Eiskunstlauf Savchenko/Szolkowy in der Goldspur

Brillante Savchenko/Szolkowy vor 2. WM-Gold-Coup (Foto)
Aljona Savchenko rutscht in Los Angeles durch die Beine von Robin Szolkowy. Bild: dpa

Aljona Savchenko kämpfte gegen die Grippe, Robin Szolkowy gegen schwere Beine. Trotzdem lieferte das deutsche Paar in der Kurzkür der WM in Los Angeles eine brillante Vorstellung ab. Dabei stellten sie sogar eine Art Weltrekord auf.

«Ich bin so stolz, ich weiß gar nicht, ob ich schlafen kann», sagte Trainer Steuer verschmitzt nach einer kämpferischen Kurzkür seines Paradepaars, mit der die Chemnitzer ganz dicht an die Titelverteidigung herangelaufen sind. Zudem überboten sie ihre eigene Weltbestmarke von 72,14 auf 72,30 Punkte und wurden vom Preisgericht deutlich vor die Russen Yuko Kawaguti/Alexander Smirnow (68,94) und die Chinesen Zhang Dan/Zhang Hao (67,42) platziert.

«Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man sich mit so deutlichem Vorsprung von den anderen absetzt», ergänzte Steuer, der sein Paar nach dem verlorenen Grand-Prix-Finale und ärgerlichen Patzern bei der EM, wo sie trotzdem triumphierten, hart rangenommen hatte. «Sie haben zu Hause Kondition gebolzt und unter schwersten Bedingungen saubere Programme abgeliefert. Sie sind gut vorbereitet, da stecken sie manches weg», erzählte der Erfolgscoach.

Eiskunstlauf-WM
Schrille Outfits und schnelle Pirouetten

Auch wenn die Nase seiner 25-jährigen Schülerin permanent lief und sie sich eine hartnäckige Erkältung plus Magenprobleme von den Klimaanlagen im kalifornischen Frühsommer zugezogen hat, gab sich die gebürtige Ukrainerin tapfer: «Ich habe so viele Vitamine bekommen, das muss einfach zum Titel reichen.»

Ein kleiner Wackler bei der Pirouette in der rockigen 2:40-Minuten-Vorstellung zu dem Musiktitel «Lost in Space» fiel kaum jemandem unter den 6000 Zuschauern im Staples Center auf. «Ich hatte heute sehr lahme Beine», gab Szolkowy zu, «das ist immer zum Ende der Saison so. Aber wir verstehen uns blind auf dem Eis». Das große Zwischenziel der Sachsen im vorolympischen Jahr ist das erstmalige WM-Double für Deutschland seit Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler 1963/64.

Im Schatten der dreimaligen Europameister gaben die deutschen Vize-Meister Maylin Hausch/Daniel Wende (Oberstdorf/Essen/46,58) mit dem vorläufigen 15. Platz ein gutes WM-Debüt. «Wir brauchen uns nicht mehr zu schämen wie in der Vergangenheit für unser zweites Paar», sagte Steuer, der die Arbeit der erst seit September zusammen laufenden WM-Debütanten hoch anerkennt.

«Ich hätte mir gewünscht, dass sie den dreifachen Salchow riskieren», kritisierte er allerdings die taktische Ausrichtung, nach einer Bänderverletzung von Wende auf Sicherheit zu laufen. Das Duo von Coach Karel Fajfr kann sogar auf eine Olympia-Teilnahme hoffen. Die nicht an Personen gebundenen zwei Startplätze für Vancouver werden sie zusammen mit Savchenko/Szolkowy schon in L.A. sichern.

Davon sind die deutschen Eistanz-Meister Carolina und Daniel Hermann weit entfernt, die über Rang 20 und nur 26,65 Punkte bei ihren ersten Titelkämpfen enttäuscht waren. «Das war nicht der beste Einstieg, aber wir wollen uns noch etwas nach vorn kämpfen», sagte die 21 Jahre alte Dortmunderin. Vor dem Originaltanz führen Oxana Domnina/Maxim Schabalin (Russland/40,77 Pkt.) vor Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA/39,65) und Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada/39,37).

jus/ruk

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