Fußball-Bundesliga Die fleißigen Bienen

Das Maskottchen des BVB-Kinderklubs heißt Emma und ist eine Biene. Und wie die fleißen Insekten sind auch die Dortmunder Fußballer in Bremen aufgetreten. Sie sammelten sich in der eigenen Hälfte wie in einem Bienenstock, schwärmten aus und stachen zu.

Klopp und Emma (Foto)
BVB-Trainer Klopp mit Maskottchen Emma (r.). Bild: news.de


Eine Halbzeit lang taten sich die beiden Teams nicht weh. Über Außen kam bei den Bremern gar nichts. Links war Petri Parsanen harmlos, rechts spielte Clemens Fritz mit angezogener Handbremse. Dadurch lief viel zu viel durch die Mitte im Bremer Offensivspiel und genau dort formierte sich die Dortmunder Abwehr. Nach 45 Minuten konnte wirklich niemand ahnen, dass noch sechs Tore fallen würden und ein 3:3 (0:0) herausspringen sollte.

Die Bremer Offensivbemühungen endeten in der ersten Hälfte meist 20 Meter vor dem Dortmunder Tor. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte seine Elf perfekt auf die torgefährlichen starken Gastgeber eingestellt. Mesut Özil und Diego hatten nicht den Raum, um ihre gewohnt gefährlichen Pässe in die Spitze zu spielen. Und so hingen Claudio Pizarro und Boubacar Sanogo völlig in der Luft.

Der BVB beschränkte sich über die gesamte Spielzeit hinweg auf schnelle Konter. Und die hatten es in sich. So zum Beispiel beim 1:2 durch Mats Hummels, der nach einer starken Leistung von Jakub Blaszczykowski den Ball in die Maschen des Bremer Tors hämmerte. Vor diesem Treffer in der 72. Minute hatten die Fans beider Teams wenig Torraumszenen ihrer Mannschaften gesehen. Und dennoch waren drei Tore gefallen. In der 58. Minute hatte Frank Baumann Sebastian Kehl im Strafraum durch Halten zu Fall gebracht. Den Strafstoß verwandelte Alexander Frei zum 0:1.

Baumann konnte nur wenig später seinen Fehler ausbügeln und traf per Kopf zum 1:1 (67.) nach einer Flanke von Sebastian Boenisch. Überhaupt kam durch die Einwechslung des 21-Jährigen mehr Druck über die linke Außenseite. Auch wenn zunächst der BVB durch das 1:2 durch Hummels in Führung ging und es so aussah, als würde Klopps Kontertaktik aufgehen. Doch die individuelle Klasse von Pizarro sollte den Bremern in der Schlussphase zu Gute kommen.

In der 88. Minute war der Peruaner zur Stelle, als BVB-Torwart Roman Weidenfeller den Ball nach einem Schuss von Boenisch nicht festhalten konnte, und schob zum 2:2-Ausgleich ein. Jetzt war aus dem langweiligen Spiel der ersten 65 Minuten ein spannendes Duell geworden. Bremen drängte auf das Siegtor. Und kam tatsächlich in der 91. Minute zur 3:2-Führung. Wieder war es Claudio Pizarro, der diesmal den Ball an Weidenfeller vorbeispitzelte. Die Bremer Fans hatten die drei Punkte bereits vor Augen und feierten den Heimsieg.

Doch sie hatten die Rechnung ohne die Dortmunder gemacht. Mohamed Zidan fiel der Ball nach einer unglücklichen Abwehr von Bremens Schlussmann Tim Wiese vor die Füße, und der Ägypter bedankte sich mit einem strammen Schuss aus 18 Metern und erzielte das 3:3 (93.). Es war die letzte Aktion des Spiels. Der BVB nimmt nach einer überzeugenden taktischen Leistung einen Punkt mit aus Bremen. Und die Norddeutschen bleiben vorne ebenso gefährlich, wie sie hinten die Gegentreffer fangen.

