FC Bayern München Wie der FC Barcelona

Louis van Gaal beobachtet mit strengem Blick das Training. (Foto)
Louis van Gaal beobachtet mit strengem Blick das Training. Bild: dpa

Wunschtrainer Louis van Gaal hat die «Mia-san-mia»-Erfolgsformel des FC Bayern schon verinnerlicht. Offen spricht er über Meisterschaft und Champions-League-Titel. Manager Uli Hoeneß schlackern beim Vergleich mit dem FC Barcelona die Ohren.

«Das bayerische Lebensgefühl passt mir wie ein warmer Mantel. Warum? Mia san mia, wir sind wir und ich bin ich. Selbstbewusst, arrogant, dominant, ehrlich, arbeitsam, innovativ, aber auch warm und familiär», betonte der mit breiter Brust auftretende Niederländer.

Nach dem gescheiterten Experiment mit Visionär Jürgen Klinsmann will der 57-Jährige den Fußball- Rekordmeister mit ehrlicher Arbeit und eigener Handschrift wie schon den FC Barcelona, Ajax Amsterdam und zuletzt den AZ Alkmaar zu Titel- Ehren führen. Eine ganze Reihe Stars steht ihm dabei zur Verfügung, wie auch 30-Millionen-Mann Mario Gomez, der beim Eröffnungstraining erstmals in das Bayern-Leibchen schlüpfte.

«Unser Ziel ist es, hart um Titel zu streiten, in der Meisterschaft, aber auch im Pokal», führte van Gaal fünfeinhalb Wochen vor dem Liga-Start in Deutsch mit Akzent aus. Dabei schürte er auch die Träume, die den titelhungrigen Münchnern am liebsten sind. Unter die besten Acht in der Champions League wolle man kommen, sagte der bis 2011 verpflichtete frühere Bondscoach, «und vielleicht gewinnen wir am Ende der Periode van Gaal die Champions League».

«Unser Vorbild muss der FC Barcelona sein», blickte er auf den Club, der die Münchner vor drei Monaten mit 4:0 demontiert hatte. «Barcelona gewinnt die Champions League und hat gute Fußballspieler - wie bei uns. Aber sie haben gearbeitet wie ein Team», betonte van Gaal. Die Mannschaft steht bei ihm über allem. «Ein Team zu formen ist nicht in einem Monat zu schaffen, aber vielleicht in zwei Jahren.»

Genüsslich lauschte Uli Hoeneß, der nun einen Teil der Amtsgeschäfte an den neuen Sportdirektor Christian Nerlinger übertragen hat, den Ausführungen des überaus direkten Trainers. «Wenn ich die Fotomontagen sehe von Louis van Gaal in der Lederhose, das passt», begrüßte ihn der Manager und freute sich jetzt schon darauf, beim Oktoberfest nach hinreichend Siegen «eine Maß» zu trinken. Vor einem Dutzend Kamerateams bekräftigte Hoeneß auch noch einmal, beim «Monopoly-Spiel» um Franck Ribéry die «Schlossallee mit vier Hotels» nicht verkaufen zu wollen.

Misstöne aus Brasilien mischten sich derweil in die Aufbruchstimmung. Der tief gekränkte Abwehrchef Lucio richtete aus seiner Heimat schwere Vorwürfe an seinen Arbeitgeber und schließt einen vorzeitigen Abschied aus München nicht mehr aus. «Bayern und die Berichte über mich haben eine Situation kreiert, die alles andere als schön ist. Deshalb ist ein Wechsel sinnvoll, wenn es ein tolles Angebot gäbe», sagte Lucio in einem Interview mit der Münchner tz.

Der Kapitän des fünffachen Weltmeisters ließ offen, ob er nach seinem Urlaub am 16. Juli das Training bei den Bayern, die für weitere Analysemöglichkeiten neue Kameras am Übungsgelände installiert haben, aufnimmt. «Nie würde ich nicht sagen. Ich müsste ja noch meinen Spind ausräumen.»

Weiterführende Links:

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hem/jek/news.de/dpa

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