Bundesliga am Samstag Kölle alaaf! Jetzt wird's eng für Klinsi

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Ob er sich über den Sieg des 1. FC Köln freut? Lukas Podolski. Bild: ap

Was ein turbulenter Spieltag! Hoffenheim verschießt in letzter Sekunde einen Elfmeter, der in Stuttgart den Sieg gebracht hätte. Bremen verliert in letzter Minute in Cottbus und beim FC Bayern brennt der Baum: Heimpleite gegen Köln - Kölle alaaf!

Ausgerechnet beim Comeback von Lukas Podolski gegen seinen Herzensclub 1. FC Köln ist der FC Bayern München in die Krise gestürzt. Der deutsche Fußball-Meister unterlag heute gegen den Aufsteiger überraschend mit 1:2 (0:2) und kassierte am 21. Bundesliga-Spieltag bereits die dritte Niederlage im vierten Rückrundenspiel.

Auch der glücklose Podolski konnte nur staunend zuschauen, wie «sein» FC zur Hochzeit des Karnevals in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena auftrumpfte und durch die Tore von Fabrice Ehret (22. Minute) und Bundesliga-Debütant Daniel Brosinski (34.) erstmals nach elf Jahren wieder verdient in München siegte. Für die geschockten Bayern konnte in der Schlussphase nur noch Abwehrspieler Daniel van Buyten per Kopf verkürzen (84.).

Bundesliga - 21. Spieltag
Calli trifft Kult-Trainer Hans Meyer
Video: Calli.TV

«Spannende Wochen» hatte Trainer Jürgen Klinsmann angesichts der kommenden schweren Auswärtsaufgaben der Bayern in der Champions League gegen Sporting Lissabon, in der Bundesliga bei Werder Bremen und im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen angekündigt. Nach dem weiteren empfindlichen Rückschlag in der Meisterschaft ist für ein Reizklima beim Rekordchampion schon vorher gesorgt.

Auch Podolski, der erstmals nach 108 Tagen wieder beim FC Bayern zum Zuge kam, konnte nichts an der Pleite des Meisters ändern. Nach dem Ausfall von Luca Toni stand der 23-Jährige überraschend sogar in der Startelf, aber bis auf einen kräftigen Schuss aus 15 Metern mit links über das Tor in der 6. Spielminute gelang Podolski wenig gegen den FC, zu dem er im Sommer zurückkehrt. Zur Halbzeit wechselte Klinsmann den Nationalstürmer aus und brachte für ihn Landon Donovan.

Die Bayern kämpften, aber spielerisch enttäuschten sie auf ganzer Linie. Auch Franck Ribéry lief sich immer wieder fest - Torchancen blieben Mangelware. Defensiv offenbarten die Münchner zudem erneut Schwächen. Hadern durften sie aber mit dem Schiedsrichtergespann um Babak Rafati (Hannover), das ein einwandfreies Kopfballtor von Miroslav Klose nicht anerkannte, sondern auf Abseits entschied (13.).

Statt 1:0 hieß es kurz darauf 0:1. Nach Zuspiel von Nemanja Vucicevic konnte Ehret ungehindert von Verteidiger Martin Demichelis einschießen. Die Bayern waren irritiert, die bissigen Kölner setzten nach. Vucicevic tanzte Nationalspieler Philipp Lahm auf dem Flügel aus, passte in die Mitte, wo der 20-jährige Brosinski in seinem ersten Bundesligaspiel ungehindert sein erstes Bundesligator erzielen konnte. Kurz vor der Pause verhinderte Bayern-Torwart Michael Rensing gegen Kölns Torjäger Milivoje Novakovic einen noch höheren Rückstand.

Mit Donovan für Podolski und Altintop für Schweinsteiger wollten die Bayern nach der Pause zur Aufholjagd ansetzen. Zunächst musste aber Donovan einen Kopfball von Novakovic auf der Torlinie abwehren (50.). Die Bayern rannten in der Folge wütend, aber planlos an. FC-Keeper Faryd Mondragon parierte einen Kopfball von Klose prächtig (70.). Der Kolumbianer war nur beim Kopfballtreffer von van Buyten nach Flanke von Altintop chancenlos.

