Von news.de-Redakteurin - 22.09.2017, 22.14 Uhr

Rosch Haschana 2017: Shana towa! Jüdisches Neujahr läutet das Jahr 5778 ein

Das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana gehört neben Jom Kippur zu den höchsten Festen im Judentum. Damit verbunden sind vielfältige Traditionen und Bräuche. Wie der Tag des Gerichts und der Start ins jüdische Jahr 5778 gefeiert wird, erfahren Sie hier.

Zum jüdischen Neujahrsfest wird traditionell ein Schofar, das Horn eines Widders geblasen. (Symbolbild) Bild: dpa

Das Judentum gehört zu den ältesten Religionen der Welt und das spiegelt sich nicht nur in vielfältigen Traditionen, sondern auch zahlreichen Festen wider. Zu einem der wichtigsten und dem zweithöchsten neben Jom Kippur gehört das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana, das, anders als im Christentum, im Spätsommer beziehungsweise Herbst gefeiert wird.

Rosch Haschana 2017 wird vom 21. bis 22. September gefeiert

In diesem Jahr begehen Juden Rosch Haschana am 21. und 22. September. Das ist jedoch kein festes Datum, sondern wechselt jedes Jahr. Das Neujahrsfest gilt als Jahresanfang und leitet den Jahreskreislauf ein, wodurch es auch die Basis für die Berechnung des Kalenderjahres ist. Rosch Haschana wird jedes Jahr am ersten Tag und zweiten des siebten Monats Tischri begangen, was etwa im September ist. Der 1. Tischri gilt als das Datum, an dem Gott die Welt erschuf.

Das jüdische Kalenderjahr hat, ebenfalls wie der abendländische, gregorianische Kalender, zwölf Monate, wobei jedoch Mond- und Sonnenlauf gleichermaßen berücksichtigt werden. Jeder Monat besteht aus 29 oder 30 Tagen und in regelmäßigen Abständen, genauer gesagt siebenmal in 19 Jahren, wird ein 13. Monat als Schaltmonat eingeschoben. Laut jüdischem Kalender ist festgelegt, dass Gott die Welt 3761 vor Christus erschuf, das heißt präzise am 1. Tischri.

Jüdisches Neujahr ist auch Tag des Gerichts

Rosch Haschana gilt auch als Tag des Gerichts, an dem Gott der weit verbreiteten Vorstellung zufolge Gericht hält über die Menschen, die am Neujahrstag an ihm vorüberziehen. Demnach hat er drei Bücher: Im Buch des Lebens werden diejenigen eingetragen, die Gutes tun, in das Buch des Todes die Sünder. Im dritten stehen diejenigen, die sowohl Gutes als auch Schlechtes gleichermaßen vorzuweisen haben. Sie haben bis zum Versöhnungstag Jom Kippur, an dem ihr Urteil gesprochen wird, zehn Tage Zeit, um sich zu bessern, Reue zu zeigen und um Vergebung zu beten - weshalb sie auch die "zehn Tage der Umkehr" heißen.

Auf dieser Glaubensvorstellung basiert auch der Neujahrsgruß, mit dem man sich an Rosch Haschana ein gutes neues Jahr wünscht. Denn "Ketivah VaChatimah Tovah" oder kurz "Shana towa" bedeutet zu deutsch ungefähr: "Mögest du zu einem guten Jahr (im Buch des Lebens) eingeschrieben sein."

Ablauf, Bräuche und Tradition zu Rosch Haschana

Im Mittelpunkt von Rosch Haschana steht der Gottesdienst in der Synagoge, die traditionell ganz in Weiß geschmückt ist. Dabei ist es üblich, dass sich die Gemeinde während des Gottesdienstes zu Boden wirft, was sonst nicht der Fall ist. Wichtig ist auch das Schofar, ein gewundenes Widderhorn, das während des Festgottesdienstes viermal geblasen wird. Das Schofar erinnert an die Opferung von Abrahams Sohn Isaak, an dessen Stelle dann jedoch ein Widder geopfert wurde. Das Ertönen des Schofars kann als Weckruf verstanden werden, der an den Tag des Gerichts und den Bund mit Gott erinnern soll.

Zu den Traditionen nach dem Gottesdienst gehört, den Segensspruch "Kiddusch" in der Nacht des Neujahrstages zu sprechen und dazu ein rund gewickeltes Weißbrot, das den Jahreskreislauf symbolisiert, in Honig zu tunken. Auch Apfelstücke, die man zu sich nimmt, werden in Honig getaucht, um das neue Jahr zu versüßen. Dazu gehört ebenfalls Süßes als Symbol der Freunde sowie das rituelle Händewaschen, um sich von seinen Sünden rein zu waschen.

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kad/kns/news.de

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