Bundesliga am Sonntag HSV stürmt Wolfsburg, Pizarro erlöst Werder

Viermal jubelten die HSV-Spieler in Wolfsburg, hier noch nach dem 1:0. (Foto)
Viermal jubelten die HSV-Spieler in Wolfsburg, hier noch nach dem 1:0. Bild: dpa

Ungewohnte Bilder in Wolfsburg: Nach 16 Heimsiegen in Folge verlor der VfL gegen starke Hamburger nach tollem Spiel 2:4. Claudio Pizarro feierte in Bremen sein zweites Comeback und sorgte beim 3:0 gegen Mönchengladbach gleich für Werders ersten Saisonsieg.

Mit Tempofußball der Extraklasse und toller Moral hat der Hamburger SV die Festung Wolfsburg gestürmt und die stolze Serie des Meisters beendet. In einem hochklassigen Spiel kam der HSV in der ausverkauften Wolfsburger Arena zu einem 4:2-Erfolg. Ein Eigentor von Keeper Diego Benaglio in der 3. Minute und der erste Bundesliga-Treffer von Eljero Elia (7.) sorgten im Spitzenspiel vor 30.000 Zuschauern für die frühe Gästeführung.

Zvjezdan Misimovic (52.) und der eingewechselte Obafemi Martins (55.) trafen kurz nach der Pause für die Hausherren, ehe Mladen Petric (75.) und Romeo Castelen (90.) den hochverdienten Hamburger Erfolg sicherten. Erstmals seit dem 15. April 2008, als der VfL 0:1 gegen Bochum verlor, gab es damit für die Wölfe eine Bundesliga-Pleite im eigenen Stadion.

Die Hamburger sind dagegen genau wie Leverkusen und Schalke ungeschlagen und haben in den ersten drei Saisonspielen sieben Punkte gesammelt, während Wolfsburg die Tabellenführung verlor. Nach 16 Siegen in Folge in der Volkswagen-Arena wurde das Team von Trainer Armin Veh im Nordderby auf dem falschen Fuß erwischt. Kurios die HSV-Führung, die genau wie in den beiden bisherigen Bundesliga-Spielen gegen Freiburg und Dortmund in der dritten Spielminute erzielt wurde.

Guerrero traf den Pfosten, von dort prallte der Ball an die Schulter von Diego Benaglio und dann ins leere Tor. Der überragende David Jarolim leistete auch beim nächsten Gäste-Treffer die Vorarbeit: Der Tscheche leitete den Konter über Petric ein. Auch an diesem Gegentor war der Wolfsburger Keeper schuldlos, aber erneut im Pech. Benaglios Fußabwehr erkämpfte sich Elia. Der Niederländer schob den Ball ins linke Eck.

Seine Klasse zeigte der VfL-Torhüter dann wenig später, als er zweimal gegen Guerrero parierte. Der Peruaner hätte schon früh alles klar machen können. In der 17. Minute versuchte er, Benaglio zu überspielen, scheiterte aber. Sechs Minuten später tauchte der HSV-Stürmer ganz allein vor dem Schweizer auf. Zwei Minuten vor Pause rettete dann die Latte nach einem Heber von Nationalspieler Piotr Trochowski.

«Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben», sagte HSV-Chef Bernd Hofmann in der Pause. Doch zunächst bewahrte Frank Rost, der wieder ins HSV-Tor zurückgekehrt war, sein Team gegen Torjäger Edin Dzeko vor Gegentreffern. Misimovic sorgte nach einer Hereingabe von Schäfer für den Anschlusstreffer. Dann war es Martins, der eine Flanke von Misimovic verwertete.

In einem Spiel auf Messers Schneide hatte der HSV in der Folge die besseren Chancen, doch einmal mehr scheiterten Guerrero und Ze Roberto, ehe Petric mit einem Volleyschuss und Castelen mit einem Alleingang den hochverdienten HSV-Sieg sicherten.

Etwa 200 Autokilometer entfernt war in Bremen schon zur Halbzeit alles entschieden. Heimkehrer Claudio Pizarro hat Werder Bremen mit seinem 21. Bundesliga-Doppelpack den ersten Saisonsieg beschert. Der gerade erst verpflichtete Stürmer erzielte beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach mit einem Abstauber und einem Hackentor die Führungstreffer in der 21. und 38. Minute. Den Endstand markierte Naldo in der 88. Minute. Vor 34.800 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion enttäuschten die Gladbacher und kassierten ihre erste Saisonniederlage.

Werder-Coach Thomas Schaaf, der auf die gleiche Anfangself wie beim 6:3- Erfolg im Playoff-Hinspiel in der Europa League gegen FK Aktobe setzte, ließ erstmals in dieser Saison nicht mit einer sogenannten Doppelsechs spielen, sondern baute wieder auf die Raute als taktische Grundordnung. Die Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr hatte dem ambitionierten DFB-Pokalsieger zu Beginn der Saison nicht die erhoffte Sicherheit in der Defensive verliehen.

In der Offensive agierten die Bremer gegen die Elf von Michael Frontzeck ungewohnt kontrolliert und vorsichtig statt mit bedingungslosem Angriffswirbel. Doch die erste richtige Chance führte gleich zum 1:0. Dabei half Borussen-Torhüter Christofer Heimeroth fleißig mit: Der Ersatz von Logan Bailly konnte einen Freistoß von Mesut Özil nicht festhalten, Pizarro stand goldrichtig und musste den Ball nur über die Linie schieben. Der vom FC Chelsea zurückgekehrte Torgarant bewies seinen starken Torriecher erneut, als er ein feines Zuspiel von Clemens Fritz mit der Hacke vollstreckte.

Die Gladbacher, denen mit vier Punkten aus zwei Spielen ihr bester Saisonstart seit 14 Jahren gelungen war, brachten im Spiel nach vorne kaum etwas zustande und stellten die zuletzt swackelnde Werder-Abwehr nicht vor Probleme. Erst in der 45. Minute prüfte der Argentinier Raul Bobadilla Werder-Keeper Tim Wiese.

Der frühere Gladbacher Marko Marin, in der Sommerpause im Ärger von der Borussia an die Weser gewechselt, wirkte gegen seinen ehemaligen Club anfangs nervös und begann mit einem Fehlpass. Doch trotz Pfiffen von den Gäste-Fans fand der 20 Jahre alte Nationalspieler immer besser in die Partie und übernahm im Gegensatz zu den vergangenen Wochen mehr Defensivarbeit. Fünf Minuten vor der Pause scheiterte der Mittelfeldspieler knapp mit einem Schlenzer.

Nach dem Wechsel spielte Marin immer besser und mutiger auf und sorgte für die ersten Höhepunkte im zweiten Durchgang: Als der Dribbelkünstler in den Gladbacher Strafraum vordrang, konnte ihn Thomas Kleine nur mit einem Foul stoppen. Den von Özil geschossenen Elfmeter parierte jedoch Heimeroth.

In der Folge vergaben die Bremer zahlreiche Chancen. Der immer stärker werdende 28 Jahre alte Gladbacher Torhüter verhinderte einen höheren Rückstand. Trotz seines Patzers beim ersten Gegentreffer war er am Ende Gladbachs bester Mann.

heh/seh/news.de/dpa

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