Hoeneß und der Meisterbalkon
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Von news.de-Redakteur Stefan Bechstein
Artikel vom 05.04.2009War das eine Klatsche für den FC Bayern München! Mit 1:5 wurde der Rekordmeister in Wolfsburg vom Rasen gefegt. Der VfL ist somit neuer Tabellenführer und untermauert seine Titelambitionen. Apropos mauern: Bayern-Manager Uli Hoeneß hat da noch eine Wette mit dem VfL ausstehen.
Als der VfL Wolfsburg 2004 kurzzeitig Platz eins in der Fußball-Bundesliga inne hatte, prahlte Hoeneß, Bayern werde den Rathausbalkon spendieren, falls der VfL Meister würde.
Damals war sich Hoeneß wohl sicher, dass es niemals dazu kommen würde. Denkste! Mittlerweile hat auch er den VfL als Titelkonkurrenten auf der Liste und will folglich von seinem damaligen Angebot nichts mehr wissen.
Dennoch ließ es sich Wolfsburgs Trainer und Manager, Felix Magath, nicht nehmen, das Hoeneß-Versprechen im aktuellen Sportstudio noch einmal anzusprechen. «Wenn ich mich recht erinnere, baut Uli Hoeneß den Meisterbalkon», sagte er mit dem für ihn typisch schelmischen Grinsen im Gesicht.
Überhaupt gab sich Felix Magath auffällig locker nach dem Kantersieg gegen den Rekordmeister. Er genoss sichtlich die Genugtuung, seinen ehemaligen Geldgeber und Titelkandidaten demontiert zu haben. Das 1:5 war für den FC Bayern die höchste Niederlage seit dem 1:5 auf Schalke im Jahr 2002.
Aber nicht nur deshalb wird der Sieg noch einige Bundesligaspieltage in Erinnerung bleiben, nein auch, weil Wolfsburgs Topstürmer Grafite ein beeindruckendes Tor zum Endstand erzielt hat. Ein Kandidat für das Tor des Monats.
Es war die 77. Minute. Der Brasilianer ließ Christian Lell, Andreas Ottl, Breno und sogar Torwart Michael Rensing im Strafraum links liegen und stieß den Ball mit der Hacke in Richtung Bayern-Tor. Wie in Zeitlupe rollte der Ball an den Abwehrspielern vorbei über die Linie.
«Ich hätte nie gedacht, dass der so reingehen würde. Ich wollte es fast gar nicht, aber ich hatte keine andere Möglichkeit», sagte Grafite, der in dieser Woche seinen 30. Geburtstag gefeiert hat. Auch sein Trainer war begeistert: «So ein Tor schießt er nur einmal im Leben».
Mit jedem Tor, das fiel, wurde Hoeneß' Kopf roter. Und als Magath dann noch in der 89. Minute seinen Stammtorwart herausnahm und den im Sommer scheidenden Ersatzkeeper André Lenz brachte, nahm der Bayern-Manager endgültig das Knallrot seines Fanschals an.
Welch eine Demütigung. «Ich habe André Lenz versprochen, dass ich ihn einsetze, wenn ich die Gelegenheit habe. Dass das ausgerechnet gegen die Bayern war, konnte ich nicht vorhersagen», sagte Magath. Und schickte ein süffisantes Lächeln hinterher.
Außer Trainer Jürgen Klinsmann wollte sich dann auch keiner der Bayern zum Debakel äußern. «Das war eine indiskutable zweite Halbzeit. Das tut natürlich weh und Kritik ist angebracht - bei jedem Einzelnen. Wir wollten heute oben stehen», so Klinsmann.
Oben steht nun aber der VfL Wolfsburg mit drei Punkten Vorsprung auf die Bayern. Oben steht auch Grafite, der mit 20 Treffern die Torschützenliste anführt. Und wenn das mit den Wolfsburgern so weiter geht, dann stehen sie demnächst auch oben auf dem Rathausbalkon - zur Meisterfeier.
Zwar hat Uli Hoeneß seine Bauabsichten zurückgenommen, aber es gibt schon jemanden, der dazu bereit wäre: Bauunternehmer Marian Pokuta. Er hat bereits signalisiert, zum Bau des Meisterbalkons bereit zu sein. Die Pläne sind fertig. Fehlt nur noch die Meisterschaft des VfL.
fme
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jetzt antwortenKommentar meldenDer Balkon wird doch schon gebaut - ganz ohne Hoeneß: http://www.markenservice.net/blog/wolfsburg-im-meisterfieber/
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