehr frustet». Zu den Unmutsäußerungen der Fans sagte er: «Das muss ich schlucken». Franz Beckenbauer kritisierte den «Hurra-Stil» der Klinsmann-Truppe in der Anfangsphase und meinte dazu: «Fußball hat auch was mit Hirn zu tun». Klar ist: Klinsmanns Stuhl wackelt bedenklich.

Lesen Sie auf Seite 2, wie der HSV beim BVB schwächelte

Dem Hamburger SV scheint zum Ende der Saison mehr und mehr die Luft auszugehen. Drei Tage nach dem Pokal-Aus im Halbfinale gegen Werder Bremen unterlag die Mannschaft von Trainer Martin Jol bei Borussia Dortmund mit 0:2 (0:1).

Vor 80.552 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgten Sebastian Kehl (32.) und Alexander Frei (90./Foulelfmeter) für den verdienten Sieg der Borussia, die sich nach nunmehr fünf Siegen in Serie weiter Hoffnungen auf einen Platz in der künftigen Europa League machen darf.

Die zunächst zurückhaltende Borussia fand spät, aber dafür eindrucksvoll ins Spiel. Mit einem ersten Warnschuss von Abwehrspieler Neven Subotic (22.), der das Lattenkreuz streifte, erwachten die Dortmunder zum Leben. Der Lohn für das nun größere Engagement ließ nicht lange auf sich warten: Nur zwei Minuten nach einer weiteren Möglichkeit von Nelson Valdez (30.) war Kehl zur Stelle. Eine Flanke von Nuri Sahin beförderte der Mittelfeldspieler durch die Beine von HSV-Keeper Frank Rost ins Netz und erzielte damit seinen dritten Saisontreffer.

Erst in der Schlussphase gewann die in der zweiten Halbzeit mäßige Partie an Fahrt. Zunächst vergab der eingewechselte BVB-Mittelfeldspieler Tinga (78.) eine Konterchance, dann traf auf der Gegenseite Albert Streit (80.) per Kopf nur die Unterkante der Latte. Den Schlusspunkt setzte jedoch die Borussia: Nach einem Foul von Michael Gravgaard entschied Schiedsrichter Michael Kempner auf Elfmeter, den der Schweizer Frei in der Schlussminute sicher verwandelte.

Lesen Sie auf Seite 3 über die restlichen Spiele am Samstag

Stuttgart - Frankfurt
Der VfB Stuttgart (54 Zähler) feierte beim 2:0 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt seinen fünften Erfolg in Serie und nährte damit die Hoffnungen auf die Qualifikation für die Champions League. Der Brasilianer Cacau (33.) und Torjäger Mario Gomez (48.) mit seinem 19. Saisontreffer schossen den erneuten Sieg für die wiedererstarkten Schwaben heraus, die ihre Erfolgsbilanz unter Teamchef Markus Babbel weiter ausbauten und nun punktgleich mit den Bayern und dem HSV sind.

Bremen - Bochum
Zwei Tage nach dem Einzug ins Pokalfinale kam Werder Bremen dank eines Kraftakts gegen den VfL Bochum zu einem 3:2 (0:2). Stanislav Sestak (16./44.) sorgte mit seinen Saisontreffern acht und neun für die überraschende 2:0-Führung des VfL, der dann aber einen weiteren Schritt Richtung Klassenverbleib doch noch verpasste. Denn die im «Niemandsland» der Liga feststeckenden Bremer drehten die Partie nach Toren von Hugo Almeida (54.), Naldo (70.) und Diego (79.) noch.

Leverkusen - Karlsruhe
Bremens Pokal-Endspiel-Gegner Bayer Leverkusen verpasste beim 0:1 gegen «Schlusslicht» Karlsruher SC nicht nur seinen fest eingeplanten ersten Sieg in der ungeliebten Ausweich-Heimstätte der Düsseldorfer LTU-Arena. Mehr noch: Sebastian Langkamp (72.) traf mit einer Art Befreiungsschlag fast von der Mittellinie aus mitten ins Herz der Leverkusener und lässt die Badener dank des ersten Dreiers seit dem 7. Februar nun sogar wieder auf die sportliche Rettung hoffen.

Hannover - Köln
In der Abstiegszone machte Hannover 96 durch den erneuten Dreier beim 2:1 (2:0) gegen den 1. FC Köln wertvollen Boden gut. Leon Andreasen (19./32.) stellte mit einem Doppelschlag frühzeitig die Weichen für die Vorentscheidung zu Gunsten der Niedersachsen, die nach Punkten zum FC aufschlossen. Trotz ihrer vierten Niederlage nacheinander dürften die Rheinländer, für die Torjäger Milivoje Novakovic (47.) seinen 15. Saisontreffer schaffte, kaum noch in Gefahr geraten.

Hoffenheim - Hertha
Ein Glückstor von Patrick Ebert hat Hertha BSC im Rennen um die deutsche Meisterschaft gehalten. Die Berliner gewannen am Freitagabend bei 1899 Hoffenheim mit 1:0 (1:0). Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim entschied der zweite Saisontreffer von Ebert (40. Minute) eine Partie, die über weite Strecken vom Neuling dominiert wurde. Die Badener zeigten ansatzweise sogar wieder jenen Spaßfußball, mit dem sie vor der Winterpause begeistert hatten, waren aber im Abschluss einmal mehr harmlos und warten nun schon seit elf Spielen auf einen Sieg.

mas

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 1
  • 30.04.2009 11:41

es ist schade das ein klinsmann weg ist.die anderen bundesligisten waren froh das der abstand durch solch eine fachlusche von h.hoeneß u.h.rummenige ausgesucht wurde

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