25.08.2018, 08.03 Uhr

Hadsch 2018:               Hochhäuser zerstören das Bild von Mekka zur Haddsch 2017

Tausende Menschen begeben sich jedes Jahr auf Pilgerreise nach Mekka. Bild: dpa

Auch die Große Moschee wurde immer wieder erweitert und fasst heute auf mehreren Hunderttausend Quadratmetern fast eine Million Gläubige. Luftbilder lassen sie wie ein Raumschiff wirken. Ein früheres Haus der Familie von Architekt Angawi fiel der Erweiterung zum Opfer. Für den Mann, der sein graues Haar zu einem Zopf zusammengebunden hat, ist das unverständlich: "Wir müssen nicht mehr und mehr Moscheen bauen. Wir können nebeneinander überall inMekka beten."

Auch dem 2005 gestorbenen König Fahd riet er einst, dass lieber in die Breite anstatt in die Höhe gebaut werden solle. Doch vergeblich. Früher, erinnert sich Angawi, sei das Haus seines Vaters, der Pilgerführer war, zur Haddsch voll gewesen. Da wachte er schonmal direkt neben einem Mann auf, den er vorher noch nie gesehen hatte.

Pilgerfahrt Haddsch hat heute eine andere Bedeutung

Es wurde geredet und gebetet, manchmal sogar gestritten und geprügelt - um sich danach in den Armen zu liegen. "Das war die Pilgerreise - eine Zusammenkunft", sagt der Architekt. Sie stehe heute unter einem anderen Stern.

Ob er dieses Jahr am Haddsch teilnimmt, wisse er noch nicht. Er wolle anderen Gläubigen Platz machen, weil er schon so oft dort war. Als Angawi das letzte Mal die Kaaba umrundete, habe er den oberen Teil seiner Brille mit Band abgeklebt.Es habe den angenehmen Effekt gehabt, die Hochhäuser nicht mehr sehen zu müssen.

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sba/news.de/dpa

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