Alle Ergebnisse:

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:1 (0:0)
Bayern München - 1. FC Köln 1:2 (0:2)
VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 3:3 (2:2)
Arminia Bielefeld - VfL Bochum 1:1 (0:1)
Karlsruher SC - Eintracht Frankfurt 0:1 (0:0)
Bor. Mönchengladbach - Hannover 3:2 (2:0)
Energie Cottbus - Werder Bremen 2:1 (0:0)

Alle Spiele, alle Tore und die aktuelle Tabelle sehen Sie im news.de-Liveticker.

Am Sonntag spielt um 17 Uhr: Bayer Leverkusen - Hamburger SV

Lesen Sie auf Seite 2: Stuttgart - Hoffenheim 3:3

Trotz einer Drei-Tore-Show von Goalgetter Demba Ba hat Herbstmeister 1899 Hoffenheim zwei wichtige Punkte im Titelrennen der Fußball-Bundesliga verschenkt. Sead Salihovic verschoss beim 3:3 (2:2) des Aufsteigers beim VfB Stuttgart heute in der Nachspielzeit einen Strafstoß und vergab damit den möglichen Sieg. Der überragende Ba hatte zuvor seine Saisontore neun bis elf (24./45./67. Minute) erzielt. Für die Schwaben trafen vor 54.000 Zuschauern Cacau (26.) und zweimal Mario Gomez (31./63.). Drei Tage nach dem 1:2 im Uefa-Cup bei Zenit St. Petersburg verhinderten vor allem krasse Abwehrfehler der Stuttgarter eine gelungene Generalprobe für das Rückspiel gegen die Russen am Donnerstag.

Nach zerfahrenem Beginn in der nasskalten Mercedes-Benz Arena gingen die ohne den früheren VfB-Torwart Timo Hildebrand (Oberschenkelzerrung) angetretenen Gäste etwas überraschend in Führung. VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz verursachte völlig unbedrängt einen Einwurf und ließ im Anschluss Ba zu viel Platz, den der Torjäger eiskalt nutzte.

Doch die Stuttgarter antworteten sofort. Zunächst spitzelte der für Ciprian Marica ins Team gerückte Cacau nach starkem Antritt den Ball an Hildebrand-Ersatz Daniel Haas vorbei ins Netz. Fünf Minuten später traf Gomez nach präziser Flanke von Serdar Tasci per Kopf zum 2:1. Kurz vor der Pause brachten sich die Hausherren dann selbst um den Lohn der Arbeit. Der für den verletzten Linksverteidiger Arthur Boka eingewechselte Ludovic Magnin leistete sich einen kapitalen Fehlpass, der von Isaac Vorsah bediente Ba ließ VfB-Keeper Jens Lehmann in dessen 350. Bundesliga-Spiel erneut keine Chance.

Auch nach der Pause boten beide Teams eine abwechslungsreiche Partie. Gomez verzog zunächst noch (55.), ehe er nach herrlichem Zuspiel von Ricardo Osorio per Heber über Haas das 3:2 erzielte. Doch Ba war nicht zu stoppen. Nach langem Pass von Marvin Compper, der kurz zuvor seine fünfte gelbe Karte in dieser Spielzeit gesehen hatte und damit in der kommenden Woche in Dortmund fehlt, schlug der Senegalese zum dritten Mal zu. Danach ging den vom Uefa-Cup geschwächten Hausherren die Kraft aus. Als der völlig indisponierte Magnin Carlos Eduardo im Strafraum foulte, hatte Hoffenheim sogar die Chance zum Sieg. Doch Salihovic schoss den Elfmeter über das Tor.

Lesen Sie auf Seite 3: Cottbus - Bremen 2:1

Dimitar Rangelow hat Werder Bremen endgültig in die Krise geschossen. Der bulgarische Stürmer des FC Energie Cottbus erzielte in der 90. Minute den Siegtreffer der Lausitzer zum 2:1 (1:1) gegen die immer weiter verunsicherten Bremer. Damit bleibt das Team von Trainer Thomas Schaaf 2009 in der Fußball-Bundesliga weiter ohne Sieg und verschwindet im Niemandsland der Tabelle. Der letzte und bisher einzige Auswärtssieg des SV Werder in der Saison datiert bereits vom September vergangenen Jahres.

