Motorsport Team für Formel 1 gesucht

BMW hat die Formel-1-Motoren gestoppt, doch Nick Heidfeld soll weiterfahren. (Foto)
BMW hat die Formel-1-Motoren gestoppt, doch Nick Heidfeld soll weiterfahren. Bild: dpa

Der Automobil-Weltverband Fia sucht intensiv nach einem Ersatz für den Rennstall BMW-Sauber - auch wenn Sauber weitermachen will. Fia-Chef Max Mosley erwartet derweil einen starken Michael Schumacher mit Siegchancen beim Comeback.

Fia-Präsident Max Mosley habe sieben Reserve-Kandidaten per Brief informiert, dass diese sich um den offenen Startplatz für die kommende Saison bewerben können, berichtete das Fachmagazin Autosport. Bislang stehen zwölf Teams als Teilnehmer für die Weltmeisterschaft 2010 fest. Der Autobauer BMW hingegen hat seinen Ausstieg zum Jahresende 2009 erklärt. Offen ist, ob das Team um den Mönchengladbacher Nick Heidfeld mit frischem Geld auch im kommenden Jahr starten kann oder ein Neueinsteiger den Startplatz übernimmt.

Der frühere Teamchef Peter Sauber ist zunächst mit seinem Versuch gescheitert, seinen früheren Rennstall vor dem Aus zu bewahren. Dennoch soll der Schweizer weiterhin an einem Rettungspaket arbeiten. Die Fia will sich allerdings andere Optionen offen halten und lud daher die Teams zur Bewerbung ein, denen der Verband zuvor noch einen Einstieg in die Königsklasse verweigert hatte. Zumindest der spanische Rennstall Epsilon-Euskadi und das britische Prodrive-Projekt sollen bereits Interesse signalisiert haben.

Drei Neulinge haben schon jetzt ihren Platz im Starterfeld für 2010 sicher. Das britische Team Manor GP, Campos aus Spanien und das amerikanische Projekt USF1 erhielten von der Fia den Zuschlag. Das Trio hat inzwischen wie die neun etablierten Rennställe den neuen Formel-1-Grundlagenvertrag unterzeichnet und sich damit zur Teilnahme bis 2012 verpflichtet. Auch ein Nachfolger des BMW-Sauber-Teams müsste sich den Bedingungen des von Mosleys Fia und den bestehenden Teams auasgehandelten Concorde Agreements unterwerfen.

Gegenüber Bild äußerte sich der Noch-Fia-Präsident Mosley zum für den 23. August geplanten Comeback von Michael Schumacher: «Er wird großartige Leistungen zeigen, so wie wir es von ihm gewohnt sind. Ein Michael Schumacher kann gar nicht langsam fahren». Schumacher soll bei Ferrari den verletzten Stammpiloten Felipe Massa ersetzen.

Der Brite Mosley sieht für den 40 Jahre alten Schumacher bei dessen Rückkehr nach knapp drei Jahren Rennpause sogar Siegchancen. «Michael Schumacher ist ein Siegertyp, das hat er oft bewiesen. Er kann gewinnen. Er holt das beste aus jedem Auto raus, oft mehr als jeder andere Fahrer», befand Mosley. Der Fia-Chef schließt nicht einmal aus, dass Schumacher noch ein weiteres Jahr in der Königsklasse fahren könnte. «Das hängt natürlich auch stark davon ab, ob sein Auto siegfähig ist. Aber wenn ein Schumacher wieder vom Rennvirus infiziert ist - wer weiß?»

Dagegen warnte Schumacher-Manager Willi Weber vor überzogenen Erwartungen an den siebenmaligen Champion. «Die Voraussetzungen sind alles andere als optimal. Michael kennt das aktuelle Auto nicht, das KER-System logischerweise auch nicht. Er kennt die neue Generation der Slickreifen nicht. Auf der Strecke in Valencia ist er noch nie gefahren», sagte Weber dem Kölner Express. Der Ferrari sei in diesem Jahr kein «Gewinner-Auto», meinte der Manager. «Also: Schön die Kirche im Dorf lassen.»

Schumacher trainiert derzeit wieder intensiv für seine Rückkehr auf die Rennstrecke. Wegen einer Nackenverletzung nach einem Motorrad-Unfall steht hinter seinem Einsatz in Valencia weiterhin ein Fragezeichen. Ohnehin muss Schumacher zunächst die üblichen medizinischen Tests absolvieren, um Grünes Licht für einen Start zu erhalten.

Schon jetzt absolviere er alle Übungseinheiten unter medizinischer Aufsicht, sagte Manager Weber. «Das hat nichts mit eventuellen Bedenken zu tun, sondern dient der reinen Vernunft», fügte Weber hinzu. Die Checks werden nach Ansicht Webers die letzten Zweifel am Comeback des Kerpeners ausräumen: «Wenn Michael in Valencia ins Auto einsteigt, wird er bereit und hundertprozentig fit sein.»

Weiterführende Links:

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heh/news.de/dpa

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