Champions League Bayern kann alles klar machen

Vor Selbstvertrauen strotzend treten die Bayern heute Abend (Liveticker ab 20.45 Uhr) gegen den AC Florenz an. Gegen die Fiorentina können die Münchner bereits am vierten Spieltag der Königsklasse den Achtelfinaleinzug perfekt machen. Es wäre ein wichtiger Schritt für den deutschen Fußball.

Da Werder Bremen nach dem 0:3-Heimdebakel gegen Athen vor dem Aus steht, wären die Bayern der letzte deutsche Vertreter in der prestigeträchtigen Champions League. Die ersten beiden der acht Vierergruppen ziehen in die nächste Runde ein. Der Dritte qualifiziert sich für ein Weiterspielen im Uefa-Cup, wo bereits fünf deutsche Vereine vertreten sind. Es gilt, möglichst viele Punkte für die Fünfjahreswertung der Uefa zu holen, um die internationalen Startplätze für deutsche Teams zu sichern.

Ganz uneigennützig wäre ein Weiterkommen der Bayern natürlich auch nicht. 2,2 Millionen Euro Prämie für den Achtelfinal-Einzug würde man verbuchen, wenn Lyon gleichzeitig nicht gegen Bukarest verliert. Die Münchner führen die Tabelle der Gruppe F mit sieben Punkten vor Lyon (5) und Florenz (2) und Bukarest (1) an. Ein gutes Omen: Der angesetzte spanische Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco leitete auch die Partie bei Bayerns 4:0-Heimerfolg vor zwei Jahren gegen Spartak Moskau.

Nach fünf Pflichtspielsiegen in Serie reisten Klinsmann & Co. bei ihrem Charterflug LH 5018 mit Selbstvertrauen an. Blendend gelaunt zeigte sich der viel gescholtene Podolski auf dem Flug nach Norditalien; er neckte Vordermann Christian Lell im Flieger und hoffte auf eine neue Bewährungsprobe nach dem guten 45-Minuten-Auftritt beim 3:1 über Bielefeld mit Tor und Vorlage.

Prominente Unterstützung erhält Podolski von Bayerns Star-Dribbler Franck Ribery: «Lukas muss spielen und Tore schießen. Das gibt ihm Vertrauen.» Der Ausflug von Podolski, der nach dem Sieg am Wochenende zum Boxkampf von Felix Sturm nach Oberhausen reiste und tief in der Nacht zurück nach München kam, wurde von Mitspieler Andreas Ottl gelassen gesehen: «Das ist seine private Sache. Wenn sich Lukas so für den Boxsport interessiert und auch mit Felix Sturm sehr gut befreundet ist, dann ist das Lukas' Sache, wie er das handhabt.»

Ribery, der nach seiner Verletzung immer besser in Schwung kommt, warnt vor der Fiorentina: «Florenz wird mit viel Engagement und Aggressivität in das Spiel gehen, so müssen wir das auch machen und mit viel Spielfreude zu Werke gehen.» Traurig blieb der an der Rippe verletzte Toni zu Hause - und will den Mitspielern nun vor dem Fernseher die Daumen drücken. «Ihm tut es von allen am meisten weh, dass er hier nicht spielen kann», berichtete Klinsmann über den Stürmerstar, der lange Jahre für die Fioretina spielte.

In der Heimat blieb auch Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der Mediziner ließ sich zunächst von seinen Aufgaben als Vereinsarzt entbinden und konzentriert sich mehr auf seine neue Praxis. «Das ist natürlich ein Verlust für Bayern», sagte Kapitän Mark van Bommel.

Kurz vor der Jahreshauptversammlung des Vereins am 7. November können die Münchner auch etwas für die gut ausgestattete Vereinskasse tun. Zusammen mit der Prämie fürs Weiterkommen hätten die Bayern in dieser Saison dann bereits 9,7 Millionen Euro von der Uefa erhalten - das ist schon mehr als das Doppelte vom Vorjahr im Uefa-Cup.


Die voraussichtlichen Aufstellungen:

AC Florenz: Frey - Zauri, Gamberini, Dainelli, Pasqual - Kuzmanovic, Melo, Montolivo - Santana, Gilardino, Mutu
FC Bayern München: Rensing - Oddo, Lucio, Demichelis, Zé Roberto - van Bommel, Ottl - Schweinsteiger, Borowski, Ribéry - Klose
Schiedsrichter: Mallenco (Spanien)

jus

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