In Cottbus brachte Hugo Almeida (46.) die lange Zeit zu pomadig agierenden Bremer zwar in Führung. Doch Ivica Iliev (51.) schaffte für die mutigen Lausitzern vor 14.780 Zuschauern den Ausgleich, ehe Rangelow in letzter Minute zuschlug. Bremen rutschte in der Tabelle auf Rang elf (27 Punkte), Cottbus kletterte aus der Abstiegszone auf Rang 14 (20).

Nach dem harten Durchgreifen von Schaaf, der Claudio Pizarro nach dem verpassten Abschlusstraining für die Partie in Cottbus suspendiert hatte, setzte der Werder-Coach im Mittelfeld auf die Routiniers Torsten Frings und Frank Baumann sowie auf Daniel Jensen und verzichete auf Jung-Nationalspieler Mesut Özil in der Startelf. Doch vor allem Jensen, aber auch seine Nebenleute, unterliefen im Spielaufbau immer wieder Fehler, so dass die umformierte Energie- Abwehr lange Zeit nicht in ernsthafte Gefahr geriet. Erst in der Endphase brauchten die Cottbuser auch das Glück des Tüchtigen.

Einen Freistoß von Diego (12.), der nach seiner Rot-Sperre erstmals auch in der Bundesliga wieder ran durfte, hielt der überragende Cottbus-Schlussmann Gerhard Tremmel sicher. Hugo Almeida verzog aus guter Position knapp (44.). Ansonsten zeigte sich die nach den Gelb-Sperren gegen Cagdas und Ziebig umgestellte Energie- Innenverteidigung mit dem rumänischen Debütanten Ovidiu Burka gegen die zu langsam agierende Werder-Offensive sicher, nur die Außenverteidiger Savo Pavicevic und Ivan Radeljic wackelten einige Male - zunächst noch ohne Konsequenzen.

Die Gastgeber, bisher auf eigenem Platz mit der schwächsten Punkte-Ausbeute der Liga, erkannten nach einer Viertelstunde ihre Chance und spielten mutiger und zwingender nach vorn. Vor allem Dimitar Rangelow, von Frings in höchster Not gestoppt (25.), bereitete den Bremern zunehmend Probleme. Cottbus kämpfte nicht nur, sondern kombinierte aus einer kompakten Abwehr heraus und erarbeitete sich Möglichkeiten: Ervin Skela zielte knapp vorbei (26.), Timo Rost setzte einen Kopfball aus fünf Metern (34.) über das Gäste-Tor, das für den verletzten Tim Wiese (Muskelfaserriss) Christian Vander hütete.

Die Werder-Profis kamen nach deutlichen Pausen-Worten von Schaaf drei Minuten eher als die Cottbuser aus der Kabine - und schlugen nach 50 Sekunden zu. Clemens Fritz setzte sich gegen Iliev durch, die perfekte Flanke köpfte Almeida aus sechs Metern ein. Doch Cottbus war nur fünf geschockt. Schiedsrichter Marc Seemann ließ ein hartes Einsteigen von Iliev gegen Fritz durchgehen, der Serbe konnte ungehindert von der Bremer Abwehr ins kurze Eck einschießen.

Danach wogte die Partie hin und her, keiner gab sich mit dem Remis zufrieden. Bremen agierte jetzt mit mehr Biss und Zielstrebigkeit: Diegos abgefälschter Freistoß strich knapp am Tor vorbei (56.), Tremmel klärte gegen Almeida (62.) und den eingewechselten Özil (68.). Auf der anderen Seite zog Rost den Ball um Zentimeter vorbei (66.). Iliev bekam nach Foul von Fritz den Elfmeter nicht (64.). Doch nach Pass von Rost macht Rangelow den dritten Heimsieg der Cottbuser in dieser Saison noch perfekt.

jus/seh

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