Hannover 96 - TSG Hoffenheim 2:5 (0:1)

Hannover 96 - TSG Hoffenheim 2:5 (0:1)

Das ungemein spielfreudige Team von Trainer Ralf Rangnick übernahm durch ein klares 5:2 (1:0) bei Hannover 96 zumindest für eine Nacht die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Torjäger Vedad Ibisevic (31./83.) mit seinem Saisontreffern acht und neun, Chinedu Obasi (71.), Sejad Salihovic (72.) und Demba Ba (80.) erzielten vor 42.321 Zuschauern die Tore zum zweiten Auswärtssieg. Für die Niedersachsen, die ihre erste Heimniederlage nach zehn Partien kassierten, trafen Christian Schulz (48.) und Jiri Stajner (64.).

«Das war nicht mein Tag», gestand Fromlowitz. Carlos Eduardo prüfte ihn mit einem Freistoß bereits nach zwölf Minuten. In der Folgezeit diktierte Hoffenheim klar das Geschehen. Das Sturm-Trio Ba, Obasi und Ibisevic wirbelte mit Hackentricks und Doppelpässen die Abwehr der Gastgeber gehörig durcheinander.

Hertha BSC - VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

Hertha BSC - VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

Auch ohne den suspendierten Torjäger Marko Pantelic hat Hertha BSC den Heimfluch besiegt und mit 2:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg im Olympiastadion eingefahren. Matchwinner war der eingewechselte Gojko Kacar, der mit seinem Treffer drei Minuten vor dem Ende seinen serbischen Landsmann als Torschütze vertrat. Zuvor hatte Maximilian Nicu Hertha in Führung gebracht (30.), Cacau nach der Pause ausgeglichen (50.). Die Herthaner tankten damit Mut für das UEFA-Cup-Spiel gegen Benfica Lissabon.

Für den VfB, der vor dem Spiel von der Tabellenführung träumen durfte, setzt sich die Berlin-Misere fort: Seit nunmehr 17 Jahren haben die Schwaben in der Hauptstadt nicht mehr gewonnen. «Berlin ist immer eine Reise wert, leider nur privat. Wir haben gut gespielt, sind aber nicht belohnt worden», bedauerte VfB-Coach Armin Veh. «Das war ausschließlich Glück für den Gegner und Pech für uns. Ich habe nichts zu kritisieren an unserem Spiel», sagte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

VfL Wolfsburg - Arminia Bielefeld 4:1 (2:0)

VfL Wolfsburg - Arminia Bielefeld 4:1 (2:0)

Der VfL Wolfsburg hat mit einem souveränen 4:1 (2:0)-Heimsieg über Arminia Bielefeld Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen der Fußball-Bundesliga gefunden. Zvjezdan Misimovic in der 5. und 34. Minute, Alexander Madlung (54.) und Grafité (64.) erzielten vor 24.211 Zuschauern in der Volkswagen Arena die Tore für die Mannschaft von Trainer Felix Magath, die nunmehr seit einem halben Jahr zu Hause ungeschlagen ist. «Heute haben wir die Tore zur richtigen Zeit erzielt. Es hätten aber durchaus noch mehr sein können», sagte Misimovic nach dem ansprechenden Auftritt seines Teams.

Die total überforderten Arminen rutschten nach dem 20. erfolglosen Auswärtsspiel in Serie noch tiefer in den Tabellenkeller der Liga. Daran konnte auch der Ehrentreffer des ehemaligen Wolfsburgers Alexander Laas (60.) nichts ändern. «Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Wir haben einfach nicht ins Spiel gefunden und nicht zu der Kompaktheit, die wir uns vorgenommen hatten», sagte Bielefelds Torwart Dennis Eilhoff, der bei allen Gegentoren machtlos war.

