Biathlon Peiffer gewinnt ersten Weltcup

Es war nur eine Frage der Zeit, doch dass es in diesem Winter noch klappen könnte, hätte Arnd Peiffer selbst nicht gedacht. Mit einem perfekten Rennen erkämpfte der Biathlet just wenige Tage nach seinem 22. Geburtstag den ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn.

Erster Weltcupsieg im Biathlon für Peiffer (Foto)
Arnd Peiffer beeindruckt zum Ende der Saison. Bild: dpa

Der Skijäger aus Clausthal-Zellerfeld verwies im sibirischen Chanty Mansijsk mit der zweitschnellsten Laufzeit sowie fehlerfreiem Schießen den norwegischen Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen um 23,7 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde mit 27,3 Sekunden Rückstand der Österreicher Christoph Sumann. Björndalen sicherte sich mit dem zweiten Platz vorzeitig zum sechsten Mal den Gesamtweltcup und gewann auch die kleine Weltcupkugel für die Sprintwertung.

«Das ist ein Klassegefühl. Vergangene Woche in Trondheim bin ich völlig ohne Punkte geblieben, heute hat's perfekt geklappt. Da sieht man Mal, wie eng es bei uns zugeht», sagte der Harzer und bedankte sich bei den Skitechnikern für Superski.

Peiffer, der erst in diesem Jahr ins deutsche Weltcup-Team gerückt war, führte seinen Leistungssprung auf den Wechsel in die Oberhofer Trainingsgruppe zurück. «Das hat mir unheimlich weitergeholfen. Prima ist auch die Stimmung in unserer Mannschaft, wo sich einer für den anderen freut», bemerkte der zweimalige Staffel-Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Weltmeisterschaften. «Mal sehen, wie es ist, wenn ich am Samstag als Erster ins Verfolgungsrennen starten darf», ergänzte er.

Mit seinem sechsten Weltcup-Gesamterfolg zog Björndalen mit der bisherigen Rekordsiegerin Magdalena Forsberg (Schweden) gleich. «Damit hatte ich nach der verkorksten Vorbereitung im Herbst nicht gerechnet. Ich habe aber noch viele Ziele», betonte der Norweger - und richtete seinen Fokus auf die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. In diesem Jahr sei es ihm perfekt gelungen, Bestform bei der WM zu zeigen. «Es ist immer schwer, die Topform in den entscheidenden zwei Wochen zu haben. Ich will aber versuchen, das auch im kommenden Jahr wieder hinzukriegen», kündigte er an.

Lesen Sie auf Seite 2, Neues zu den Dopinganschuldigungen gegen Ullrich

Nach Doping-Anschuldigungen aus der DDR-Vergangenheit wird der Olympiasieger schon bald ein Gespräch mit Funktionären des Deutschen Skiverbandes (DSV) führen. «Das wird wahrscheinlich nächste Woche schon stattfinden. Und dann wird man sehen, wie es weitergeht», erklärte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach. Ullrich bestreitet die durch den früheren Biathleten Jürgen Wirth erhobenen Vorwürfe. Der Skiverband hält Wirth nach momentanem Kenntnisstand weiter für unglaubwürdig.

«Die letzten drei Tage haben wir die Aktenlage, soweit sie uns zur Verfügung stand, genau geprüft. Daraus ist hervorgegangen, dass man zumindest Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieses Zeugen äußern muss», sagte Schwarzbach. «Wenn man die komplette Akte studiert von dem Vernehmungsprotokoll, dann ist ganz klar zu erkennen, dass Frank Ullrich als einziger Trainer vom Zeugen Wirth entlastet wird, wohingegen sämtliche anderen Trainer und Mediziner belastet werden», sagte Schwarzbach.

Die von der ARD-Sportschau verbreiteten aktuellen Wirth-Aussagen stünden im direkten Gegensatz zu seinen früheren Zeugenaussagen vor dem Landeskriminalamt aus dem Jahre 1991, hatte der Skiverband am Dienstag in einer schriftlichen Mitteilung erklärt. Bereits am Mittwochabend korrigierte der Verband das Datum des ihm vorliegenden Protokolls auf das Jahr 1995. «Das ändert aber nichts am Inhalt und an der Aussage des Vernehmungsprotokolls», sagte Schwarzbach.

In dem Protokoll soll Wirth nach DSV-Angaben unter anderem festgestellt haben: «Für mich kann ich sagen, dass ich von dem (Frank Ullrich) nie diese Tabletten bekommen habe.» In der ARD-Sportschau am Sonntag hatte der in Bad Berleburg lebende Wirth erklärt: «Frank Ullrich hat uns damals angewiesen, dieses Mittel Oral-TurinabolDas Anabolikum Oral-Turinabol war ein verbreitetes Dopingmittel in der DDR. Es sollte Sportler belastbarer machen, damit sie länger und härter trainieren können. Der Wirkstoff ist eine Abwandlung des männlichen Sexualhormons Testosteron. einzunehmen, damit wir schneller wieder regenerieren, das heißt, schnellere Erholungsphasen haben.»

In der TV-Sendung am Donnerstag stellte Wirth fest, dass die Vergabe des auch als «blauer Blitz» bezeichneten Mittels ausschließlich über den Arzt oder den Physiotherapeuten abgewickelt worden sei. «Ich habe nie behauptet, dass ein Frank Ullrich oder ein Wilfried Bock mir jemals eine Tablette in die Hand gegeben hat», sagte Wirth. Auf Nachfrage des ARD-Reporters bestätigte Wirth, dass Ullrich bei den Mannschaftsbesprechungen dabei gewesen sei und «dort diese Einnahmen überwacht» habe. «Wer dort etwas anderes behauptet, verdreht die Tatsachen.»

hem

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig