Skeleton-WM Viele heiße Eisen im Feuer

Deutschlands Skeletonis wollen nach Jahren im Abseits bei der Weltmeisterschaft in Lake Placid ins Rampenlicht fahren. Ein neuer Teamgeist trug in dieser Saison sowohl die Männer als auch die Frauen zu Höhenflügen. Bei der WM ist alles möglich.

Germany Skeleton World Cup (Foto)
Auf diesen minimalistischen Stahl-Schlitten geht es in die Eisbahn. Bild: ap

Nach dem enttäuschenden Abschneiden der Zweierbobs von Sandra Kiriasis und André Lange peilen die sich bäuchlings mit ihrem Schlitten die Eispiste hinunter stürzender Piloten um Titelverteidigerin Anja Huber bei den Rennen Goldkurs an. Bereits im Teamwettbewerb unterstrichen die Weltcup-Gesamtsiegerin Marion Trott und Frank Rommel mit Bestzeiten ihre Siegambitionen.

Warum die Deutschen mit geballter Kraft plötzlich so stark sind? Ein neu entfachter Teamgeist macht es möglich. «Bei uns passt einfach alles, so gut wie jetzt kamen wir noch nie miteinander aus. Unmittelbar nach jedem Rennen werten wir die Läufe sofort miteinander aus. Jeder ist für den anderen da, es macht einfach nur Spaß», sagt Florian Grassl aus Königssee.

Dennoch konzentriert sich jeder auf seine Fahrt. «Die Umstellung von der Gleiterbahn zuletzt in Park City auf diese schwierige Bahn ist nicht einfach, da brauchen wir noch ein paar Trainingsläufe. Am Ende wird der gewinnen, der die vier Läufe solide mit wenig Fehlern runterkommt, denn kaum ein Pilot wird diese Piste fehlerfrei bezwingen», sagt Rommel, der in diesem Winter mit vier Saison-Siegen Gesamtweltcup-Dritter wurde.

«Er ist der Senkrechtstarter der Saison, im Skeleton können wir mit allem rechnen», meint Cheftrainer Raimund Bethge. Mit einer Super-Startzeit unter fünf Sekunden machte auch der Gesamt-Zweite Grassl im Team-Rennen auf sich aufmerksam. «Wenn ich die Fehler im unteren Bahnabschnitt noch korrigieren kann, dann ist alles möglich», sagt er.

Bei den Frauen rechnet sich gleich ein Trio Goldchancen aus. Neben Huber, die nach ihrer Ellbogenverletzung immer noch mit Schmerzen fährt, richten sich derzeit alle Blicke auf Marion Trott. Sie gewann zur Überraschung aller den Gesamt-Weltcup. Trotz oftmals über 3/10 Sekunden Rückstand am Start fährt sie mit ihrem Schlitten, der von der Forschungs- und Entwicklungsstelle von Sportgeräten in Berlin (FES) kommt, im unteren Teil der Bahn 3/10 Sekunden Vorsprung raus. «Nach dem Umstieg auf den FES-Schlitten musste ich mich erst an das Gerät gewöhnen. Seit dem Sieg auf der Olympia-Bahn in Whistler läuft es plötzlich wie geschmiert, manchmal wundere ich mich selbst», sagt Trott.

Doch auch die spurtstarke Anja Huber und Kerstin Szymkowiak (RSG Hochsauerland), die nach ihrem Muskelfaserriss im Januar wieder rechtzeitig fit geworden ist, können mit dem bis zu 43 Kilogramm schweren Schlitten in der Eisrinne bestens umgehen. Nach der internationalen Trainingswoche im November nahmen beide am Americas-Cup teil und gewannen auf der anspruchsvollen Bahn am Mount van Hoevenberg jeweils ein Rennen.

Die deutschen Starter:

Herren
Halilovic, Mirsad (WSV Königssee)
Grassl, Florian (WSV Königssee)
Rommel, Frank (TSC Zella-Mehlis)
Stielicke, Sandro (BSC Winterberg)

Damen
Heinz, Katharina (RSG Hochsauerland)
Huber, Anja (RC Berchtesgaden)
Szymkowiak, Kerstin (RSG Hochsauerland)
Trott, Marion (BSR Rennsteig Oberhof)

Zeitplan

Donnerstag, 26. Februar 2009 ab 15 Uhr: Skeleton, Frauen - 1./2. Lauf

Freitag, 27. Februar 2009 ab 14.30 Uhr: Skeleton, Frauen - 3./4. Lauf

ab 19 Uhr: Skeleton, Männer - 1./2. Lauf

Samstag, 28. Februar 2009 ab 15 Uhr: Viererbob - 1./2. Lauf

ab 19 Uhr: Skeleton, Männer - 3./4. Lauf

Sonntag, 1. März 2009 ab 15 Uhr: Viererbob - 3./4. Lauf

jus

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