Eintracht Frankfurt - Bayer 04 Leverkusen 0:2 (0:1)

Eintracht Frankfurt - Bayer 04 Leverkusen 0:2 (0:1)

Die Talfahrt von Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga geht ungebremst weiter und lässt die Luft für Trainer Friedhelm Funkel langsam dünner werden. Nach dem 0:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen stürzten die weiter sieglosen Hessen am 8. Spieltag auf den letzten Tabellenplatz ab und finden sich schon zu diesem frühen Saison-Zeitpunkt mitten im Abstiegskampf wieder. «Das ist eine Niederlage, die sehr weh tut. Unsere Situation ist prekär, das gilt unverändert», sagte Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen.

Die Rheinländer, für die Patrick Helmes (6. Minute/Foulelfmeter) und Arturo Vidal (61.) vor 48.000 Zuschauern die Tore erzielten, verbesserten sich mit nunmehr 15 Punkten auf den dritten Platz. Einzig das Ergebnis stimmte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zufrieden. Über die spielerische Leistung hüllte er den Mantel des Schweigens. «Das war unser schlechtestes Saisonspiel», sagte Völler. Trainer Bruno Labbadia pflichtete ihm bei: «Ich bin froh, das wir das Spiel gewonnen haben. Wir haben heute sicherlich kein Feuerwerk abgebrannt», so der Coach.

Karlsruher SC - FC Bayern München 0:1 (0:0)

Karlsruher SC - FC Bayern München 0:1 (0:0)

Torjäger Miroslav Klose hat die Talfahrt des FC Bayern München gestoppt und Trainer Jürgen Klinsmann wieder etwas Ruhe verschafft. Der Nationalstürmer erzielte vier Minuten vor dem Ende den glücklichen Siegtreffer zum 1:0 (0:0) für den Fußball-Rekordmeister beim wacker kämpfenden Karlsruher SC und beendete die Negativserie von drei Spielen ohne Sieg. «Am Schluss hatten wir etwas Glück. Ich glaube, jetzt geht es aufwärts», sagte Manager Uli Hoeneß erleichtert. Dennoch blieben die Bayern vor 30.500 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion erneut vieles schuldig, ehe Klose mit seinem Tor in der 87. Minute nach Flanke von Massimo Oddo den zuletzt heftig in die Kritik geratenen Klinsmann erlöste. «Der Sieg war enorm wichtig», urteilte Hoeneß.

Der zuletzt von Klinsmann zweimal auf die Ersatzbank verbannte Kapitän Mark van Bommel, der von Beginn an auflief, meinte: «Es ist wichtig, drei Punkte geholt zu haben in einer schwierigen Zeit.» Bayern habe bis zur letzten Minute gekämpft und nie aufgegeben. Allerdings knüpften die Münchner drei Tage vor dem Champions-League-Heimspiel gegen den AC Florenz nahtlos an die schwachen Leistungen vor der Länderspielpause an. Behäbig und ideenlos fanden die Gäste kaum einmal eine Lücke gegen die dicht gestaffelte KSC-Defensive. Nur bei einem Schuss von Franck Ribery (13.) und einem straffen Versuch von Bastian Schweinsteiger (14.) musste der ins Karlsruher Tor zurückgekehrte Markus Miller retten.

1. FC Köln - Energie Cottbus 1:0 (1:0)

1. FC Köln - Energie Cottbus 1:0 (1:0)

Das hatte es für die Rheinländer in der Fußball-Bundesliga letztmals im November 2000 gegeben. Dank des fünften Saisontores von Milivoje Novakovic (39. Minute) erhöhte Aufsteiger Köln vor 49.000 Zuschauern seinen Punktestand mit dem zweiten Saison-Heimsieg auf 13. Cottbus dagegen muss sich mit weiterhin fünf Zählern ganz nach unten orientieren.

«Es war das erwartet schwierige Spiel», hielt Daum nach dem mühsamen, aber hochverdienten 1:0 fest. Doch der FC-Chefcoach hatte trotz des dritten Dreiers in Serie auch etwas zu bemängeln: «Wir haben unsere hochkarätigen Chancen nicht genutzt.»

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