Lidl-Bike: Deutsche Bahn will mit Lidl zurück auf Berliner Straßen

Am Sonntag, den 5. März 2017, startet in Berlin Lidl-Bike mit einer Auftaktveranstaltung am Hauptbahnhof - sehr zum Ärger von Nextbike, die eigentlich Bike-Sharing-Anbieter Nummer eins in Berlin werden wollten.

Präsentation und Start des Lidl-Bike-Angebots in Berlin am 5.3.2017 Bild: picture alliance / Paul Zinken/dpa

Ab dem 5. März wird in Berlin aus Call a Bike Lidl-Bike. Mit einer Auftaktveranstaltung am Berliner Hauptbahnhof starten die Supermarktkette Lidl und die Deutsche Bahn ihren Angriff auf den Bike-Sharing-Markt der Hauptstadt. Eigentlich hatte die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter DB-Rent in Berlin die Ausschreibung für den Fahrradverleih verloren und musste ihre Rückgabestationen abbauen. Jetzt kehrt sie aber mit Lidl als Namens-Sponsor zurück auf Berlins Straßen - mit quietschgrünen Mieträdern, auf denen das Lidl-Logo prangt.

Mit Lidl-Bike startet die Deutsche Bahn Offensive gegen Nextbike

Im vergangenen Jahr hatte die Leipziger Firma Nextbike die Ausschreibung des Berliner Senats gewonnen und soll ab April 2017 das größte Mietradsystem Deutschlands aufbauen, wie die Berliner Zeitung schreibt. Geplant sind mehr als 5000 Leihräder. In keiner anderen deutschen Stadt wird so viel geteilt wie in Berlin. Nicht nur die Angebote für Car-Sharing boomen, sondern auch das Bike-Sharing ist ein hart umkämpfter Markt. Der Trend geht immer weiter in Richtung frei verfügbare Mobilität. Einfach per App das nächstgelegene Fahrzeug suchen, ob nun Fahrrad oder PKW, und kurzfristig für die Situation passend ausleihen. Und auch vom Touristenansturm wollen alle Anbieter profitieren.

Die Deutsche Bahn ist jetzt mit Lidl als Namens-Sponsor zurück auf dem Markt und wird mit 3500 Fahrrädern noch vor Nextbike an den Start gehen. Damit ist Lidl-Bike doppelt so groß wie zuletzt Call a Bike. Das kommende Jahr wird zeigen, ob es in der Berliner Innenstadt wirklich einen Markt für mehr als 10.000 Leihfahrräder gibt, oder ob es hier zu einem Verdrängungswettbewerb des Platzhirschs DB-Rent gegen den Newcommer Nextbike aus Leipzig kommt.

Lidl-Bike-Sharing: Die Konditionen, Einsatzgebiet und Rückgabe der Bikes

Lidl Deutschland stellt mit dem stationsungebundenen Fahrradverleihsystem Lidl-Bike 3500 fabrikneue Fahrräder auf Berlins Straßen. Dabei kommt die Logistik von DB-Rent, die als Systembetreiber jahrelange Erfahrung im Verleihgeschäft für Fahrräder haben. Die Lidl-Bikes können innerhalb der gesamten Innenstadt (S-Bahn-Ring) ausgeliehen und an jeder Straßenecke auch wieder abgegeben werden, da für Fahrräder keine gesonderten Abstellflächen ausgewiesen werden müssen. Kunden, die für die Rückgabe des Zweirades eine der 353 Rückgabezonen nutzen, fahren die ersten 30 Minuten sogar kostenlos. Standorte der Räder und die dem Fahrtziel nächstgelegene Rückgabestation kann man einfach per App ermitteln und über diese das Fahrrad auch ausleihen. Kunden, die bereits Call a Bike nutzen, müssen sich für Lidl-Bike nicht extra anmelden. Genau so steht auch den Kunden von Lidl-Bike in ganz Deutschland das Angebot von Call a Bike offen.

Bike-Sharing: Die Kosten für Lidl-Bike und Nextbike im Vergleich

Im Basis-Tarif soll das Lidl-Bike je 30 Minuten einen Euro kosten. Im Komfort-Tarif zahlt man eine Monats- bzw. Jahresgebühr, fährt aber dafür in der ersten halben Stunde immer kostenlos. das lohnt sich für allem für Fahrer, die das Angebot oft nutzen. Für Touristen gibt es auch einen Tages-Tarif, mit dem sie sich die Stadt per Rad erobern können. Bei Call a Bike beträgt der Tarif für 24 Stunden zwölf Euro.

Bei Nextbike ist die Preisstruktur ganz ähnlich. Die halbe Stunde kostet einen Euro und wer ein Abo für 48 Euro pro Jahr abschließt, fährt die erste halbe Stunde kostenlos. Lediglich beim Tagespreis hat Nextbike die Nase vorn. Hier kosten 24 Stunden nur neun Euro. Da auch die Fahrräder von Nextbike gut als Werbeträger funktionieren, zum Beispiel für öffentliche Verkehrsverbünde, gibt es für Nextbike in vielen Städten Sonderkonditionen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in Berlin entwickelt und welcher Anbieter beim Kampf um die Gunst der Radfahrer die Nase vorn haben wird.

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hos/kad/news.de

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