2. Bundesliga Hansa verliert Spiel, Eilts seinen Job

Hansa Rostock hat trotz einer 2:0-Führung gegen St. Pauli mit 2:3 verloren. Nach dem Spiel musste Hansa-Trainer Dieter Eilts seinen Hut nehmen. In den anderen Spielen unterlag der FCK dem FSV Frankfurt, Koblenz gewann gegen Osnabrück.

Der Rostocker Sebastian Svard (r.) im Duell mit Morike Sako (l) vom FC St. Pauli. (Foto)
Konnte seinem Trainer nicht helfen: Der Rostocker Sebastian Svard (r.) im Duell mit Morike Sako (l) vom FC St. Pauli. Bild: dpa

Als Konsequenz aus der sportlichen Talfahrt mit nur fünf von 30 möglichen Punkten zog die Hansa-Spitze die Reißleine und trennte sich von dem früheren U 21-Nationaltrainer Eilts. Diese Entscheidung teilte der neue Hansa-Manager Rene Rydlewicz mit.

In der hitzigen Partie, die für Eilts unter dem Motto «Siegen oder Fliegen» stand, zeigten die Rostocker zunächst Courage und gingen früh durch die Angreifer Henri Myntti (2. Minute) und Fin Bartels (5.) in Führung. Morike Sako (53./Foulelfmeter), der in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels vom Platz flog, und David Hoilett (72./84.) mit einem Doppelpack drehten die Partie aber noch zugunsten der Hausherren. Vor Sakos Elfmeter hatte Hansa-Verteidiger Gledson den eingewechselten Björn Brunnemann zu Fall gebracht.

Noch unmittelbar vor Anpfiff des brisanten Nordduells, das wegen Ausschreitungen der Rostocker Fans in der 2. Halbzeit mit siebenminütiger Verspätung angepfiffen wurde, hatte Rydlewicz sein Ultimatum an Eilts bekräftigt. «Nur wenn er gewinnt, kann er weiterarbeiten», sagte der neue starke Mann des Tabellenvorletzten.

Vor 22.138 Zuschauern zeigten die Rostocker anfangs Fußball mit Herz - ein Plädoyer für ihren Trainer. Scheinbar unbeeindruckt von ihrer Negativserie waren die Gäste im ersten Durchgang das dominierende Team. Nach den Treffern von Myntti und Bartels, bei denen St. Paulis Keeper Mathias Hain machtlos war, hatte Kevin Schindler (20.) sogar die Chance zum 3:0, doch sein Kopfball prallte an die Latte.

Die Hausherren wirkten fünf Tage nach der 1:5-Klatsche beim TSV 1860 München verunsichert. St. Paulis Trainer Holger Stanislawski zog zu Beginn des zweiten Abschnitts die Konsequenzen aus der desaströsen Leistung und nahm gleich drei Auswechslungen vor - mit Erfolg. Nun kämpften sich die Kiezkicker in die hitzige Partie und kamen durch Sakos Elfmeter zum Anschlusstreffer. Per Kopf glich Hoilett in der hektischen Begegnung aus, dann sorgte er per Dropkick für den umjubelten Siegtreffer.

Nachdem die Rostocker Fans zunächst mit Transparenten wie «Lieber mit der Kogge in Seenot als auf der Alster im Tretboot» die Hamburger Anhänger gereizt hatten, eskalierte die Situation in der Pause. Hooligans zündeten bengalische Feuer und Leuchtraketen, das ganze Stadion war voller Rauch und ein Großaufgebot der Polizei zog vor dem Hansa-Block auf. Nachdem Eilts die Rostocker Fans beruhigt hatte, pfiff Referee Markus Wingenbach (Diez) die Partie verspätet an.

Schon vor dem brisanten Nordderby war es zu Ausschreitungen von rund 200 Rostocker Fans gekommen. Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Auf dem Vorplatz eines U-Bahnhofs in der Nähe des Stadions brannten Anhänger Feuerwerkskörper ab. Zudem gingen Fans mit Bierflaschen auf Beamte los. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen vor Beginn der Partie drei Beamte und mehrere Fans vor allem durch Pfefferspray verletzt. Die Polizei nahm rund ein halbes Dutzend Fans aus Rostock und Hamburg fest, wie eine Sprecherin sagte.

Lesen Sie auf Seite 2 von den beiden anderen Freitagsspielen

Der 1. FC Kaiserslautern musste fünf Tage nach dem bitteren 1:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth einen weiteren Tiefschlag im Aufstiegsrennen einstecken. Die Pfälzer, die seit dem 22. September vergangenen Jahres (1:0 in Fürth) auswärts nicht gewonnen haben, waren im Spiel nach vorne zu passiv. Frankfurt fehlte lange Zeit die Durchschlagskraft, ehe Matias Cenci (61.) völlig überraschend ins Schwarze traf und Frankfurts vierten Sieg nacheinander sicherstellte.

Mit dem vierten Sieg nacheinander sammelte Koblenz drei weitere wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, während Osnabrück nach der dritten Auswärtsniederlage in Serie und nur noch einem Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz immer mehr in Bedrängnis gerät. Der Ungar Zoltan Stieber (26.), Emanuel Krontiris (37.) und Rüdiger Ziel (75.) machten den sechsten Saison-Heimsieg der TuS perfekt. Für den Koblenzer Matej Mavric (66.) und VfL-Profi Andreas Schäfer (74.) war die Partie nach jeweils Gelb-Rot vorzeitig zu Ende.

voc

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