Tennis Nadal ist der Gejagte

Start ins Tennis-Jahr: Nadal der Gejagte (Foto)
Rafael Nadal ist die Nummer eins der Tennis-Welt. Bild: dpa

Mit Rafael Nadal als Gejagtem, Hoffnungen auf deutsche Überraschungen, aber ohne deutsches Top-Turnier startet an diesem Wochenende das neue Tennis-Jahr. Der Beste Deutsche, Philipp Kohlschreiber, startet in Katar, um rechtzeitig für die Australian Open in Form zu kommen.

Das erste Grand-Slam-Turnier der Saison beginnt am 19. Januar in Melbourne. Thomas Haas hat angekündigt, am Persischen Golf sein Comeback zu starten, nachdem er wegen Schulterproblemen vier Monate pausiert hat. Zum ersten echten Kräftemessen zwischen dem neuen Primus Nadal, seinem Vorgänger Roger Federer und Andy Murray als gefährlichem Jäger könnte es in Doha kommen. Das Trio ist derzeit bei einem Show-Turnier in Abi Dhabi.

Wimbledon-Halbfinalist Rainer Schüttler beginnt seine Saison erneut im indischen Chennai, dem einstigen Madras. Nicolas Kiefer ist direkt nach Australien durchgestartet und bildet mit der momentan besten deutschen Tennisspielerin Sabine Lisicki das deutsche Team beim Hopman-Cup in Perth. Erster Kontrahent bei der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft ist am Montag Gastgeber Australien mit Lleyton Hewitt. Weitere Gegner sind die USA und die Slowakei, in der anderen Gruppe treten für Russland die Geschwister Marat Safin und Dinara Safina an. «Es war mein Traum, einmal mit meinem Bruder zu spielen», sagte die Weltranglisten-Vierte.

Bereits am Sonntag beginnt das Turnier in Brisbane, prominentester Starter ist der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic. Der Serbe ist bei den Australian Open Titelverteidiger. Auch die Damen spielen in Brisbane: Dort sorgte Anna-Lena Grönefeld, die sich auf dem angestrebtem Weg zurück Richtung Weltspitze erst qualifizieren muss, für den ersten deutschen Sieg. «Mein nächstes Ziel ist die Rückkehr in die Top 50. Langfristig will ich dahin, wo ich einmal war - in die Top 20», sagte Grönefeld, die nach ihrem tollen Comeback im Vorjahr 76. der Weltrangliste ist.

Zwar machen die Tennis-Profis auch 2009 siebenmal Station in Deutschland, im Zuge der Neuordnung des Turnier-Kalenders ist aber kein Top-Ereignis mehr dabei. Bei den Herren bilden nach den vier Grand Slams nun statt der bisherigen Masters-Veranstaltungen neun sogenannte 1000er-Turniere die höchste Kategorie im Turnierplan, der sich jetzt ATP World Tour nennt.

Die German Open der Herren in Hamburg rutschten in die darunter angesiedelte 500er-Serie und finden nach dem erstinstanzlich verlorenen Rechtsstreit mit der Profiorganisation ATP erst am 20. Juli statt - zwei Monate später als bisher. Man müsse erkennen, «dass wir in Deutschland nicht mehr die goldene Zeit haben, wie wir sie zwischen 1985 und 1996 erlebt haben. Tennis steht in Deutschland nicht auf verlorenem Posten, aber man muss anerkennen, dass andere Märkte und Turniere sehr stark dastehen», sagte der deutsche ATP-Vizepräsident Peter Henke dem Tennis-Magazin.

hem

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